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Legende: Audio Martin Naville begrüsst Fortschritte beim DBA Schweiz-USA abspielen. Laufzeit 03:38 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 26.06.2019.
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Steuerdeal Schweiz-USA «So wie es zurzeit ist, lohnt es sich für alle»

Es scheint sich etwas zu tun im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und den USA. Seit acht Jahren ist die Revidierung blockiert, nun hat der Senatsauschuss Ja gesagt. Doch warum geht es bei diesem Abkommen überhaupt? Martin Naville erklärt im Gespräch die Bedeutung des Abkommens.

Martin Naville

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Martin Naville ist seit 2004 CEO der schweizerisch-amerikanischen Handelskammer. In dieser Funktion bemüht er sich um gute Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern., Link öffnet in einem neuen Fenster, Link öffnet in einem neuen Fenster, Link öffnet in einem neuen Fenster, Link öffnet in einem neuen Fenster

SRF News: Um was geht es beim Doppelbesteuerungsabkommen?

Martin Naville: Generell ist das DBA ein Abkommen, um Doppelbesteuerung zu verhindern. Dass eine Firma oder eine Person nicht gleichzeitig in der Schweiz und in Amerika Steuern bezahlen muss.

Unterdessen hat die Schweiz den automatischen Informationsaustausch mit den USA, das sogenannte Fatca-Abkommen. Braucht es das DBA überhaupt noch?

Natürlich wird es benötigt, weil die Doppelbesteuerung viel weiter geht als beim Fatca-Abkommen oder beim automatischen Informationsaustausch gemäss OECD. Das Doppelbesteuerungsabkommen betrifft viel mehr als nur den Informationsaustausch.

Welche Steuern sind von diesem Doppelbesteuerungsabkommen betroffen?

Die Einkommensteuer von Einzelpersonen und von Firmen. Der Informationsaustausch regelt nur die Information per se und nicht die Steuerpflicht. Damit die Steuerpflicht nicht übermässig doppelt anfällt, braucht es das DBA.

Es stehen noch einige Themen an, die dringend weiter verhandelt werden müssten.

Kann man sagen, dass im Unterschied zur Situation von 2009, als noch der Steuerstreit zwischen den USA und der Schweiz lief, die praktische Bedeutung des revidierten DBA aus Schweizer Sicht nun deutlich geringer ist?

Die Änderung, die damals gemacht wurde, ist heute weniger wichtig als damals, da jetzt die Informationen viel freier fliessen. Aber es stehen einige Themen an, die dringend weiter verhandelt werden müssten. Das Eine ist der Nullsatz. Also wenn eine Firma Dividenden von Amerika in die Schweiz bezahlt und am Schluss keine zusätzlichen Steuern anfallen. Der so genannte Bodenschatz bei Verrechnungssteuer oder auch die Doppelbesteuerung bei Erbschaften müssen geregelt werden. Das alles kann nur aufgrund eines revidierten und ratifizierten DBA weiterverhandelt werden.

Können Sie ein praktisches Beispiel geben, für wen sich das revidierte DBA lohnen würde?

So wie es zurzeit ist, lohnt es sich für alle. Es ist ja nicht das erste DBA mit Amerika. Es besteht bereits eines seit 1996, das aber in vielen technischen Details nicht genügend ist. Stellen Sie sich einen amerikanischen Professor an der ETH Zürich vor, der sein Salär in der Schweiz erhält und in der Schweiz seine Steuern zahlt. Als amerikanischer Bürger wäre er aber auch in Amerika steuerpflichtig und müsste sein gesamtes Einkommen gleichzeitig auch in Amerika versteuern. Das DBA regelt, welches Land zwischen der Schweiz und Amerika bei der Besteuerung zugreifen kann. Gleiches gilt für Firmen.

Das Gespräch führte Noëmi Ackermann.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    In Bezug auf Steuervermeider, die also ihr Geld, ihre Werte, wie immer all dieser Klunker genannt wird transferieren und über verwinkelte Kanäle mal dort und mal dort lagern, sollte gelten, dass sie dort steuern, woher sie kommen, wo sie ihren Lebensmittelpunkt haben und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch Bürger von sind. Oder ist das zuuu komplziert?
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    1. Antwort von Hans Ochsner  (Hans Ochsner)
      Was hat das mit dem Thema Doppelbesteuerungsabkommen zu tun?
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    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      @Kunz: Grundsätzlich sagt jeder Staat, dass sein Staatsbürger auch sein Steuerzahler sein muss. Allerdings will auch der Staat des Lebensmittelpunktes Steuern garnieren. Insofern hat man entsprechende Abkommen entwickelt, damit Menschen, die im Ausland tätig sind (bsp. Schweizer Wissenschaftler in den USA) keine Nachteile haben. Deshalb gibt es diese Abkommen. Im Zusammenhang mit der Schweiz geht es speziell auch um Steuern auf Kapitalgewinne, die Ausländer bei Schweizer Banken deponieren.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Ergänzungen: 1. Das FACTA ist eine einseitige Sache, sprich die USA erhalten Infos aus der Schweiz, die Schweiz aber nicht aus den USA. 2. Das Einkommen wird gemäss geltendem Abkommen von 1996 bereits nur noch dort versteuert, wo es generiert wird. Nicht aber das Vermögen. Dieses muss bei zwei Wohnsitzen (CH-USA) gegebenenfalls an beiden Wohnsitzen versteuert werden (sofern der US-Bundesstaat eine Vermögenssteuer kennt). 3. Das neue DBA sieht in diesen Punkten keine Änderung vor.
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