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Unseriösen Finanzsanierern auf der Spur
Aus Espresso vom 04.02.2021.
abspielen. Laufzeit 06:47 Minuten.
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Sanierungsbetrug Schlag gegen das miese Geschäft mit Schulden

Die Bundesanwaltschaft ist betrügerischen Finanzsanierern in der Schweiz und Deutschland auf der Spur.

Menschen mit Schulden und Geldsorgen. Sie sind im Visier von sogenannten Finanzsanierern. Diese versprechen den verschuldeten Personen schnelle und unkomplizierte Hilfe. Doch die Angebote entpuppen sich oft als das genaue Gegenteil: Hohe Gebühren bringen Betroffene nur weiter in Geldnot. Häufig bleibt unklar, wer hinter diesen Finanzsanierern steckt.

Millionenschaden für Betroffene

Nun haben Schweizer und deutsche Behörden in einer gemeinsamen Aktion mehrere Hausdurchsuchungen an Privat- und Geschäftsdomizilen durchgeführt. Die Firmen und Personen werden laut der Bundesanwaltschaft verdächtigt, Kreditsuchenden einen Vermögensschaden von rund 10 Millionen Franken zugefügt zu haben. Es geht dabei um eine vierstellige Zahl von betroffenen Personen.

Das Geschäftsmodell dieser Finanzsanierer funktioniert so: Leute mit Geldsorgen suchen im Internet Hilfe. Sie stossen auf professionell anmutende und vertrauenswürdige Seiten von Finanzsanierern. Diese versprechen einen sogenannten Finanzpartner zur Lösung der finanziellen Probleme zu finden. Vorab kassieren sie eine hohe Vermittlungsgebühr.

Die Finanzpartner wiederum verlangen eine hohe Kaution und erste Ratenzahlungen. Laut der Bundesanwaltschaft besteht der Verdacht auf strafrechtliche Handlungen, weil trotz dieser Zahlungen die versprochenen Sanierungsmassnahmen ausbleiben.

Bundesanwaltschaft vermutet Netzwerk

Bei ihren Ermittlungen ist die Bundesanwaltschaft auf ein gross angelegtes Geflecht von rund 90 Firmen gestossen, welches von einer oder mehreren international tätigen Gruppierungen gesteuert wird. Die Bundesanwaltschaft hat für ihr Ermittlungsverfahren laufende Verfahren aus mehreren Kantonen übernommen.

Bisher sind im Zusammenhang mit solchen Finanzsanierern über 250 Strafanzeigen eingegangen sowie mehrere Verdachtsmeldungen an die Meldestelle für Geldwäscherei. Ziel der rund 30 Hausdurchsuchungen in der Schweiz und in Süddeutschland war es, Beweismaterial sicherzustellen. Zum weiteren Verlauf des Verfahrens und den involvierten Finanzvermittlern macht die Bundesanwaltschaft keine Angaben.

Wo finde ich seriöse Hilfe bei Finanzproblemen?

Wenden Sie sich bei Schulden und Finanzsorgen an eine offizielle Schulden- oder Budgetberatungsstelle von Kantonen, Gemeinden oder Hilfswerken.

Lassen Sie sich keinesfalls von Finanzsanierern blenden, die schnell und unkompliziert Hilfe versprechen. Auch, wenn das Angebot verlockend klingt und sie auf den ersten Blick seriös wirken.

Espresso, 04.02.2021, 08:13 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Baumgartner  (Beumli)
    Es gibt weiss Gott genügend unengeltliche Möglichkeiten um Beratung zu finden. Es kommt mir vor aus der Ecke der Enkelbetrüger und Konsorten. Da bleibt nur kopfschütteln.....
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Es gibt viele die ohne eigenes Verschulden in Not geraten sind. Ihnen muss geholfen werden und est ist gelinde gesagt eine Schweinerei, wenn sie zusätzlich von Betrügern über den Tisch gezogen werden. Wer jedoch aus blinder Konsumwut einen Schuldenberg angehäuft hat und darnach noch glaubt, dass irgendwelche Helfer seine Schulden wegzaubern, dem ist sowieso so nicht zu helfen.
  • Kommentar von Reto Frischknecht  (refrisch)
    Menschen in Not das Geld aus der Tasche ziehen. Eines der ältesten Geschäftsmodelle, leider immer wieder erfolgreich.