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«Gewisse Kunden werden auf der Strecke bleiben»
Aus Tagesschau vom 25.08.2020.
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Sparprogramm Die CS schliesst jede vierte Filiale – das überrascht kaum

Die Geldüberweisung, das Eröffnen eines Kontos oder das Einrichten eines Dauerauftrages – für all das bemühen sich immer weniger Leute in eine Bankfiliale. Das meiste lässt sich längst digital abwickeln, bequem zu Hause am PC oder sogar unterwegs via App auf dem Smartphone.

Das hinterlässt Spuren bei der Credit Suisse (CS). So habe bei ihr das Online-Banking in den letzten zwei Jahren um rund 40 Prozent zugelegt, das Mobile Banking habe sich gar verdoppelt, heisst es in einer Medienmitteilung der Bank. Derweil geht die Frequenz in den Bankfilialen weiter zurück. Die Coronakrise hat diesen Wandel zusätzlich beschleunigt.

Digital statt stationär

Dieser Wandel betrifft nicht nur die zweitgrösste Schweizer Bank, sondern die ganze Branche. Entsprechend haben bereits andere Geldhäuser einen ähnlichen Weg eingeschlagen wie die CS.

Dass die Credit Suisse künftig mit weniger Filialen auskommen wird, hatte Bankchef Thomas Gottstein bereits früher verlauten lassen. Jetzt ist klar: Die CS will ihr Netz von derzeit 146 auf 109 Filialen eindampfen. Für das Personal bedeutet das: Bis zu 500 Stellen könnten laut CS im Zusammenhang mit den Filialschliessungen wegfallen. Weil die Bank gleichzeitig aber in ihre digitalen Kanäle investiert, könnten dort neue Stellen entstehen. Wie viele der betroffenen Angestellten aber letztlich einen neuen Posten innerhalb der Bank finden werden, ist offen.

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Aus dem Archiv: CS-Chef Gottstein will Kosten senken
Aus 10 vor 10 vom 30.07.2020.
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Aargau wird aufgemischt

Der Abbau beim Filialnetz wird zumindest teilweise auch zu einer Aargauer Geschichte: Die CS hat entschieden, sich die 100-prozentige Tochter NAB (Neue Aargauer Bank) einzuverleiben. Der Name NAB verschwindet. Das mag eingefleischte Aargauerinnen und Aargauer betrüben: So ist auch offen, ob die Kundschaft den Wechsel zur CS mitmacht oder nicht. «»

Dennoch leuchtet der Schritt ein: Wenn in der Schweiz schon gespart werden soll, dann soll auch kein Platz mehr für die bisherigen Doppelspurigkeiten zwischen NAB und CS sein – etwa beim Branding, bei der Führungsstruktur oder den Produkten und Dienstleistungen.

Auf die Belegschaft der CS in der Schweiz kommen turbulente Zeiten zu: Die Filialschliessungen sollen bereits Ende Jahr abgeschlossen sein. Der Umbau der Bank ist sicherlich für viele schmerzhaft, aber er ist nachvollziehbar.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

Tagesschau vom 25.08.2020, 12:45 Uhr

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Ist das so schlimm? Wir brauchen in der Schweiz mehr Handwerker, Gesundheitspersonal und Ingenieure und weniger Bürohocker!
    1. Antwort von Peter Singer  (P.S.)
      Da haben Sie was verwechselt. Die Leute, die in der Bankfiliale arbeiten und jetzt entlassen werden, sind keine Bürohocker. Sie stehen am Schalter. Die Leute, die jetzt neu eingestellt werden, um das E-Banking auszubauen, sind Bürohocker. Sie sehen, manchmal sind es die Bürohocker, dei Wert generieren.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Dass Stellen gestrichen werden - ich sage ja nicht müssen!!! - liegt u.a. auch daran, dass das E-Banking immer verbreiteter wird. Klar ist es eine gewisse Realität. Ich finde es aber verwerflich, dass die Chefetage ihren "Untergebenen" am Schalter anordnet, das E-Banking immer wieder den Kunden anzuempfehlen. Damit werden sie gezwungen, ihre Arbeitsstelle langfristig selber abzuschaffen. Und: Der persönliche Kontakt am Schalter finde ich wichtig, um auch zu fragen, wie es geht. Contra anonymus!
  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Warum schreiben die Journalisten (wie immer) Kosten senken, das ist falsch, Gottstein will den Gewinn erhöhen, wer Miliarden Gewinne macht und Milliarden Boni auszahlt sollte nicht auf Kosten der normalen Mitarbeiter Anpasdungen machen und Leute entlassen. Habe diese artigsntrn Banker, geht ihnen nur um Boni,Gewinn und Dividenden. Shame on you.
    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Doch, es ist schon Kosten senken. Personalkosten nämlich. Der Effekt ist natürlich, wie Sie beschrieben haben, aber im Endeffekt durch Kostenreduktion. Stimmt schon.