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Aufruf in der Romandie: Putzkräfte (wegen Corona) legalisieren
Aus HeuteMorgen vom 29.01.2021.
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Reinigungskräfte während Covid Westschweiz sagt AHV-Ausfall der Reinigungsbranche den Kampf an

Behörden in der Romandie haben dazu aufgerufen, illegal angestellte Reinigungskräfte zu registrieren – mit Erfolg.

Es gibt Berufe, die sich nicht vom Homeoffice aus erledigen lassen: beispielsweise die Leistungen von Reinigungskräften. Den Menschen aus der Reinigungsbranche drohen nun deshalb Verdienstausfälle.

In der Westschweiz wurde nun aufgerufen, dass Reinigungskräfte nicht illegal bezahlt werden sollen. Gemäss Schätzungen arbeiten in der Schweiz nämlich etwa 400'000 Menschen als Reinigungskraft. Viele von ihnen haben aber keinen Arbeitsvertrag und keine Einzahlungen in die AHV oder die Pensionskasse, weil sie illegal beschäftigt werden.

Dank einer Initiative keine fehlenden Sozialabgaben

Um die illegalen Anstellungen zu bekämpfen, gibt es in den Kantonen der Westschweiz seit 20 Jahren Abrechnungshilfen wie Chècques-emploi. Das ist ein Dienst, bei denen eine Privatperson ihre Reinigungskraft anmelden und dann über Chècques-emploi den Lohn mitsamt den Sozialabgaben ausbezahlen kann. Im Kanton Waadt wird dieser Dienst vom reformierten Hilfswerk HEKS geführt.

Koordinatorin für die ganze Westschweiz ist Clotilde Fischer. Sie kennt die Sorgen der Reinigungsfrauen und -männer. In der ersten Welle im Frühling hätten die meisten Arbeitgeber die Reinigungskräfte plötzlich nicht mehr gebraucht und auch keinen Lohn mehr bezahlt, sagt sie.

Chècques-Emploi und die Partnerorganisationen in der Westschweiz nahmen die Haushalte deshalb in die Pflicht. Diese seien Arbeitgeber und müssten eine Reinigungskraft auch während eines Shutdowns weiterbezahlen. Viele hätten erst nach der ersten Welle reagiert, sagt Fischer. Aber ein grosser Teil der Arbeitgeber habe schliesslich die Löhne von März, April und Mai nachbezahlt.

Anderorts droht immer noch Armut

Dabei handelt es sich aber nur um jene 25'000 Reinigungskräfte in der Westschweiz, deren Arbeitgeber dieses Angebot in Anspruch nehmen. Weiterhin illegal und anderorts angestellten Personen drohe weiter die Armut. Aus diesem Grund wurde eine Informationskampagne lanciert, um zu fördern, die Reinigungskräfte jetzt und nicht zu einem späteren Zeitpunkt zu deklarieren.

Vor allem in den Kantonen Waadt, Genf und Wallis habe das bisher Erfolg, wie Clotilde Fischer sagt. Insgesamt erhöhte sich also die Zahl bei Chècques-Emploi erfassten Reinigungskräfte – der Corona-Krise zum Trotz.

HeuteMorgen, 29.01.2021, 6 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Die Leute die wirklich meinen, das Reinigungskräfte lieber schwarz arbeiten möchten sind ja echt bescheuert. Natürlich arbeiten Sie lieber schwarz als gar nicht. Das Problem ist, ca. 70% davon sind ja sozusagen Selbstständig und können teilweise nicht perfekt Deutsch. Wie sollen die sich noch um Ihre AHV kümmern? Man stellt ja auch nicht den Schreiner schwarz an, wieso dann die Reinigungskraft?
  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    @SRF, es wäre doch nur schon schön, wenn die Personen die Reinigen, auch als Reinigungskraft betitelt werden, auch vielleicht ohne Ausbildung. Der Begriff putzen stellt immer noch eine diffamierten Begriff dar, obwohl viele davon auch ohne Ausbildung einen guten Job erledigen. Durch diesen Begriff werden eben solche Jobs heute immer noch als minderwertig angesehen. Der Schweizer Verband benutzt auch den Term reinigen und nicht putzen.
    1. Antwort von Ihr Kommentar (SRF)
      @Roger Ebischer Guten Morgen Herr Ebischer, besten Dank für Ihren Hinweis. Sie haben recht, wir haben die entsprechenden Stellen im Artikel angepasst. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Yann Shmku  (Zauberfee)
    400'000 Personen im Putzgewerbe (knapp 5% der Bevölkerung) - das scheint mir eine extrem hohe Zahl. Woher kommt diese Schätzung?
    Oder wird hier unentgeltliche Putzarbeit auch eingerechnet?
    1. Antwort von Ihr Kommentar (SRF)
      @Yann Shmku Guten Tag, die Zahl stammt von der NGO Heks/ Eper. Siehe hier: https://www.eper.ch/propre-en-ordre-demarches-simplifiees-employes-proteges Liebe Grüsse, SRF News
    2. Antwort von Yann Shmku  (Zauberfee)
      Herzlichen Dank. Auf besagter Website ist jedoch auch von Gärtnern, Pflegepersonal und Babysittern die Rede, welche in den 400'000 eingerechnet sind. Da geht es nicht nur um Putzpersonal...