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Sanierung Weissensteintunnel Zweimal verschoben: Sanierter Weissensteintunnel eröffnet im Juni

27 Monate musste die Bevölkerung der Region Thal den Weissenstein umfahren. Ab Juni ist der Tunnel wieder offen.

Am 6. Juni hat das Warten ein Ende. Ab dann fahren im Halbstundentakt wieder Züge durch den Weissensteintunnel, auf der Strecke Solothurn-Moutier. Beim nördlichen Portal in Gänsbrunnen werden aktuell die letzten Schienen verlegt, danach wird die Fahrleitung montiert.

Eisenbahntunnel mit Gleisen und Beleuchtung.
Legende: Noch fehlen die neue Fahrleitung und Signale im sanierten Tunnel. Aktuell wird ein beleuchteter Handlauf installiert, der bei einer Evakuierung den Weg nach draussen weist. SRF

Ab Juni ist man aus der Region Thal wieder in 20 Minuten in der Kantonshauptstadt. Jetzt braucht man mit dem Bus noch rund eine Stunde. Bis im April sollen die Arbeiten am Tunnel abgeschlossen sein, sagt Christian Petzold, stellvertretender Baustellenchef. Dann werden die Signale eingebaut und die Strecke getestet.

Unterdessen fährt die Bahn bereits von Solothurn bis Oberdorf. Direkt nach dem Bahnhof beginnt dort der 3.7 Kilometer lange Weissensteintunnel. Ab Oberdorf verkehrt auch die Gondelbahn auf den Solothurner Hausberg.

Es windet im Tunnel

Die Arbeitsbedingungen für die Mineure waren hart. Der eingleisige Tunnel ist eng, was den Einsatz von Maschinen und Lastwagen erschwert. Zudem weht oft ein kalter Wind, ausgelöst durch die unterschiedlichen Luftdrücke am nördlichen und südlichen Portal.

Schliessung angedacht, dann doch saniert

Box aufklappen Box zuklappen
Strassenschild vor grüner Wiese und bewaldetem Hügel.
Legende: Mit dem Auto kann man ab Gänsbrunnen über den Weissenstein fahren, allerdings nur im Sommer. Das Postauto muss immer den längeren Weg über Balsthal nehmen. SRF

Nach jahrelangen Diskussionen und der Erwägung einer Stilllegung der Bahnlinie aufgrund hoher Sanierungskosten, entschied sich das Bundesamt für Verkehr (BAV) 2017 für den Erhalt des Tunnels. Die Solothurner Regierung und die lokale Bevölkerung hatten sich für die Sanierung eingesetzt. Der über 100 Jahre alte, 3.7 Kilometer lange Tunnel war stark baufällig. Ohne Ertüchtigung drohte die Schliessung.

Ein Rechtsstreit um die Bauvergabe verzögerte den Start der Sanierung. Seit Frühling 2024 läuft diese nun. Die Kosten betragen rund 85 Millionen Franken, welche der Bund bezahlt. Mitte 2026 soll die Sanierung abgeschlossen sein – nach 27 Monaten Bauzeit. Der Tunnel soll danach für weitere 25 Jahre genutzt werden können.

Während der Bauarbeiten muss die Bevölkerung in der Region Thal auf Busse ausweichen. Die Fahrzeit nach Solothurn dauert so viel länger.

Zeitgleich mit dem Tunnel erneuert die BLS die gesamte Bahnstrecke Solothurn-Moutier. Es gibt behindertengerechte Bahnhöfe, neue Viadukte und Gleise. Diese zusätzlichen Arbeiten kosten rund 90 Millionen Franken.

Nun ist der Tunnel trocken. Es tropft weniger Wasser auf die Schienen wie vor der Sanierung. Die alte Entwässerungsanlage sei marode gewesen, erklärt Petzold. Beim Bau habe sich herausgestellt, dass viel mehr Wasser anfalle als vorausgesagt. Das habe die Betonierung des Untergrundes erschwert.

Nur in kleinen Schritten vorwärts

Die Mauern an den felsigen Tunnelwänden waren vor der Erneuerung bröckelig – nach 100 Jahren Betrieb. Dies war der Hauptgrund für die Sanierung. Bei diesen Arbeiten mussten die Mineure vorsichtig vorgehen. Christian Petzold: «Wenn man das Mauerwerk wegnimmt, kann es sein, dass die Spannung nicht mehr hält und sich der Fels löst.»

Im Laufe der Jahre habe sich das Gestein mit Wasser vollgesogen und sei aufgequollen. Das habe den Druck auf die Tunneldecke erhöht und diese teilweise aufgesprengt.

Alte Steinwand mit verblasster Farbe und Nummern.
Legende: Bei der Sanierung konnte nur Meter für Meter vorgegangen werden. Einige Mauern blieben, andere mussten neu gebaut werden. Die Wände sind deshalb nun ein Flickenteppich. SRF

Um die Gefahr zu mindern, wurden die Tunnelwände in kleinen Abschnitten saniert. Gutes Mauerwerk wurde an der Tunnelwand belassen, anderes mit Spritzbeton gesichert oder komplett neu gebaut. «Abschlagen, sichern, weitermachen» sei das Vorgehen gewesen, erklärt der stellvertretende Baustellenchef. Anstatt fünf Meter ging es so nur einen Meter aufs Mal vorwärts.

Zweimal verschoben – nun soll es klappen

Der Einbau der Bahntechnik sei erfahrungsgemäss «entspannter» als die Arbeiten am Tunnel, sagt Alex Veigl, der das Projekt seitens BLS leitet. Dabei gebe es meistens wenig Überraschungen. Zur Ausrüstung gehörten aber auch Computeranlagen – und da wisse man nie.

Kräne heben Brückenteile auf Baustelle im Wald.
Legende: Neben dem Tunnel wurden auch Viadukte und Brücken auf der Strecke Solothurn-Moutier erneuert. Beim Geisslochviadukt zwischen Langendorf und Lommiswil wurden die Stahlbrücke ersetzt und die Pfeiler saniert. BLS

Der Eröffnungstermin wurde bereits zweimal nach hinten verschoben. Auf den 6. Juni soll es nun aber klappen. Nach 27 Monaten Bauzeit könnten dann die Züge wieder fahren. Es habe Rückmeldungen aus der Bevölkerung gegeben, so Veigl – positive wie auch kritische. Positiv sei die Kommunikation erwähnt worden, negativ die lange Schliessung des Tunnels. «Es war eine grosse Belastung für die Leute. Sie mussten einen grossen Umweg machen, um vor und wieder hinter den Weissenstein zu kommen.»

Bauarbeiter im Tunnel mit Stahlgerüsten.
Legende: Das Gestein hat sich über die Jahre mit Wasser vollgesogen und sich ausgedehnt. Der so entstandene Druck hat das Tunnelgewölbe zerstört. BLS

Die BLS könne nun aber garantieren, dass der Weissensteintunnel die nächsten 25 Jahre sicher betrieben werden könne. Am 30. Mai soll die Wiedereröffnung am Bahnhof Oberdorf gefeiert werden.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 18.2.2026, 17:30 Uhr ; 

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