Die Idee von Rangern im Alpstein ist nicht neu. Bereits während der Corona-Pandemie, als so viele Menschen wie nie zuvor in den Bergen unterwegs waren, wurde darüber diskutiert. Umgesetzt wurde die Idee damals aber nicht. Jetzt wagt der Bergwirteverein Alpstein den Schritt und schickt ab Auffahrt erstmals Ranger auf die Wege.
Unsere Ranger sind keine Polizisten.
Vereinspräsident Ruedi Zürcher betont gegenüber SRF, dass die Lage im Gebiet grundsätzlich ruhig sei. «Im Grossen und Ganzen haben wir freundliche Gäste, die sich an die Regeln halten.» Dennoch gebe es Punkte, die zunehmend Aufmerksamkeit verlangten: liegen gelassener Abfall, Wildcampieren, frei laufende Hunde oder Tiere, die in Wassertrögen baden. «Wenn solche Probleme grösser werden, wollen wir frühzeitig reagieren – mit Information und Sensibilisierung.»
Reden statt büssen
15 Freiwillige haben sich gemeldet, um die neue Aufgabe zu übernehmen. «Wir haben auf 15 gehofft. Damit können wir Wochenenden und Feiertage gut abdecken, ohne dass es für Einzelne zur Belastung wird», sagt Zürcher. An einem ersten Informationsanlass wurden die Ranger geschult: Wie eine Patrouille abläuft, worauf sie achten sollen und wie sie mit Gästen ins Gespräch kommen.
Der Fokus liegt klar auf Dialog statt Kontrolle. «Polizisten sind unsere Ranger nicht», meint Ruedi Zürcher. Es gehe nicht um Bussen, sondern um Präsenz, Hinweise und Tipps – schon am Morgen, wenn Gäste mit grossen Campingausrüstungen oder Musikboxen ankommen. Einheitliche Kleidung soll die Ranger erkennbar machen, damit sie auch aktiv angesprochen werden können.
Ranger-Einsatz im Versuchsbetrieb
Entschädigt werden die Freiwilligen mit einem Mittagessen, ihre Anfahrtskosten und die Ausrüstung werden übernommen. Wer diese Kosten langfristig trägt, ist noch offen. Der Bergwirteverein Alpstein steht dazu in Gesprächen mit dem Kanton Appenzell Innerrhoden.
Drei Jahre lang soll das Projekt nun getestet werden. Danach will der Bergwirteverein Bilanz ziehen: Haben die Ranger die Situation im Alpstein entspannt? Konnten Konflikte verhindert und Gäste besser informiert werden? Ab Auffahrt wird sich zeigen, wie das neue Modell in der Praxis funktioniert.