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Amtsenthebungsverfahren gegen Michael Lauber
Aus Tagesschau vom 28.04.2020.
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SRF-User zum Fall Lauber «Die Schweiz ist doch keine Bananenrepublik»

Nun wird es eng für Bundesanwalt Michael Lauber: Bei der zuständigen Gerichtskommission wurde am Dienstag der Antrag gestellt, gegen Lauber ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten. Dies, nachdem weiteres belastendes Material gegen ihn aufgetaucht war.

Der «Fall Lauber»

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2015 eröffnete Bundesanwalt Michael Lauber ein Verfahren gegen vier Mitglieder des Organisationskomitees der Fussball-WM 2006 in Deutschland. Die Verfahren sollten klären, ob es sich bei umstrittenen Zahlungen an den damaligen Vizepräsidenten der Fifa in Katar um einen Stimmenkauf für die WM-Vergabe an Deutschland gehandelt hatte. Später kamen weitere Fussball-Verfahren, insgesamt fast zwei Dutzend, hinzu. Unter anderem ging es um TV-Rechte-Deals, die der spätere Fifa-Präsident Gianni Infantino als Uefa-Chefjurist unterzeichnet hatte.

Das Bundesstrafgericht kritisierte im Juni 2019 die Amtsführung Laubers im Fussball-Verfahrenskomplex. Vor allem rügte das Gericht informelle und nicht protokollierte Treffen Laubers mit Fifa-Präsident Infantino. Schon im Mai 2019 hatte die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) im Zusammenhang mit den kritisierten Treffen eine Disziplinaruntersuchung gegen Lauber eröffnet.

Der betreffende Artikel wurde auf der Website von SRF rege gelesen und vor allem kommentiert. Das Credo der Kommentierenden ist klar: Lauber muss/soll zurücktreten. Der Schaden, den die Affäre für die Bundesanwaltschaft angerichtet hätte, sei immens, meinen die User.

Wir sind doch keine Bananenrepublik.
Autor: Ernesto Asher MengSRF-User

Rund um die Vorfälle um Lauber mache die Schweiz gegen aussen einen äusserst unvorteilhaften Eindruck, finden viele User: «Die Bundesversammlung hätte es nach den Vorwürfen in der Hand gehabt, dieses traurige Kapitel Lauber zu beenden», meint Ernesto Asher Meng. Nun würden sich Fifa und Konsorten ins Fäustchen lachen und teilweise bereits die Bundesanwaltschaft verhöhnen. «Wir sind doch keine Bananenrepublik».

Auch Userin Marty Keller findet, dass die Schweiz in diesem Fall einer Bananenrepublik gleiche. «Unhaltbare Zustände haben wir in unserem Schweizer Rechtssystem», sagt Matthias Jundt. Lauber gefährde durch sein Handeln dem Ansehen der Schweiz, meint Jonny Berger: «Sein Ruf ist im Eimer und mit jedem weiteren Tag im Amt beschädigt er auch noch das Ansehen der Schweizer Justiz im In- und Ausland.»

Wieso haben sie ihn überhaupt wiedergewählt?!
Autor: Claudio SchwallerSRF-User

Bundesanwalt Lauber wurde letztes Jahr vom Parlament wiedergewählt. Etwas, was viele der User nicht begreifen. Das Verhalten von Lauber sei damals bereits bekannt gewesen. Mitschuldig an der aktuellen Situation sei laut Martin Meier das Parlament: «Aber noch vor ein paar Monaten wiedergewählt, obschon man all diese Dinge bereits wusste. Dieses Parlament verrichtet seine Arbeit also nicht wirklich würdig und gewissenhaft.»

User Claudio Schwaller veröffentlicht in diesem Zusammenhang einen der kürzesten Kommentare, aber gleichzeitig jenen mit den meisten Zustimmungen (473): «Wieso haben sie ihn überhaupt wiedergewählt?!».

Bundesanwalt Lauber hat von der Fifa gelernt, die Schweizer Gerechtigkeit mit Füssen zu treten.
Autor: Heidi Keller-EgliSRF-Userin

Nebst dem Parlament und dem Bundesanwalt selbst ist vor allem Kritik am Weltfussballverband Fifa zu lesen. «Bundesanwalt Lauber hat von der Fifa gelernt, die Schweizer Gerechtigkeit mit Füssen zu treten!», meint Heidi Keller-Egli. Der Vorschlag von Manuela Fitzi richtet sich ausschliesslich an die Fifa: «Kann man eine internationale Organisation per Volksinitiative aus dem Land schmeissen?», fragt sie in die Runde.

Kritik liest man zudem an die Adresse des Fifa-Präsidenten Gianni Infantino: «Deutlich skandalöser noch als Laubers beschämendes Festklammern an seinem Amt finde ich allerdings, dass Infantino weiter seelenruhig im Fifa-Präsidium sein mehr als fragwürdiges Ego hätscheln darf», so Chaiti Kimmler.

Tagesschau, 28.4.2020, 19:30 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Beweise?? Wenn solche vorliegen.. aber nur dann, dann muss er gehen.. keine Frage!!! aber auch hier, im Zweifel fuer den Angeklagten.. allerdings, Mauscheleien.. und die sind wohl gegeben sind mE auch ein Grund zur Feuerung,,ohne Falschirm nota bene... aber auch diese Mauscheleien muessen belegbar sein...
    Ausserdem, die FIFA.. ist wie feiner Sand.. er rinnt aus den Fingern ist kaum zu fassen... daran hat sich wohl auch Lauber festgebissen...
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    1. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Auf welche Beweise warten Sie? Die BA führt Verfahren in welche die FIFA verstrickt ist und der oberste Bundesanwalt trifft sich mit mit dem Boss der FIFA und vergisst im Nachhinein diese Treffen und den Zweck der Treffen. Das zeigt doch, dass der Bundesanwalt entweder überfordert ist oder lügt. Allein schon das würde nach meiner Meinung eine Absetzung rechtfertigen und die Parlamentarier die ihn trotz diesem Wissen kürzlich wiedergewählt haben, dürften ebenso zurücktreten.
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Die FIFA ist ein Verein und da kann Infantino Präsi sein solange ihn der Vorstand vorschlägt und ihn die Delegierten wählen. Das ist eine private Angelegenheit.
    Herr Lauber repräsentiert da eine ganz ander Kategorie gewählter Amtspersonen. Herr über Recht oder Unrecht im Staat, bezahlt vom Steuerzahler, liegen ganz andere Masstäbe vor. Ob da ein Fehlverhalten Infantinos vorliegt ist gegenüber der Frage ob ein Staatsanwalt integer ist, beinahe vernachlässigbar.
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  • Kommentar von Chilli Granada  (CKZ)
    Ihr werdet sehen. Dem Herrn Lauber passiert nix...
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