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Schweizer Wolfsbilanz Graubünden und Wallis dominieren bei der Wolfsjagd

Insgesamt 89 Wölfe haben Jägerinnen und Wildhüter in der Schweiz während der sogenannten Regulierungsphase präventiv geschossen.

Die Zahlen: Insgesamt acht Kantone haben zwischen September und Ende Januar Wölfe geschossen. Wie schon im vergangenen Jahr dominierten Graubünden (35) und Wallis (24) bei der Wolfsjagd. In den beiden Bergkantonen leben auch die meisten Wölfe. Neben diesen beiden Spitzenreitern erlegten auch die Kantone Waadt, Tessin, Glarus, Neuenburg, Schwyz und St. Gallen Tiere. In Bern und Obwalden hatte das Bundesamt für Umwelt zwar Abschussbewilligungen erteilt, geschossen wurden gemäss der neusten Statistik der Stiftung Kora aber keine Tiere. Insgesamt wurden in der Schweiz drei Tiere weniger als im Vorjahr geschossen.

Dritte Regulierungsphase: Es ist das dritte Mal, dass die Kantone sogenannte proaktive Abschüsse ausführen dürfen. Die Rechtsgrundlagen dafür liefert das im Dezember 2022 revidierte Jagdgesetz, das eine dauerhafte Koexistenz von Mensch und Wolf ermöglichen soll. Das Gesetz sieht vor, dass Wölfe präventiv geschossen werden dürfen, sofern sie eine Gefahr für Mensch oder Nutztiere darstellen. Der Bestand der Wolfspopulation darf dabei nicht gefährdet werden. Laut der Stiftung Kora leben derzeit 43 Rudel in der Schweiz – zwei mehr als im vorangegangenen Jahr. Davon lebt die Mehrheit vollständig in der Schweiz, elf nutzen jedoch auch Gebiete im benachbarten Ausland.

Wolf geht über Baumstamm in Laubwald.
Legende: GarysFRP

Erleichterung für Behörden: Nach Einschätzung von Adrian Arquint, Co-Leiter des Amts für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden, habe die Regulierung dazu geführt, dass sich die Wölfe scheuer verhalten. Dies erleichtere die Arbeit der kantonalen Behörden.

Viele Vorfälle – trotz Investitionen: Im Kanton Waadt waren im vergangenen Jahr sechs Mitarbeitende sowie rund zwanzig Hilfs-Wildhüter im Rahmen der Wolfsregulierung beschäftigt. Dies sei teilweise zulasten anderer wichtiger Aufgaben geschehen, kommuniziert der Kanton in einer Mitteilung. Trotz erheblicher Investitionen verzeichne Waadt weiterhin eine hohe Zahl an Vorfällen mit Wölfen. Deshalb möchte der Kanton die Auswirkungen der Wolfsregulation objektiv beurteilen lassen.

Weniger hohe Entschädigung: Der Kanton Wallis teilte indes mit, dass für das Wolfsmanagement im vergangenen Jahr über 13'000 Stunden aufgeboten wurden. Dabei habe sich der Betrag an Entschädigungen, die infolge von Nutztierrissen gesprochen wurden, auf 170'000 Franken belaufen (57'000 Franken weniger als 2024).

Stimmen aus dem Naturschutz: Naturschutzorganisationen fordern, dass die Wirkung der proaktiven Abschüsse genau untersucht und ihr Einsatz verbessert werden soll. In einer gemeinsamen Mitteilung betonen sie, dass der Herdenschutz der Schlüssel für eine möglichst konfliktfreie Koexistenz mit dem Wolf sei.

SRF 4 News, 3.2.2026, 12:30 Uhr ; 

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