Zum Inhalt springen

Header

Audio
Kosten für Verbandmaterial: Wer soll dafür aufkommen?
Aus HeuteMorgen vom 05.02.2020.
abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
Inhalt

Steuerzahler oder Krankenkasse Wer bezahlt für Spritzen und Verbandsmaterial?

Krankenkassen sollen das Verbandsmaterial in der Pflege zahlen. Der Vorschlag des Bundesrats stösst auf Widerstand.

Spritzt sich eine Diabetes-Patientin das Insulin selbst, bezahlt nach dem heutigen System die Krankenkasse die Spritze. Spritzt hingegen eine Spitex Mitarbeiterin der Patientin das Insulin, muss der Kanton oder die Gemeinde die Spritze bezahlen.

Heute besteht ein riesiger administrativer Aufwand.
Autor: Marianne PfisterSpitex

Ein unhaltbarer Zustand sei das, sagt Marianne Pfister, Geschäftsführerin von Spitex Schweiz: «Das heisst also, dass die Rechnungen an unterschiedliche Adressen geschickt werden müssen. Das ist ein riesiger administrativer Aufwand.» Komme dazu, dass man manchmal gar nicht genau wisse, ob sich der Patient den Verband nun selber umgelegt oder ob die Fachpersonen geholfen hat.

Bundesrat will einheitliche Lösung

Wohin also mit der Rechnung? Dass es diese Zweiteilung gibt, geht auf Gerichtsurteile zurück. 2017 wurde entschieden, dass das von Pflegefachleuten verwendete Material nicht extra abgerechnet werden darf, weil es quasi schon Teil der Pflege ist. Der Bundesrat ist aber der Meinung, dass es keinen Sinn ergibt, die einen Rechnungen den Krankenkassen und die anderen den Kantonen zu schicken. Er will eine einheitliche Lösung.

Deshalb schlägt der Bundesrat vor, dass immer die Krankenkassen für das Material bezahlen – egal wer es wo verwendet. Nachdem er diesen Vorschlag den betroffenen Kreisen vorgelegt hat, liegen nun die Rückmeldungen vor. Die Kantone sind einverstanden, die Krankenkassen allerdings nicht.

Krankenkassen befürchten Mehrkosten

Die Mehrkosten für die Krankenkassen seien beträchtlich, so die Begründung. Die 65 Millionen pro Jahr, die der Bundesrat veranschlagt, stimmten nicht, so Ralph Kreuzer, Sprecher von Curafutura: «Das sind nicht 65 Millionen, sondern das sind 100 Millionen Franken jedes Jahr.»

Auch der andere Krankenkassenverband Santésuisse wehrt sich. «Zumal die Kosten in der Pflege ohnehin immer stärker steigen, müssen wir schauen, dass wir sehr haushälterisch mit den Mitteln umgehen», sagt Sprecher Matthias Müller.

Eine Spitex-Pflegerin legt einen Verband an
Legende: Ein einzelner Verband kostet nicht viel – in der Summe geht es aber um Millionenbeträge. Keystone

Wie so oft bei den Gesundheitskosten ist es also ein Seilziehen zwischen Krankenkassen und Kantonen beziehungsweise Gemeinden. Wer übernimmt welchen Anteil? Geht es über die Krankenkassenprämien oder über Steuergelder? Nun ist erneut der Bundesrat gefordert. Er muss entscheiden, wie es im Streit um die Pflegematerialien weitergeht, und dem Parlament einen Vorschlag unterbreiten.

Heute Morgen, 05.02.2020

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    "Ja nicht die Allgemeinheit" - denkt jeder im Allgemeinen, solange es ihn/sie selber nicht betrifft. Dumm nur, dass es irgendwann jeden betrifft. Dem einen die Hüfte, dem anderen die Augen, oder wiederum die Reproduktionsorgane (aktuelle Debatte auf SRF-online). Nirgendwo auf dieser Welt ist der gesellschaftliche Zusammenhalt schlechter, als in der Schweiz. Dabei merken die Polterer gar nicht, dass sie schon jetzt sehr viele, sehr fragwürdige Therapien von irgendwelche Leuten mitfinanzieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      auch wir können helfen beim Sparen. Ich habe es nach meinem Unfall selbst erlebt. Ich benötige nicht jeden Tag eine neue Elastikbinde. Aus Protest habe ich dann die Binden selbst entfernt, aufgewickelt und sie
      Wieder verwenden lassen. Als es dann wirklich mal eine neue brauchte,
      kam die alte nicht in den Mistkübel sondern wurde zum Wiederverbrauch gewaschen. Ein kleiner Schritt aber wir verlieren die Überlegung in
      Unserer Wohlstandsgesellschaft.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Über 100 Krankenkassen gibt es in der Schweiz. Was die alleine an Verwaltungskosten für Umsummen verschlingen.Und dann die ungezählten Werbung in TV, Printmedien, Plakaten und Online. Wieso schiebt hier die Regierung nicht einen rigorosen Riegel. Hat unsere Regierung wirklich nichts zu sagen im diesem Land? Beschränkung au 5 Kassen, Ausgaben für Verwaltung und Werbung deckeln und die freigewordenen Milliarden in Finanzierung der Patienten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Der Versuch einer Einheitskasse war bereits 4x gescheitert. 1994 (23%), 2003 (27%), 2007 (29%), 2014 (38.5%). Extrapoliert man den Trend, wird die Vernunftsmehrheit erst in einer Abstimmung 2029 eintreten. Erstaunlich, wie leidensfähig ein Volk sein kann.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    "Gesundheits-Un-Wesen" Schweiz - seit vielen Jahren ein Menschen ausbeuterisches Unwesen, welches mittels bewusstem, enormem "Wirrwarr" im System, den Reglementen, für die Pharma-Lobby, Forschung, Medizin und Co, unglaublich lukrativ ist! Unfähige, inaktive Zuständige von Ämtern und Behörden, "Gesundheits-DirektorenInnen" schweizweit, ParlamentariernInnen....!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen

Mehr aus SchweizLandingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen