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Behörden haben Krisenprofiteure im Visier
Aus Echo der Zeit vom 04.04.2020.
abspielen. Laufzeit 03:35 Minuten.
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Schutzmasken & Co. Kampf den Preiserhöhungen für knappe Güter

Dass Anbieter die Preise nicht ungerechtfertigt anheben und profitieren, dafür wollen Preisüberwacher und Weko sorgen.

In der aktuellen Corona-Krise sind einzelne Produkte in der Schweiz knapp, wie etwa Desinfektionsmittel oder Schutzmasken. Immer wieder informieren besorgte Bürgerinnen und Bürger den Preisüberwacher Stefan Meierhans, wenn sie bei ihren Einkäufen vermeintlich ungerechtfertigt hohe Preise entdecken.

Preisüberwacher sucht den Dialog

Direkt intervenieren kann der Preisüberwacher aber nicht. Er kann bloss das Gespräch mit fehlbaren Anbietern suchen. «Wir schreiben die Anbieter an und versuchen zu vermitteln», erklärt Meierhans.

Aber nicht alles ist missbräuchlich. Wenn zum Beispiel eine Apotheke von ihren Kunden verlangt, dass sie im Geschäft eine Schutzmaske tragen müssen – und diese Masken am Laden-Eingang für drei Franken pro Stück verkauft, dann darf sie das.

Meierhans meint: «Gesetzlich verboten ist das wohl nicht, aber ausserordentlich unsympathisch. Und wenn ich einen Tipp geben kann, so würde ich diese Apotheke meiden und eine andere Apotheke aufsuchen.»

Weko behält Absprachen im Auge

Der Kunde hat die Wahl. Der Wettbewerb zwischen den Apotheken spielt. Dafür schaut auch die Wettbewerbskommission Weko. Sie kann intervenieren, wenn Unternehmen ihre Marktmacht missbrauchen oder sich absprechen – um höhere Preise durchzusetzen.

Diese Gefahr ist durchaus vorhanden. Denn viele Unternehmen sehen sich derzeit wegen der Corona-Krise gezwungen, mit anderen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Heikel wird es, wenn solche Absprachen – gewollt oder ungewollt – zu weit gehen.

Patrik Ducrey, Direktor der Wettbewerbskommission, erklärt: «Die Koordination kann beispielsweise sinnvoll sein und ist auch gerechtfertigt, wenn es um eine gerechte Verteilung von kritischen Gütern geht. Dass aber damit gleichzeitig auch noch eine Preiskoordination oder eine Presierhöhung stattfindet, das wäre kartellrechtlich nicht mehr zulässig.»

Lageentspannung dank breiterem Angebot

Klar ist: Weder die Wettbewerbskommission noch der Preisüberwacher können die Ökonomie ausser Kraft setzen. Wird ein Produkt knapp, steigt in der Regel der Preis. Für Preisüberwacher Stefan Meierhans ist deshalb wichtig, dass Versorgungsengpässe möglichst verhindert werden. «Aus meiner Sicht müssen die Hauptanstrengungen jetzt darauf gelegt werden, das Angebot auszudehnen und so die Lage versuchen zu entspannen», so Meierhans.

Bei Desinfektionsmitteln und Schutzmasken zumindest scheint das zu gelingen. Auch weil man nicht mehr vor allem auf Importe setzt, sondern auch hierzulande die Produktion ausgeweitet hat.

Echo der Zeit, SRF 4 News, 18 Uhr;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Man kann auch mit dem ÖV oder dem Velo fahren, Kleider flicken, ausschliesslich Produkte aus der Region anstatt aus der ganzen Welt über Freihandelsabkommen kaufen. Da könnte Mann und Frau noch viel mehr Ressourcen sparen.
  • Kommentar von Beat. Mosimann  (AG)
    Ich habe hier gelesen, dass das Masken selber kreieren, doch gar kein so grosses Ding ist.
    einen BH mit Bändel/ Gummi in allen Farben, den Vorteil diese selbstkreierte MASKE kann gewaschen werden mit Seife 30 Sekunden Einwirkungszeit und ist wieder einsatzbereit.
    Dass hilft knappe Ressourcen zu sparen.
  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Wieso wird jetzt über Wucherpreise gejammert? Weil 2 Rollen Klopapier 8.- kosten, wie vor drei Wochen gesehen, oder 50ml Desinfektionsmittel das vor einem Jahr 1.95 gekostet hat und heute 9.- . Der Markt wird's schon richten und in die Ökonomie des Marktes darf man nicht eingreifen, so heisst es doch seit 30 Jahren von SVP / FDP. Und sie werden fleissig gewählt. Das selbe gilt auch für Gesundheitskosten oder Mieten. Das Volk will die kapitalistische Planwirtschaft. Und bezahlt gerne den Preis.