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Impfstoffvorräte sind knapp
Aus Tagesschau vom 17.07.2020.
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Schwierige Beschaffung Grippe-Impfung – zusätzliche Impfdosen fehlen noch

Wegen Covid-19 wollen die Behörden möglichst weite Kreise gegen die Grippe impfen. Dies bleibt vorläufig ein Wunsch.

Im Herbst und Winter sind Spitäler und Arztpraxen tendenziell voller als in anderen Jahreszeiten. Grund ist die Grippe. In diesem Jahr kommt das Virus Covid-19 dazu. Die Lage bei den medizinischen Leistungserbringern wird sich in den kälteren Monaten zwangsläufig zuspitzen.

Um Engpässe zu verhindern, raten die Behörden, sich gegen den Grippevirus impfen zu lassen. Dies, damit möglichst wenig Kranke sich abklären lassen müssen. Schon in anderen Jahren haben sich rund eine Million Personen in der Schweiz gegen das Influenza-Virus impfen lassen. Dieses Jahr dürften sich noch mehr Menschen dafür interessieren, sagt die Berner Kantonsärztin, Linda Nartey.

«Viele wollen Ausfälle vermeiden»

«Die Menschen wollen sich impfen lassen, wegen der Erfahrungen mit Covid-19. Es sind zwei Krankheiten gleichzeitig in der Bevölkerung unterwegs. Viele wollen Ausfälle vermeiden und sich schützen.» Zudem empfiehlt die Kantonsärztin, dass ganz besonders die Risikogruppen sich mit einer Grippe-Impfung impfen lassen sollen. Also Personen über 65 Jahre, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen und Personen regelmässig Kontakt zu Risikogruppen haben.

«Es ist wichtig, dass genügend Impfstoff vorhanden ist, um die Risikopersonen impfen zu können und auch die Personen, die mit diesen zu tun haben. Dafür muss man jetzt Impfstoff beschaffen, so viel möglich», so die Kantonsärztin.

Keine Zahlen zu zusätzlichen Dosen

So viel wie möglich beschaffen – das Bundesamt für Gesundheit (BAG) versucht im Moment, Impfdosen bei den Herstellern zu kaufen. Allerdings mit mässigem Erfolg. Zahlen möchte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung BAG an der Pressekonferenz nicht bekannt geben. Nur so viel: «Es ist schwierig. Es ist schwierig zusätzliche Dosen in die Schweiz zu bringen.»

Auch das BAG ist sich bewusst: Im Winter, wenn es zu einer weiteren allfälligen Covid-Welle kommt, möchte man «die Vermischung zwischen Influenza und Covid-19 möglichst nicht haben», so Mathys.

Alle Länder wollen mehr

Bereits gesichert sind jene 1.2 Millionen Impf-Dosen, welche die Schweiz normalerweise in anderen Jahren zum Impfen braucht. In den meisten Kantonen sind es die medizinischen Leistungserbringer, die diese Dosen beschaffen. Das Problem liegt bei den zusätzlichen Dosen, die die Schweiz beschaffen muss.

Auf dem internationalen Markt scheint diese Beschaffung schwierig, die die Produktionsleistung der Nachfrage hinterherhinkt. «Wir sind nicht das einzige Land, das die Strategie hat, möglichst viele Influenza-Impfungen zu machen», sagt Mathys.

Vorläufig keine neue Impfstrategie

Auch fordern die Kantone, man möge beim BAG sagen, wer genau und in welcher Reihenfolge geimpft werden solle. «Wir möchten wissen, wie die Impfstrategie genau ist», sagt Nartey.

Doch so lange das BAG nicht mehr Grippe-Impfdosen beschaffen kann, kann das Bundesamt kaum eine andere Strategie vorgeben als in anderen Jahren. Denn klar ist, jeden Preis wird die Schweiz für weitere Dosen nicht zahlen wollen.

Tagesschau, 17.07.2020, 19:30 Uhr

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Bei der rechten Stimmung kommt eine Impfpflichtige, das kann ganz schnell gehen bei Angst. Um die Ausbreitung übertragbarer Krankheiten zu verhindern, sehe das Infektionsschutz­gesetz eine Einschränkung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit (Artikel 2, Abs. 2, Satz 1) vor. Bei der kontroversen Einführung der verpflichtenden Masernimpfung für Kinder sei dies zum Tragen gekommen, so Tonti. Eilanträge gegen das Masernschutz­ge­setz hatte das Bundesverfassungsgericht abgelehnt (Deutschland)
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  • Kommentar von Paul Soltermann  (ps)
    Viele, welche hier als "Impfgegner" schubladisiert werden aussern sich weniger gegen das Impfen an sich (hoechstens gegen ein Obligatorium), sondern mehr fuer die Staerkung des Immunsystems (IS). Nebst dem koerpereigenen IS gibt es naemlich auch ein SOZIALES IS, welches die Massnahmen Haendewaschen, Distanz einhalten, Masken tragen, in Ellenbogen Niessen , bei Symthomen zuhause bleiben etc umfasst.
    Es muss auch klar sein, dass dies bis Dato die einzigen moeglichen Massnahmen sind.
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    1. Antwort von Paul Soltermann  (ps)
      Eine, zugegeben, etwas makabere pers. Betrachtung:
      Der Sensemann wird ohnenin zu jedem kommen, wenn auch nicht unbedingt im Corona-Kleid. Es ist doch gut, wenn unsere Kinder stark sind und unseren (begrenzten) Platz auf der Erde einnehmen koennen.
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  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Das normale Kontingent, welches jährlich gebraucht wird, soll am Lager sein. Aber es wird seit Wochen schon angenommen, dass mehr gebraucht wird. Die Gefahr ist höher an Grippe und Corona zu erkranken. Und das erzählt man uns auch schon seit Wochen. Aber bestellt wurde nicht , und jetzt wird es schwer, da ausserdem die Preise auch in die Höhe gehen. Hoffentlich sind wenigstens die Lager mit anderen Medizinalbedarf gefüllt.
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