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Die Krankenkasse Swica lanciert die Do-it-yourself-Diagnose
Aus Info 3 vom 02.02.2020.
abspielen. Laufzeit 13:28 Minuten.
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Steigende Krankenkassenkosten Politik reagiert positiv auf Selbstdiagnose-Initiative der Swica

Die Kunden der Krankenkasse sollen sich zuerst selbst untersuchen, bevor sie den Arzt aufsuchen. Die Politik und die Ärzte reagieren auf diesen Vorstoss positiv – mit einer Ausnahme.

Tyto Home heisst das neue Gerät. Es ist etwa handgross und kommt mit drei verschiedenen Aufsätzen daher. Damit kann man Herz und Lunge abhören, in den Rachen oder die Ohren blicken oder die Körpertemperatur messen.

Swica-Kunden und Kundinnen, die beim Pilotprojekt mitmachen, können sich mit dem Gerät zuerst selbst untersuchen, bevor sie zum Arzt gehen. Die medizinischen Daten, die das Gerät erfasst, werden dann mit dem Smartphone an ärztliches Fachpersonal übermittelt und von diesem analysiert.

Entlastung für Notaufnahmen?

Das sei ein interessanter Ansatz, meint dazu Erich Ettlin, Ständerat aus dem Kanton Obwalden und Mitglied der Gesundheitskommission des Ständerats. Der CVP-Gesundheitspolitiker denkt vor allem an die Notfallaufnahmestellen der Spitäler, die häufig überfüllt sind. Hier könnte so ein Selbstdiagnosegerät Abhilfe schaffen, glaubt Ettlin. Gleichzeitig warnt er vor zu hohen Erwartungen: «Das Tool ersetzt den Arzt nicht».

Ständerat Ettlin begrüsst es aber, wenn neue technische Möglichkeiten im Gesundheitswesen eingesetzt werden.

Ärzteverband sendet positive Signale aus

Zustimmung erhält er auch von Jürg Schlup, dem Präsidenten der Ärztevereinigung FMH. Er kenne dieses neue Gerät zwar noch nicht, aber grundsätzlich sei es eine gute Idee, die Patientinnen und Patienten stärker einzubeziehen.

Ob allerdings das Ziel erreicht werde, die Ärztinnen und Ärzte zu entlasten, bezweifelt Schlup: Ein Arzt muss ja die übermittelten Daten trotzdem anschauen und per Video oder Mail mit dem Patienten Kontakt aufnehmen. Aber Entlastung kann es für die Patienten bringen, die in gewissen Fällen nicht in die Notfallaufnahme fahren müssen.

Für den FMH-Präsidenten steht denn auch nicht der Spareffekt im Vordergrund: «Aus meiner Sicht geht es vor allem darum, mit diesen Apps die Versorgung zu verbessern».

SP hat Datenschutz im Blick

Skeptischer reagiert Yvonne Feri, SP-Nationalrätin aus dem Kanton Aargau und Mitglied der Gesundheitskommission des Nationalrats: Natürlich gelte es, die Digitalisierung in der Medizin zu nutzen. Aber Sorgen macht Feri der Datenschutz.

Unklar sei, was mit all den Daten geschehe, die das Gerät an die Krankenkassen übermittelt. Die SP-Gesundheitspolitikerin befürchtet, dass die Qualität der medizinischen Versorgung leiden könnte: «Der Patient muss selbst abschätzen, ob er oder sie zum Arzt gehen soll. Ich weiss nicht, ob ein solches Gerät diese Aufgabe übernehmen kann».

Der Pilotversuch der Swica startet im März mit 2000 Versicherten.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Dietmar Logoz  (Universalamateur)
    Einige Krankenkassen hätten ja gerne Zugriff auf das Elektronische Patientendossier, was ihnen vernünftigerweise verweigert wurde. Mit solchen Geräten kommen sie zu medizinischen Daten, die sie dann als Argument verwenden werden, doch noch zum EPD Zugang zu erhalten, "im Interesse der Patientinnen". Die im Sold der Krankenkassen stehenden Ärzte dieser Beratungscenter hätten sicher auch gerne Zugriff auf das EPD. Der Zugriff von Krankenkassen auf das EPD muss unbedingt blockiert bleiben.
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  • Kommentar von Hans Anreiner  (Hans.Anreiner)
    Kein Wunder dass Politiker positiv auf das reagieren. Dank den Lobbyisten (Pharma, Ärzte, KK's) in Bern hat auch jeder was davon. Wenn die nämlich in den Pharma, bei den Ärzten und bei den KK's aufräumen würden, dann wären die Prämien mindestens halbiert.
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  • Kommentar von Loris Barbiero  (Loba)
    ..diese ist eine reine Werbekampagne der SWICA. Kostet viel Geld und bringt nichts, wie so vieles im Gesundheitswesen. Man würde besser die Aerzte schulen, auf den Patienten einzugehen und nicht Kiloweise Medikamente zu verteilen. Aber als Werbung clever aufgestellt, gratuliere der SWICA, … und die Leute machen das auch noch mit. Vom Datenschutz reden wir mal lieber nicht. … so ein quatsch!
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