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Zugs Finanzdirektor Tännler will nun doch die Steuern senken
Aus HeuteMorgen vom 02.04.2020.
abspielen. Laufzeit 02:14 Minuten.
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Steuersenkung wegen Corona Zug will «dem Bürger zurückgeben, was dem Bürger gehört»

Im bereits steuergünstigen Kanton Zug will man die Steuern senken, um der Corona-Krise wirtschaftlich entgegenzuwirken.

Verschiedene Kantone haben wegen der Corona-Massnahmen des Bundesrates umfassende Unterstützungspakete geschnürt. Der Kanton Zug geht mit einer Steuersenkung noch einen Schritt weiter.

Dabei war noch im Herbst alles ganz anders. Während der Budgetdebatte im Kantonsparlament wehrte sich der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler noch gegen verschiedene Anträge aus dem Rat, die Steuern zu senken.

«Missbrauch der Corona-Krise»

Nun also die Kehrtwende. Der Kantonssteuerfuss in Zug soll von 82 auf 78 Prozent sinken. Die Rechnung des letzten Jahres falle viel positiver aus als angenommen, begründet Tännler, und er ergänzt: «Deshalb sind wir der Meinung, dass wir als Konjunkturmassnahme eine befristete Steuersenkung auf drei Jahre vorlegen können.» Dabei beruft sich die Regierung nicht etwa auf Notrecht. Das Parlament werde sich zu den Plänen noch äussern können.

Zug, Luftaufnahme.
Legende: Im sowieso schon steuergünstigen Zug sollen die Steuern weiter sinken. Keystone

Der Finanzdirektor rechnet denn auch mit Widerstand. Dieser ist tatsächlich schon jetzt gross. «Wer jetzt Steuersenkungen vorschlägt, missbraucht die Corona-Krise», sagt Barbara Gysel, Präsidentin SP-Kantonalpartei. Dass die rein bürgerliche Regierung nun die Steuern senken wolle, sei verantwortungslos. Die finanziellen und wirtschaftlichen Aussichten seien aufgrund der Krise alles andere als rosig.

Keine Steuern auf Vorrat

Mit einer Steuerfusssenkung würden dem Kanton rund 40 Millionen Franken pro Jahr fehlen. Die Folge seien einschneidende Sparrunden, so Gysel. «Es droht ein Sozialabbau, den später soziale Institutionen, der Bildungsbereich oder nicht reiche Personen zu bewältigen haben.» Die Regierung müsste im Gegenteil mehr Geld zur Verfügung stellen – zum Beispiel bei den Verbilligungen für die Krankenkassenprämien.

Während die linken Parteien die Pläne der Regierung scharf kritisieren, kommt Unterstützung von bürgerlicher Seite. Der Kanton Zug sei finanziell so gut aufgestellt, da müsse man nicht Steuern auf Vorrat erheben, findet Carina Brüngger, Präsidentin der kantonalen FDP.

«Wenn es jetzt, in schwierigen Zeiten, die Möglichkeit gibt, dem Bürger etwas zurückzugeben, was dem Bürger gehört, beurteile ich das als positiv», sagt sie. Weil die bürgerlichen Parteien im Kantonsparlament über eine klare Mehrheit verfügen, dürften die Steuern im Kanton Zug im nächsten Jahr also tatsächlich sinken.

HeuteMorgen vom 2.4.2020, 06.40 Uhr

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Beutler  (Peter Beutler)
    Für die Zehntausenden, die nun ihre Stelle verloren haben, brächten hohe Steuern sowieso nichts ... Was für ein abgrundtiefer Zynismus. Es wird nun die Zeit kommen, wo viele Landsleute unter das Existenzminimum fallen. Es geht nicht an, dass Reichen-Kantone auf ihren fetten Pfründen sitzen bleiben. Wir brauchen unbedingt einen Teil des von den Reichen gehorteten Geldes, um die sich in unserem Land anbahnende Notlage abzufedern.
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    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Die Wirkung einer solchen Steuersenkung ist eine Nachfragestimulierung, die sofort wirksam wird und damit einen wirtschaftlich positiven Effekt hat. Eine andere Möglichkeit zur Wirtschaftsstimulierung ist ein staatliches Investitionsprogramm, so wie es ua. auch von den Linken gefordert wird, nur hat das eine grössere Verzögerung und ist weniger effizient. Der Kanton Zug macht mit der Nutzung dieses Instruments ziemlich alles richtig, um die von Ihnen genannte sich anbahnende Notlage abzuwenden!
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  • Kommentar von Richard Limahcer  (Limi)
    Anstatt Steuern zu senken, sollten wir lieber denjenigen geben, welche im Moment nicht in der Lage sind, welche zu bezahlen. Letzten Herbst ist die Steuersenkung gescheitert. Jetzt erfolgt der nächste Versuch. https://www.srf.ch/news/regional/zentralschweiz/volle-kassen-in-zug-keine-steuersenkung-trotz-tiefschwarzer-zahlen
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  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    Die Finanzdirektorin des Kantons Bern möchte das Gegenteil - auf die geplanten Steuersenkungen zu verzichten. Ein Weg wäre auch die kantonalen Beamten um 10% zu reduzieren.
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