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Harte Zeit für Alleinerziehende
Aus 10 vor 10 vom 27.03.2020.
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Schulen bleiben geschlossen Auf sich allein gestellt – Alleinerziehende in Corona-Zeiten

Gerade für Alleinerziehende stellt die aktuelle Zeit eine Herausforderung dar. Eine Mutter mit drei Kindern erzählt.

Lehrerin, Entertainerin, Hausfrau und Assistentin im Bereich Biologie an der ETH – Tanja Fuentes ist in diesen Tagen alles gleichzeitig. Ihre Tochter ist 7, die zwei Söhne sind 9 und 12 Jahre alt. Alle drei sind nun seit anderthalb Wochen zu Hause, während die Mutter im Homeoffice arbeitet. Kein Fussballverein, kein Gitarrenunterricht, nur Hausaufgaben von der Schule und viel Zeit – da können drei Kinder schon anstrengend werden.

«Man darf nicht alles zu ernst nehmen»

«Es braucht Flexibilität, wenn man das hinkriegen will», erklärt Fuentes. «Man darf nicht alles zu ernst nehmen. Wenn der Chef anruft, während man gerade versucht, den Kindern die Matheaufgabe zu erklären, oder die Kinder gerade dann Hunger haben, wenn ich einen Stapel Rechnungen von der Arbeit bearbeite, dann muss man es nehmen, wie es kommt», erzählt sie.

Die Grosseltern fallen weg. Der Ex-Mann ist selbstständig und hat eigene Sorgen. Da bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich so gut zu organisieren wie möglich. «An dem Montag, an dem die Schulen geschlossen haben, habe ich mich mit meinen Kindern zusammengesetzt und habe ihnen erklärt, dass das jetzt keine Ferien seien und sie jetzt mithelfen müssten.»

Schliesslich wolle sie nicht jeden Tag mit ihnen schimpfen müssen, weil sie zu viel Fernsehen schauen oder Süssigkeiten essen würden, erzählt die Hobby-Surferin mit spanischen Wurzeln aus Richterswil.

Ich habe den Kindern erklärt, dass das jetzt keine Ferien seien und sie jetzt mithelfen müssten.
Autor: Tanja FuentesAlleinerziehende Mutter

Sorgen um ihren Job muss sie sich vorerst nicht machen. Ihr Arbeitgeber hat Verständnis für die Situation. Sie darf sich ihre Aufgaben im Homeoffice grösstenteils selbst einteilen. «Wenn die Kinder beschäftigt sind, versuche ich das zu erledigen, was ich kann. Manchmal geht es aber auch erst am Abend, wenn sie ins Bett gehen» sagt sie.

Viele Anfragen von alleinerziehenden Eltern

Der Schweizer Verband der alleinerziehenden Mütter und Väter beobachtet die Situation mit Sorge. Schon jetzt registrieren die Berater des Verbandes Anfragen und Hilferufe. «Je länger diese Isolation andauert, desto mehr werden Alleinerziehende darunter leiden. Auch Streit und Anspannung werden zunehmen.

Man bekomme Anfragen wie «Mein Ex-Partner nimmt es nicht so genau mit den Hygienemassnahmen. Kann ich ihm/ihr die Kinder überhaupt noch anvertrauen? oder: Gibt es andere Möglichkeiten für mich, die Kinder betreuen zu lassen?», beschreibt Geschäftsführerin und SP-Nationalrätin Yvonne Feri die derzeitige Lage.

Nachbarschaftshilfe wichtiger denn je

Tanja Fuentes und ihre Kinder machen – trotz aller Schwierigkeiten – das Beste aus der Situation. In Zeiten des Corona-Ausbruchs ist Nachbarschaftshilfe wichtiger denn je.

So haben die beiden Söhne Flyer gestaltet, die sie im Ort verteilen und damit ihre Hilfe für Einkäufe anbieten – für alle, die derzeit überhaupt nicht vor die Tür können. Einige Aufträge haben sie auch schon ausgeführt.

10vor10, 27.3.2020, 21:50 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Samuel Nogler  (semi-arid)
    Die erwähnten Menschen hier tun mir leid. Es lässt uns Menschen verstehen, wieso der liebende Gott uns Menschen gesagt hat, wir sollen nicht scheiden, wie muss es Gott weh tun, wenn er sieht, dass seine geliebten Geschöpfe zusätzlich zum Leiden dieses Virus noch mehr leiden, obwohl er sie doch so liebevoll gewarnt hat.
  • Kommentar von Lukas Troxler  (lukastroxler)
    Zu beachten sind auch jene Familien mit Kindern, wo beide im Gesundheitssystem, Polizei, etc. arbeiten.
    Die Last ist sicherlich sehr ungleich verteilt. Die einen haben eine doppel bis dreifach Belastung, für andere ist es jetzt Zeit, runter zu fahren.
    Wie so oft: Dr charrä ziänd immer dia glicha usam Dreck. Also jene, die schon so bereits sich für die Gesellschaft engagieren, sind jetzt noch mehr gefordert.
    Grossen Respekt all jenen. Danke.
  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Sorgen und Nöte haben einige, meist noch jene die sich eigentlich nicht gerade beklagen sollten. Aber eben, es ist halt sehr einfach alles auf den Staat abzuschieben. Nur gewisse Dinge lassen sich eben nicht so einfach abschieben. - Um was geht es da eigentlich wirklich?
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Was ich nicht sehen will, sehe ich nicht. Was ich nicht hören will, höre ich nicht. So ist meine gestrickte Welt.