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So reagieren Altersheime
Aus 10vor10 vom 03.03.2020.
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Sorge um ältere Personen Das Coronavirus stellt Altersheime vor schwierige Entscheide

In einem Heim in Bern haben Besucher keinen Zutritt mehr, in Basel werden die Restaurants der Heime geschlossen.

Klara Pfister ist 88-jährig und Bewohnerin im Regionalen Altersheim Unteres Aaretal in Döttingen. Sie gehört zur Hochrisikogruppe, Sorgen macht sie sich aber keine: «Ich habe keine Angst. Man muss halt schauen, was man berührt und keine Hände mehr schütteln.»

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Klara Pfister: «Angst habe ich keine»
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Ihre 95-jährige Altersheimkollegin Emmy Schifferle hat vor dem Coronavirus jedoch Angst: «Diese Krankheit ist für mich unfassbar, mysteriös auch, deshalb löst sie eine Unsicherheit aus», sagt sie gegenüber SRF.

«Die Besucher sind wichtig für die Bewohnerinnen»

Eine Besuchereinschränkung ist momentan kein Thema. «Wir haben aber bereits jetzt viele Anfragen von Angehörigen, ob sie kommen dürfen oder nicht. Das zeigt eine grosse Eigenverantwortung und Sensibilisierung», erklärt Heimleiter Steven Weill. «Der Besuch von Angehörigen ist sehr wichtig für die Bewohnerinnen, deshalb würden wir hier erst in einem Notfall Einschränkungen einführen.»

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Steven Weill: «Der Besuch von Angehörigen ist sehr wichtig für die Bewohnerinnen und Bewohner»
Aus News-Clip vom 03.03.2020.
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Anders in Bern: Berns grösste Altersheimgruppe Domicil mit 23 Institutionen gewährt seit heute externen Besucherinnen und Besuchern keinen Zutritt mehr. «Wir tragen die Verantwortung für unsere 1600 Bewohnerinnen und Bewohner. Sie gehören alle zur Hochrisikogruppe. Diese Verantwortung nehmen wir ernst, erst recht seit das Bundesamt für Gesundheit die Verhaltensregeln gestern verschärft hat», erklärt Esther Flückiger, stellvertretende Chefin der Domicilgruppe.

Die neuen Regeln, wonach externe Besucher keinen Zutritt mehr haben, kommen unterschiedlich an: «Bei vielen Angehörigen ist das Feedback positiv und das Verständnis gross, in anderen Fällen wird die Massnahme kritisiert», erklärt Flückiger. Ausnahmen gibt es aber: In schwierigen Situationen oder wenn eine Bewohnerin im Sterben liegt, wird der Besuch von Angehörigen nach Rücksprache ermöglicht.

Eingangskontrollen in Basel

Im Pflegeheim St. Johann in Basel werden seit Samstag Eingangskontrollen durchgeführt. Besucherinnen und Besucher haben nicht mehr freien Zutritt, sondern müssen klingeln, bevor sie eintreten können. «Danach werden die Besucher befragt, ob sie Fieber oder andere Symptome haben. Und wir zeigen Ihnen, wie sie die Hände richtig desinfizieren müssen, danach können sie den Besuch fortführen» erklärt Heimleiter Urs Mayer gegenüber SRF.

«Es geht um den Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner. Deshalb haben wir auch unser Restaurant, das öffentlich ist, geschlossen, denn da lag die grösste Gefahr mit vielen externen Besucherinnen und Besuchern, die nicht kontrolliert werden können und etwas einschleppen.»

Koscheres Restaurant geschlossen

Im jüdisch-christlichen Alterszentrum Holbeinhof in Basel entschied der Stiftungsrat und die Geschäftsleitung am vergangenen Freitag, das koschere Restaurant, das der Öffentlichkeit zugänglich ist, zu schliessen. «Das Restaurant sowie das Take-Away zu schliessen schmerzt, schliesslich ist es das einzige koschere Restaurant in der weiteren Umgebung», so Geschäftsführerin Heike Bittel.

Die Bewohnerinnen und Bewohner essen weiterhin in ihrem Speisesaal. Aber auch öffentliche Veranstaltungen im Holbeinhof sind bis auf Weiteres abgesagt und die Synagoge im Haus ist geschlossen.

10vor10, 3.3.2020, 21:50 Uhr; hosb

NEWSQuelle: bag.admin, 26.02.2020So können Sie sich schützenWaschen Sie sich regelmässig die Hände mitWasser und Seife oder nutzen Sie ein Hand-Desinfektionsmittel.Niesen oder husten Sie in ein Taschentuchund entsorgen Sie es. Wenn Sie kein Taschen-tuch haben, niesen oder husten Sie in Ihre Armbeuge.Vermeiden Sie Kontakt zu Personen mitAtembeschwerden oder Husten.Bleiben Sie bei Symptomen wie Atem- beschwerden, Husten oder Fieber zuhause.Kontaktieren Sie umgehend –zuerst telefonisch – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung.Einfache Hygienemasken in der Öffentlichkeit schützen Gesunde nicht zuverlässig vorAnsteckung. Sie mindern eventuell das Infektionsrisiko, weil man seltener mit den Händen das Gesicht berührt. Bei bereits Erkrankten können Hygienemasken die Weiterverbreitung der Viren aber deutlich reduzieren.
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7 Kommentare

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  • Kommentar von Eric Cerf  (Alpenjonny)
    Nehme es fatalistisch, frei nach dem Motto: wenn der Teufel mich "ums veregge" holen will, dann macht er das auch! Als Gefährdeter der 50+plus Gruppe ist mir das völlig bewusst. Lebe heute und stirb morgen oder übermorgen, meinte mal ein kluger Mensch. Die ganze Corona-Laberei in den Medien hängt mir total zum Halse hinaus. Kann das Geschwurbel darüber nicht mehr hören. Andere Themen interessieren mich viel mehr, wie etwa die Flüchtlingskrise im Syrischen Bürgerkrieg finde ich viel wichtiger.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Einen Aspekt möchte ich hier einbringen, ein Tabu vielleicht. Aber wohl nur für alle diejenigen, die den alten Menschen nicht Nahe sind. Lebensattheit, Lebensfülle. Ich bin mir sicher aufmerksame MitarbeiterInnen, ÄrztInnen wissen darum. Diesen Menschen, die lebensvoll sind, diese Begnadeten, die jeden Tag als Geschenk nehmen können, denen ist der Tod nicht Feind, sondern Freund. Exit ist derweilen gesellschaftsfähig, Krankheiten und Infekte als natürliches Exit ... da tun wir uns schwer ....
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  • Kommentar von Dieter Zanz  (BottomFragger)
    Mir scheint, dass hier um Details diskutiert und die Grundsatzfrage ignoriert wird:
    Entweder lassen wir den Virus weiter ausbreiten, sind auf persönlicher Ebene hygienisch und hoffen, dass nicht zu viel menschlicher Schaden entsteht, während der Alltag nicht leidet.
    Alternativ riegeln wir alles ab wie China, leiden über 1-2 Monate massiv, doch das Problem wird komplett überwunden werden.
    Man kann über China sagen, was man will, sie werden das Problem wohl als erstes Land in den Griff kriegen.
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    1. Antwort von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
      Hr. Zanz, ich kann Ihrem Beitrag nur Zustimmen. Schweizer Wischi-Waschi! Hier darf man Etwas, dort darf man das Gleiche nicht. Das verbreitet Unsicherheit. Um eine Epidemie / Pandemie zu verhindern, braucht es rigorose Massnahmen - und ich befürchte, dass wir diese Massnahmen verpasst haben und allem hinterherhinken.
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Herr Zanz, Viren gehören wie wir zur Natur. Diese zu überwinden heisst, genau genommen und in letzter Logik den Wirt Menschen zu überwinden.
      Im Gegensatz zu anderen Konzepten arbeitet Natur mit einem uns fast schon fremd anmutenden Begriff, dem des Zusammenwirkens. Ich bin sogar der Meinung, dass ältere Semester, dieses noch intus haben, da sie doch rechte Notzeiten miterlebt haben. Auf alle Fälle zwingt uns dieserer Virus über andere Modelle des Miteinanders nachzudenken.
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