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Session Nationalrat will an Sexualaufklärung in der Schule festhalten

Sollen Kinder und Jugendliche in der Schule aufgeklärt werden? Der Nationalrat debattierte heute über die Volksinitiative zum «Schutz vor Sexualisierung im Kindergarten und der Volksschule». Er hat eine klare Antwort gegeben: Kinder brauchen Aufklärung. Das gefällt nicht allen.

Legende: Video Kaum Support für Initiative gegen Sexualkundeunterricht abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.03.2015.

Am Anfang dieser Initiative stand ein umstrittener Koffer: Unterrichtsmaterial für den Sexualkundeunterricht an Basler Schulen. Einige Utensilien darin – Geschlechtsteile aus Plüsch und Holz – lösten einen Proteststurm aus und mündeten in einer Volksinitiative: Sexualkundeunterricht an der Schule soll nur freiwillig und überhaupt erst ab dem neunten Altersjahr erlaubt sein.

Ausnahmen erlaubt

Richtig, findet SVP-Nationalrat Felix Müri: «Die Beeinflussung des Sexualverhaltens der Kinder und fragwürdige Sexualerziehung müssen unbedingt verhindert werden.»

Zwei Ausnahmen macht die Initiative: Damit Kinder vor Missbrauch besser geschützt sind, soll ab dem Kindergarten präventiver Unterricht erteilt werden können. Und im Fach Biologie dürfte ab dem vollendeten zwölften Altersjahr über Fortpflanzung gesprochen werden. Alle anderen sexualkundlichen Inhalte wären im Pflichtunterricht verboten.

«Märchen vom Storch ist unverantwortlich»

Die Sozialdemokratin Martina Munz findet das unverantwortlich. «Es wäre höchst fahrlässig, die Schulen zu verpflichten, dieses Märchen vom Storch als Aufklärungslektion im Lehrplan zu verankern.»

Das ist wie wenn Sie über Landwirtschaftssubventionen sprechen müssten, ohne Wörter wie Kuh oder Milch zu gebrauchen.
Autor: Chantal GalladéSP-Nationalrätin

Tabus und Prüderie seien kein Schutz vor Übergriffen. Den bösen «schwarzen» Mann gebe es zwar. Aber die meisten sexuellen Übergriffe ereigneten sich innerhalb der Familie oder des Bekanntenkreises. Deswegen dürfe Aufklärung nicht nur Sache der Familie sein. Unaufgeklärte Kinder seien Pädophilen ausgeliefert. Und Prävention ohne Sexualkundeunterricht kann sich Parteikollegin Chantal Galladé nicht vorstellen. «Das ist wie wenn Sie über Landwirtschaftssubventionen sprechen müssten, ohne Wörter wie Kuh oder Milch zu gebrauchen.»

Zu viele Kinder haben schon einen psychischen Schaden, weil sie überfordert worden sind.
Autor: Verena HerzogSVP-Nationalrätin

Anders sieht es Verena Herzog von der SVP. Aufklärung müsse kinds- und altersgerecht in der Familie geschehen. «Zu viele Kinder haben schon einen psychischen Schaden erleiden müssen, weil sie mit Themen aus der Sexualität, die nicht ihrem Alter entsprechen, überfordert worden sind.»

Mit dieser Haltung bleibt die SVP aber allein. Für die Mehrheit im Nationalrat ist klar: Sexualkundeunterricht braucht es zum Schutz vor Übergriffen, vor Jugendschwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten. Das können die Schulen sensibel und altersgerecht vermitteln – und die Privatsphäre der Familie respektieren.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von k.müller, glarus
    Diese absurde Idee spricht uns als Eltern die Fähigkeit ab, unsere Kinder ihrem Niveau entsprechend aufzuklären und hat das Gefühl, eine Kndergärtnerin könne dies in einer Gruppe individuell gestallten ohne sich und einzelne Kids zu überfordern oder Grenzen zu überschreiten! Ich empfinde dies als eine Beleidigung für alle Eltern! Wenn ich Umsetzungsideen betrachte, stellt es mir die Haare zu Berge!
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    1. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      Sie persönlich mögen diese Aufgabe mit Bravour und viel Fachwissen meistern können. Leider müssen wir auch diejenigen Eltern mitberücksichtigen, welche nicht mit der Aufgabe überfordert sind - ich fürchte das sind nicht wenige - auch diese Kinder sollen Aufklärung erhalten, da es doch ein wichtiger Teil im Leben darstellt. Es ist wie mit den Autofahrern - die Regeln sind auf die 20% schlechtesten Fahrer ausgelegt...
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  • Kommentar von Rolf Künzi, winterthur
    Die meisten scheinen hier Äpfel mit Birnen zu verwechseln. Es geht nicht um Prüderie. Es geht A. Um das Autoritätsrecht Eltern vs. Schulen. B. Alrtsgerechte Aufklärung und C. Zu übertriebene Ängste vor Pädophilen. Es geht also um Verhältnismäßigkeit.
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  • Kommentar von Walter Schmid, Schweiz
    Da unserer Nationalrat das Sexköfferli an Schulen will, frage ich mich, können wir solchen Menschen noch vertrauen. Ich schon lange nicht mehr. Aufklärung ist Sache der Eltern und falls doch in der Schule, dann erst ab dem neunten Altersjahr wie von den Initianten gefordert. Das Volk soll an der Urne entscheiden.
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