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Pläne für eine Matura-Reform stossen auf Kritik
Aus Echo der Zeit vom 16.10.2022. Bild: Keystone
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Reformprojekt Maturität Matura der Zukunft – ein Reförmchen statt einer Reform?

Bund und Kantone arbeiten an einer Modernisierung der Matura an den Gymnasien. Das Projekt erntet kaum Beifall.

Die Maturität öffnet die Türen zu den Hochschulen, und zwar ohne Prüfung. Junge Menschen mit diesem Abschluss können anspruchsvolle gesellschaftliche Aufgaben meistern. Gut ein Fünftel der Jugendlichen beendet ihre Schulzeit mit Maturazeugnis. Dauer, Anzahl Lektionen und Fächerkombinationen unterscheiden sich aber je nach Kanton und je nach Gymnasium. Das soll sich ändern.

Fehlender Mut in der Umsetzung

Doch der Vorschlag, den Bund und Kantone in den letzten Monaten in die Vernehmlassung geschickt haben, ist keine tiefgreifende Reform. An den Vorarbeiten beteiligt war Stefan Zumbrunn. Er ist Rektor der Kantonsschule Solothurn und fragt sich heute, «ob man hier nicht mutiger hätte herangehen dürfen. Immerhin haben sich die Gesellschaft und die uns beschäftigenden Probleme markant verändert.»

Diese Kritik äussern auch verschiedene Kantonsregierungen und Vertreter der Wirtschaft – in noch deutlicheren Worten. Etwa: «Es fehlt eine systematische Auseinandersetzung mit den Kompetenzen, die heute und morgen auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft gefragt sind.» Und kurz: «Zu wenig ausgereift.»

Ausser Spesen nichts gewesen? Nicht ganz

Der Reformvorschlag will die verschiedenen Maturitätsabschlüsse vergleichbarer machen. Begonnen mit einer einheitlichen Mindestdauer von vier Jahren. Für Diskussionen sorgen die vielen Fächer; statt zu verzichten und zu gewichten, ist die Zahl der Fächer aufgestockt worden. Es sind inzwischen 12 bis 14 Grundlagenfächer: Zu viel, kritisieren Rektor Zumbrunn und verschiedene Kantonsregierungen.

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Aus dem Archiv: Das «Gymi» soll sich neu erfinden
aus Rendez-vous vom 10.08.2021. Bild: Keystone
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Auch Lucius Hartmann hat offene Fragen. Er unterrichtet an der Kantonsschule Zürcher Oberland in Wetzikon und hat sich als Vertreter der Gymi-Lehrpersonen ebenfalls mit den Grundlagen befasst.

«Die Schwierigkeit ist höchstens, dass die verfügbare Unterrichtszeit auf diese vielen Fächer verteilt werden muss. Und hier muss man sich im Verlaufe der weiteren Entwicklung des Gymnasiums überlegen, wie man diese Problematik entschärfen und lösen kann.»

Mit der breiten Kritik auf dem Tisch giessen Bund und Kantone nun eine Schlussfassung. Diese bildet den Rahmen für die Matura der Zukunft. Entlang dieser Vorgaben entwickeln dann die Kantone den konkreten Lehrplan und legen ihn bis in rund einem Jahr vor.

Echo der Zeit, 16.10.2022, 18:00 Uhr

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55 Kommentare

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  • Kommentar von SRF (SRF)
    Liebe Community. Wir schliessen die Debatte an dieser Stelle und wünschen einen schönen Dienstagabend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Statt Maturaprüfungen ein Probejahr. Denn es kann ein hervorragender Student/Studentin einen schlechten Tag haben und in einem Fach deswegen himmeltraurig abchneiden und dann........Flopp!
    1. Antwort von Thomas Rüegger  (Thomas Rüegger)
      @Zelger
      Um die Matura nicht zu bestehen braucht es schon etwas mehr als einen schlechten Tag in einem Fach.
      Es gibt Vornoten; Fächer, welche nicht geprüft werden; eine Maturitätsarbeit ...
      Die Gründe für den Flopp liegen schon etwas tiefer.
  • Kommentar von Mark Keller  (mkel)
    Uni-Zugang ohne Prüfung... In Realität gibt es dafür dann das Assessment Jahr, in dem kräftig ausgesiebt werden muss, weil die Maturitäten eine sehr unterschiedliche Qualität haben. In meinem Studium sah man z.B. deutliche Unterschiede bei der Mathe, je nach Gymi. Im 1. Jahr müssen dann zuerst alle auf denselben Stand geschliffen/ausgesiebt werden. Diesbezüglich wäre eine Vereinheitlichung sehr wichtig, damit man die Assessment Zeit reduzieren und sich den wichtigeren Themen zuwenden könnte.
    1. Antwort von Thomas Rüegger  (Thomas Rüegger)
      @Keller
      Vereinheitlichung klingt in der Theorie hervorragend, ist aber in der Praxis nicht ganz so einfach. Sowohl bei den Lehrern als auch bei den Schülern gibt es grosse Unterschiede, was die Voraussetzungen betrifft.
      Eine Möglichkeit wären natürlich schweizweit einheitliche Prüfungen. Diese würden aber kaum zu besseren Leistungen führen. Eher im Gegenteil: Sie fördern "teaching to the test".
    2. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      In meiner Uni-Zeit wurde im Assessmentjahr auch rel. hart selektioniert. Ist aber schon viele Jahre her. (Obwohl die Maturas damals wohl noch "einheitlicher" waren.) Nur hiess diese Phase damals noch nicht "Assessment".

      Dieses Prozedere wird wohl grosso modo so bleiben. (Insbes. je nach Studiengang.)

    3. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      Es wird nie ganz abgeschafft werden können und eine intensive Phase für Grundlagen ist besser, als gezieltes Lernen für eine einzige Prüfung, da stimme ich ihnen zu. Aber wenn das Assessment zB auf ein Semester reduziert werden könnte, würde das dem Studium enorm viel bringen. 2 von 6 Semestern eines Bachelors ist viel "verlorene" Zeit.
    4. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Ja… Ein Schwein wird nicht fetter dadurch, dass man es wöchentlich auf die Waage stellt. Zeitverschwendung ist das ständige Messen - nicht nur am Anfang, sondern vor allem auch ständig während des Masterstudiums.
  • Kommentar von Robin Meier  (MeiRo)
    Irgendwie ist es fast egal welche Fächer man da genau hat - zum Studium kommt man auf verschiedenen Wegen, was zeigt, dass die Fächer per se nicht gravierend massgeblich sind.
    Aber: unser Kind hat Informatik Prüfungen jeweils handschriftlich!!! Und nach den zwei Kochschule Wochen hat es ihr den Appetit sowie Lust aufs kochen verdorben…
    Also lieber an der Qualität statt an der Quantität arbeiten.