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Session Fanzug-Pflicht ist vom Tisch

Wahre Fussballfans und potenzielle Krawallmacher müssen weiterhin nicht in Extrazügen zum Match reisen. Der Nationalrat hat die umstrittene Massnahme letztinstanzlich verworfen. Verkehrsministerin Leuthard plädierte nochmals vergeblich für «Law and Order». Sie soll nun nach neuen Lösungen suchen.

Schlachtenbummler im Zug.
Legende: Suche nach dem richtigen Rezept gegen Randale auf der Fahrt zum Match geht weiter. Keystone

Die SBB muss auch künftig alle Fussballfans in den regulären Zügen transportieren. Der Nationalrat hat sich am Donnerstag abschliessend mit 119 gegen 50 Stimmen bei elf Enthaltungen gegen eine Einschränkung der Transportpflicht ausgesprochen.

Legende: Video Bundesrätin Leuthard verteidigt die Fanzug-Vorlage abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.09.2014.

Somit werden Fussballklubs vorläufig auch künftig keine Extrazüge für ihre Fans chartern müssen. Und sie werden auch nicht bei den jährlichen Millionenschäden durch randalierende Fans in die Verantwortung gezogen, falls sie ungenügend vorgesorgt haben.

Leuthard: Zeichen für «Law and Order»

Verkehrsministerin Doris Leuthard betonte nochmals, dass es weiterhin regelmässig zur Übergriffen und Vandalismus durch Fussballfans komme. Alle Gespräche mit den verantwortlichen Organisationen hätten nichts gebracht. Auch wenn das Gesetz nicht perfekt sei, so sei es doch Aufgabe des Staates, Farbe zu bekennen gegen die Missstände.

Dem Appell folgte die grosse Kammer nicht. Mit der erneuten Rückweisung gab sie Leuthard den Auftrag, erneut mit Kantonen, Städten, Verkehrsbetrieben und Sportklubs nach einer Lösung zu suchen.

Zweifel an Umsetzbarkeit überwiegen

Der bundesrätzliche Gesetzvorschlag, entstanden nach einem jahrelangen und erfolglos verlaufenen runden Tisch mit Fussballklubs und SBB, stand in der grossen Kammer von Anfang an unter einem schlechten Stern. Zu gross waren die Zweifel, dass eine solche Fanzug-Pflicht überhaupt durchsetzbar ist –also Fans in die vorgesehenen Züge dirigiert werden können.

Der Nationalrat hatte die Vorlage im letzten Frühling an den Bundesrat zurückgewiesen. Während der Ständerat im Sommer an der Vorlage festhielt, blieb die nationalrätliche Kommission bei ihrem Widerstand.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Ein Nationalrat zum vergessen.
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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Ich hätte eine gute Verwendung für all die Randalierer. Man könnte sie in den Irak und nach Syrien schicken um dort gegen die IS zu randalieren. Da hätten diese "Grosskinder" sicherlich genügend Radau. Ich verstehe nicht, warum man die Leute nicht einfach der Bevölkerung vorstellt, mit Namen und Arbeitgeber, und wenn es dann immer noch welche gibt, gibt man sie nach Russland in Arbeitslager ab. So, dann haben wir bestimmt wieder friedliche Sportanlässe welche man ernst nehmen kann.
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  • Kommentar von Peter Frei, Luzern
    Es zeigt sich einmal mehr, dass gar kein glaubhaftes Interesse besteht, Lösungen zu etablieren. Daher muss es nun in einem nächsten Schritt darum gehen, die Allgemeinheit von der Schadenübernahme zu befreien. Dies gelingt nur, wenn die Clubs auch ausserhalb des Stadions zur Solidarhaftung gezwungen werden. Im Fall von FCL vs. FCZ würde das heissen, dass beide Clubs zu gleichen Teilen den Schaden tragen.
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