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Autos von Rasern werden selten eingezogen
Aus HeuteMorgen vom 22.02.2021.
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Seltene Beschlagnahmungen Das Anti-Raser-Gesetz läuft häufig ins Leere

Wer rast, verliert laut dem seit acht Jahren geltenden Strassenverkehrsrecht sein Auto. Doch so einfach ist es nicht.

Zwar wurden die Strassen wegen Corona weniger befahren; trotzdem haben Polizeikorps im vergangenen Jahr eine Zunahme von Raserdelikten festgestellt. Die Justiz könnte seit acht Jahren hart durchgreifen und den Fehlbaren ihre Autos wegnehmen. Doch die Anwendung des verschärften Strassenverkehrsgesetzes kommt in der Praxis nur selten vor.

Nur in jedem zehnten Fall

So wurden laut Fiona Strebel von der Aargauer Staatsanwaltschaft in den letzten drei Jahren im Kanton Aargau rund 120 Verfahren im Zusammenhang mit Raserdelikten eröffnet. «In der gleichen Zeit wurden in insgesamt zwölf Fällen Fahrzeuge verwertet oder vernichtet», erklärt Strebel.

Das heisst: Nur in jedem zehnten Fall wird das Auto entweder verschrottet oder weiterverkauft. Und bei einem Verkauf erhält häufig der Raser das Geld zumindest teilweise.

«In der Regel ist es so, dass vom Verwertungserlös die Busse und die Verwertungs- und Verfahrenskosten abgezogen werden und dann dem Beschuldigten ein allfälliger Restbetrag ausbezahlt wird», so Strebel weiter.

Mit dem Mietauto auf Raser-Fahrt

In den meisten Fällen entzieht die Justiz das Auto dem Raser aber nicht. Für den Baselländer Polizei-Rechtsexperten Markus Mohler ist dies ein Zeichen dafür, dass die Gerichte heute nicht mehr so streng urteilen würden wie noch vor acht Jahren. «Von den ursprünglich drastischen Massnahmen und Strafen ist man wieder abgekommen. Man hat gefunden, es sei zu streng.»

Mohler glaubt, dass auch die Autofahrer dazugelernt haben und dass Raser solche Fahrten häufig nicht mit dem eigenen Fahrzeug unternehmen. «Sie wissen, dass sie Gefahr laufen, dass das Fahrzeug eingezogen und verwertet wird», sagt der Experte. Deshalb würden sie dafür ein Auto mieten.

Gemietete oder auch geleaste Fahrzeuge können nicht so einfach eingezogen werden. Hier stösst die Justiz an ihre Grenzen. Und so laufen die schärferen Gesetze, um Raser abzuschrecken, häufig ins Leere.

SRF 4 News, Heute Morgen, 22.02.2012, 06:00 Uhr

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76 Kommentare

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  • Kommentar von Sven Neuenschwander  (N.S)
    Bestrafung ja aber absolut unverhältnismässige Strafe.

    Absolutes minimun:
    12Monate freiheitsstraffe
    Vollzug wird aufgeschoben mit einer Probezeit von 24Monate.

    2Jahre Ausweissentzug

    Kosten; weit über 10000fr.
    -Gerichtskosten
    -Anwaltskosten
    -Strassenverkehrsamt kosten (Bearbeitungsgebüren)
    -neue praktische Führerprüfung (nur praktische prüfung)
    -Verkehrspsychologisches Gutachten (negativ= 10 Std. beim Psychologen + erneutes Vekehrspsy. Gutachten
    -Ausschluss aus der Armee......
  • Kommentar von David Steiner  (MLE)
    Ich habe nie verstanden, wieso man einen unfallfreien Schnellfahrer härter bestrafen soll, als z.B. einen Messerstecher. Wenn Leuenbergers drakonisches Raser-Gesetz nun mit Augenmass durchgesetzt wird, ist das zu begrüssen.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Sollte egal sein, ob Testosteron-resp. Machogefährt eigenes oder ein anderes ist. Konsequenz daraus immer eigenes beschlagnahmen/verschrotten. Geleastes zurück geben, kein neues mehr. Ich empfehle Rasern ihre Aggressionen anders abzubauen. Wer gerne schnell fährt, soll sich auf dem Nürburgring austoben. Der Grossteil der Bleifüsser überschätzt seine Fahrkünste eh, täglich auf den Strassen zu sehen. Jemanden durch zu schnelles Fahren/Alkohol am Steuer umzubringen/schwer zu verletzen, vermeidbar.
    1. Antwort von Sam Meier  (tsam39947)
      Das hat nicht unbedingt etwas mit dem Abbau von Aggressionen zu tun. Geschwindigkeit kann Spass machen, das sieht man auch bei anderen Aktivitäten. Allerdings kann es auch gefährlich sein.
    2. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Warum verweise ich wohl auf den Nürburgring? Die wenigsten sind fähig bei hohen Geschwindigkeiten akkurat zu reagieren. Selbstüberschätzung enorm, Risikobewusstsein verschwindend klein. In solchen Händen sind Autos Waffen. Sich selber durch Raserei umbringen, ist das eine. Doch zu oft sind Unbeteiligte Opfer dieses Wahnsinns. Sie sind tot, oder fürs Leben gezeichnet. Täter können ihres nach einer gewissen Zeit wieder normal weiterleben. Ob sie auch bis ans Lebensende unter ihrer Tat leiden?