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«Tour de Suisse» von Bundespräsident Cassis am Nationalfeiertag
Aus Tagesschau vom 01.08.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 53 Sekunden.
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Reden zum Nationalfeiertag «Weitermachen und positiv bleiben»: Appelle des Bundesrats

  • Der Reigen der Bundesfeiern ist bereits am Sonntag im ganzen Land gestartet. Die Bundesrätinnen und Bundesräte halten nicht weniger als 14 Ansprachen.
  • Bundespräsident Ignazio Cassis ist auf grosser «Tour de Suisse» mit vier Auftritten.
  • «Wir dürfen streiten, auch laut streiten», sagte Cassis in Knonau (ZH). «Wichtig ist aber, dass wir die Fähigkeit wieder erlernen, uns zu versöhnen.»
  • Die weiteren Bundesrätinnen und Bundesräte ergriffen ebenfalls das Wort. Trotz Krisenstimmung im Land rief Bundesrat Guy Parmelin zum Feiern auf.

«Heute ist nicht Trübsal blasen angesagt, sondern Feiern», sagte der Wirtschaftsminister in einer Rede auf einem Bauernhof in Oberwald (VS). Der gelernte Waadtländer Winzer räumte zwar ein: «2022 ist definitiv kein ausgezeichneter Jahrgang. Und das Jahr ist noch nicht einmal zu Ende.»

Versorgungsengpässe, steigende Lebenshaltungskosten, unsichere Energieversorgung, Krisenstimmung: Die Schweiz befinde sich in der wohl schwierigsten Zeit seit der letzten Energiekrise vor fast 50 Jahren, sagte Parmelin. «Trotzdem müssen wir weitermachen und sollten möglichst positiv bleiben.»

Bundespräsident Cassis auf «Tour de Suisse»

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Legende: Bundespräsident Ignazio Cassis, mit seiner Frau Paola Rodoni und Betriebsleiter Jean-Jacques Duperrex (links) während eines Bauernhofrundgangs in Knonau. Keystone/Michael Buholzer

Den ersten Halt auf seiner «Tour de Suisse» hat Bundespräsident Ignazio Cassis (FDP) im zürcherischen Knonau absolviert. Bei einem Bauernhof-Brunch sprach er darüber, dass nichts selbstverständlich sei, wie man aktuell auf der Welt sehe.

«Seit dem Ausbruch der Pandemie leben wir in einem anhaltenden Krisenmodus. Die Realität hat längst unsere Fantasie übertroffen - und wir haben ja viel Fantasie», sagte Cassis vor rund 350 Besucherinnen und Besuchern in der Scheune des Bauernhofs Stöckweid.

Man dürfe natürlich auch Freude haben, wenn die Welt aus den Fugen gerate. Es werde aktuell aber wohl allen klar, dass nichts selbstverständlich sei. «Wir müssen kämpfen, damit wir Freiheit und Wohlstand erhalten können. Das alles ist nicht gratis zu haben.»

«Wir dürfen streiten, wir dürfen auch laut streiten», sagte Cassis. «Wichtig ist aber auch, dass wir die Fähigkeit wieder erlernen, uns zu versöhnen.»

Keller-Sutter: Verteidigung der Werte

Bundesrätin Karin Keller-Sutter hat derweil in ihrer Ansprache am Gipfel des Moléson (FR) zur Verteidigung der Werte aufgerufen. Jetzt, wo in Europa wieder Krieg herrsche, müssten unsere Freiheiten, Sicherheit, Institutionen und politische Kultur verteidigt werden – sowohl in Bundesbern, als auch durch jede und jeden auf seiner Ebene.

Der Ukraine-Krieg hat auch Bundesrätin Viola Amherd dazu bewogen, den Wert von Demokratie und Rechtsstaat in ihrer Ansprache hervorzuheben. In Winterthur (ZH) erklärte Amherd, antidemokratische Tendenzen gebe es heute auch mitten in Europa. Über die sozialen Medien würde dabei Zwietracht weit über die Grenzen hinaus gesät – auch in der Schweiz.

Berset: Das aufeinander Zugehen ist wichtiger geworden

Gesundheitsminister Alain Berset kritisierte bereits am Vorabend in Luzern, dass in den sozialen Medien Dauerempörung, haltlose Polemik und Wut auf Personen, die in der Öffentlichkeit stünden, vorherrschten. Raum für Annäherung, für Dialog und Kompromisse fehle.

Um die grossen Herausforderungen wie Krieg, Knappheit, Inflation, Klimaerwärmung oder Altersvorsorge zu bewältigen, ist gemäss Berset das aufeinander Zugehen noch wichtiger geworden.

Dass wir uns raufen – und dann wieder zusammenraufen, hält die Schweiz zusammen.
Autor: Alain Berset Innenminister

Er zeigte sich dabei optimistisch und plädierte bei seiner Rede in Luzern dafür, nicht stets nett zu sein, sondern über alles zu streiten – aber nicht endlos. «Dass wir uns raufen – und uns dann wieder zusammenraufen» halte die Schweiz zusammen.

Anpacken für neue Energiewende

Neben Berset hatte auch Energieministerin Simonetta Sommaruga ihren ersten 1.-August-Auftritt bereits am 31. Juli. Die SP-Bundesrätin rief bei einer Rede in Saas-Balen im Wallis dazu auf, die einheimischen Energien Wind-, Wasser- und Sonnenkraft mit Pioniergeist voranzutreiben.

Die Wasserkraft sei angesichts der Abhängigkeit von russischem Gas gefragter denn je. Die Schweiz habe schon einmal eine Energiewende erlebt, sagte Sommaruga. Nach dem Ersten Weltkrieg seien die Kohle-Importe aus dem Ausland ausgefallen.

Die Vorfahren hätten daraufhin die Wasserkraft stark ausgebaut und die Schweiz aus der Kohle-Abhängigkeit befreit. Jetzt müsse das die aktuelle Generation anpacken. Es gelte, die beste Lösung zwischen Schutz- und Nutzinteressen zu finden.

Finanzminister Ueli Maurer beehrt Dietlikon (ZH), Neunkirch (SH) und Marbachegg (LU).

SRF 4 News, 31.07.2022, 22:00 Uhr;

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171 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community, vielen Dank für die angeregte Debatte - für heute schliessen wir die Kommentarspalte und wünschen Ihnen eine gute Nacht. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Ernst Richener  (Schmutz Fink)
    Ich genoss den gestrigen knallereifreien Abend,und werde es heute Abend wieder tun!
    Und die Politik und Politiker, gehen mir schon lange am Allerwertesten vorbei!
    Schöne 1 August
  • Kommentar von Francis Waeber  (der sich 'nen Wolf lacht)
    Soeben auf'm "Drü": die 1. August-Rede unseres lieben UNO-Generalsekretärs Antonio Gutierrez: mit Verlaub, aber der Mann tickt doch nicht ganz richtig. Oder kann mir jemand erklären warum es ausgerechnet jetzt Sinn machen soll, sich in seiner Position in "Atomkriegs-Phantasien" zu ergiessen?....;-)))
    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Waeber, ich nehme diese „Drohung“ oder Gefahrinaussichtstellung eines Einsatzes von Atomwaffen ernst. Ich nehme Sorgen seitens Gutierrez im Blick auf die Oekologie der Erde ernst. Umso mehr feiere ich 1. August mit Dankbarkeit dafür, in diesen schönen reichhaltigen u.a. tier-und pflanzenreichen Land zu leben. Gleichzeitig mit der Dankbarkeit: Sorge und Besorgnis sind keine Feiertagskiller, aber Wegweiser, wo wir - auch - hinschauen und handeln sollen.