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Rechsteiner-Nachfolge Maillard wird oberster Gewerkschafter

Legende: Video Die Wahl: Maillard setzt sich durch abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus News-Clip vom 01.12.2018.
  • Nach 14 Jahren in der Waadtländer Regierung wird Pierre-Yves Maillard neuer Gewerkschaftspräsident. Er folgt auf Paul Rechsteiner.
  • Maillard setzte sich bei der Wahl in Bern gegen die St. Galler SP-Nationalrätin Barbara Gysi durch.

Der gebürtige Lausanner ist ein politisches Schwergewicht in der Westschweiz, ein Experte in den Bereichen Gesundheit und Krankenversicherung. 2011 verpasste der grosse Verfechter der Einheitskasse die Wahl in den Bundesrat. Die Bundesversammlung entschied sich für den Freiburger Alain Berset als Nachfolger von Micheline Calmy-Rey.

Im Waadtländer Staatsrat verlief die Karriere des Sohns eines Garagenbesitzers und einer Hausfrau beinahe makellos. Er führte fünf Jahre lang das Regierungspräsidium und war 2011 einer der Hauptarchitekten des Linksrutsches im Staatsrat.

Fortschritte im Sozialwesen

Zusammen mit dem FDP-Amtskollegen Pascal Broulis verkörperte er den sogenannten «dynamischen Kompromiss», der es ihm ermöglichte, mehrere Fortschritte im Sozialwesen zu erzielen. Er stärkte das soziale Sicherheitsnetz für ältere Arbeitnehmende und für einkommensschwache Familien.

Zudem konnte der Waadtländer Gesundheits- und Sozialdirektor kurz vor seinem Ausscheiden aus der Kantonsregierung einen persönlichen Erfolg vorweisen: Ab 2019 bezahlt ein Haushalt in der Waadt nicht mehr als zehn Prozent des Einkommens für die Krankenkasse.

Pragmatiker mit Machtinstinkt

Maillard ist ein Pragmatiker, der an seinen Taten und Leistungen gemessen werden will. Obwohl dem linken SP-Flügel zugerechnet, ist er auch bei den Bürgerlichen hoch angesehen.

Legende: Video Das ist Pierre-Yves Maillard abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
Aus SRF News vom 01.12.2018.

Dennoch hat der Politiker nicht nur Freunde: Vor allem links aussen wurde ihm seine Unterstützung für die Waadtländer Unternehmenssteuerreform nicht verziehen. Auch in seiner eigenen Partei hat Maillards Einfluss und Machtinstinkt schon für Kritik gesorgt.

Im Alter von fünfzig Jahren beginnt nun ein neues Kapitel für den SP-Mann. Genauer gesagt ist es eine Rückkehr zu seinen politischen Wurzeln. Von 2000 bis 2004 war Maillard Regionalsekretär für die Kantone Freiburg und Waadt der Gewerkschaft SMUV, die später in der Unia aufging.

Eine bewegte Karriere

Der am 16. März 1968 in Lausanne geborene Fussballfan durchlief alle politische Ebenen. Anfang der 90er-Jahre wurde «PYM», wie ihn Freunde nennen, Mitglied der städtischen Legislative (Conseil communal) und er machte sich einen Namen als Sekretär des Studentenverbandes der Universität Lausanne.

Im Alter von 27 Jahren wurde er persönlicher Berater des Waadtländer Bildungsministers Jean Jacques Schwaab. Entnervt warf er bereits nach vier Monaten das Handtuch: Er wollte das damalige Sparprogramm nicht unterstützen.

Zwei Jahre später machte der Lausanner auf sich aufmerksam, indem er bei einer Nachwahl zum Staatsrat als SP-Kandidat fungierte. Als guter Redner zwang er die freisinnige Favoritin in einen zweiten Wahlgang.

Verfechter des Service public

Maillard war Präsident der SP Lausanne und der SP Waadt. Er vertrat die Partei im Grossrat (1998 bis 2000) und später im Nationalrat (1999 bis 2004). In Bern profilierte er sich als Verfechter des Service public und gewann das Referendum gegen die Liberalisierung des Strommarktes. 2003 war er der Waadtländer Nationalrat mit dem besten Wahlergebnis.

2004 schaffte Maillard die Wahl in den Waadtländer Staatsrat und er verliess Bern. 2007 wurde er als erster Sozialdemokrat im Kanton Waadt im ersten Wahlgang bestätigt. Von 2004 bis 2008 war er ausserdem Vizepräsident der SP Schweiz.

Legende: Video Rechsteiner tritt als oberster Gewerkschafter zurück abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.12.2018.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Auch Frau Keller-Suter hat eine zweite Chance zum BR bekommen... Wie heisst das Lied von Pepe Lienhard? "Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt - Sie müssen Warten."
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  • Kommentar von Theresia Weber (Resi)
    Adrian Flükiger, den Zusammenhang zwischen VERWEIGERUNG einer Diskussion mit BR Schneider-Ammann und der Notbremse ersehe ich tatsächlich nicht. Ich betrachte dies eher als unanständig.
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  • Kommentar von Theresia Weber (Resi)
    Die Gewerkschaften haben dieses Jahr die Diskussion mit BR Schneider-Ammann einen Tag vor dem vereinbarten Termin abgesagt. Damit haben sie sicher seitens der Wirtschaft nichts herausgeholt. Ausser Sturheit, kein Argument! Kann mir gut vorstellen, dass Maillard sich solchen Situationen zur Diskussion nicht nur stellen wird, sondern hartnäckig aber kompromissfähig zusammen mit der Wirtschaft Lösungen zu den aktuellen Problemen der CH erarbeiten wird.
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    1. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Weber: Wenn sie das Interview mit dem ehemaligen Direktor des Arbeitgeberverbandes gelesen haben, das hier Gestern aufgeschaltet war, dann können auch Sie feststellen, was für einen Unsinn sie hier erzählen punkto der gezogenen Notbremse. Punkto der Wahl von PV Maillard bin ich auch der Meinung, dass dies die richtige Person auf diesem Posten ist.
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