Zum Inhalt springen

Header

Audio
Ausbau einheimischer Wind- und Sonnenenergie gefordert
Aus Rendez-vous vom 17.06.2021.
abspielen. Laufzeit 03:43 Minuten.
Inhalt

Strom aus Sonne und Wind Alternative Stromproduktion: Schweiz in Europa auf Platz 24

Die Schweiz landet im europäischen Vergleich auf Rang 24 von 29, was die Produktion von Strom aus Wind und Sonne pro Kopf betrifft. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Energiestiftung.

Die Schweizerische Energiestiftung (SES) fordert, dass die Wind- und vor allem die Sonnenstromproduktion nun rasch ausgebaut werden. Genau dasselbe hat vor kurzem die Regulierungsbehörde im Strombereich, die Elcom gefordert. Diejenigen, die die Produktionsanlagen betreiben sollen, die Stromunternehmen, sind auch dafür. Die grosse Frage ist nur, wie das geschehen soll.

Es geschieht schon etwas, aber auf sehr tiefem Niveau und relativ langsam.
Autor: Felix NipkowSchweizerische Energiestiftung SES

Zwar glänzen auch in der Schweiz auf immer mehr Dächern Fotovoltaik-Anlagen und da und dort werden Windräder aufgestellt. Trotzdem hinke die Schweiz im Ausbau von Sonne und Windstrom-Anlagen im europäischen Vergleich hinterher, sagt Felix Nipkow von der SES: «Es geschieht schon etwas, aber auf sehr tiefem Niveau und relativ langsam. Natürlich geschieht auch in anderen Ländern etwas, aber eben viel schneller. Das heisst: Die Schweiz verpasst immer mehr den Anschluss beim Ausbau der erneuerbaren Energien.»

Auf Rang 24 von 29 europäischen Ländern landet die Schweiz gemäss der neuen Studie der Atomkraft-kritischen Energiestiftung. Betrachtet man nur die Sonnenenergie, liegt die Schweiz mit ihrer Produktion pro Kopf wie schon im letzten Jahr immerhin auf Rang 8. Der Abstand zu den Spitzenreitern Deutschland, den Niederland und Italien vergrössert sich allerdings. Das Problem in der Schweiz: Solaranlagen lohnten sich bisher häufig zu wenig. Grosse Konzerne investieren vor allem im Ausland, Private bauen ihre Anlagen nur so gross, dass sie möglichst den gesamten produzierten Strom selbst verbrauchen können. Das Einspeisen ins Netz sei so nicht wirklich lukrativ.

Wir müssen das vor 2040 hinkriegen.
Autor: Felix NipkowSchweizerische Energiestiftung SES

Mit der Revision des Energiegesetzes will der Bund die Rahmenbedingungen verbessern, damit erneuerbarer Strom die Lücke, die mit dem Abschalten der Kernkraftwerke entsteht, schliessen könne. Felix Nipkow befürchtet aber, dass dies nicht reicht, weil sich der Bund dabei auf die sogenannten Energieperspektiven 2050 stützt. «Die Energieperspektiven gehen davon aus, dass wir bis 2050 so viel erreichen, wie wir bis 2035 fordern.» Das sei für das Erreichen der Klimaziele, welche wir in Paris beschlossen haben, zu spät. «Wir müssen das vor 2040 hinkriegen.»

Ohne Bund geht es nicht

Eine Beschleunigung des Ausbaus der einheimischen Stromproduktion, weniger aus klimapolitischen Gründen, sondern viel mehr aus Sorge um die Versorgungssicherheit, hat auch die Regulierungsbehörde, die Elcom gefordert. Und auch diejenigen, die Strom produzieren, sind dafür. Nadine Brauchli, die Bereichsleiterin Energie beim Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE: «Wir brauchen definitiv jede Kilowattstunde.» Das bedinge einen starken Ausbau an Fotovoltaik und einen breiten Mix an weiteren Technologien

Ohne Förderung durch den Bund gehe das nicht, betont Nadine Brauchli. «Einerseits schafft der Markt nicht genügend Anreize für einen Ausbau.» Andererseits seien die Kosten für den Ausbau zu hoch.

Wie genau der Ausbau gefördert wird, muss das Parlament entscheiden. Der Bundesrat setzt voraussichtlich auf sogenannte Investitionsbeiträge. Gewisse Stromkonzerne und auch die Energiestiftung verlangen, dass der Bund den Unternehmen einen Mindeststrompreis garantiert. Klar scheint: Nach dem Aus fürs Rahmen- und damit auch fürs Stromabkommen mit der EU, ist die Schweiz dringender denn je angewiesen auf mehr einheimischen Strom.

Rendez-vous, 17.6.21, 12:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

150 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jürg Schefer  (Peak)
    Mit 6 Rappen liegt man tatsächlich leicht unter den Kosten. Es gibt aber durchaus Energielieferanten wie das AEW (9 Rappen), die mehr zahlen und sogar einen kleinen Gewinn erlauben. Ich bin eigentlich sehr zufrieden. Im Preis von 20 Rappen sind auch Netznutzungsgebühren dabei. Die verursacht auch meine Solaranlage für die Backups.
  • Kommentar von Hanspeter Burri  (HPABRRBU)
    Ein kleiner Denkanstoss an die Solarenergie Befürworter: An einem schönen
    Sommertag im Juni "bester Monat zur Stromproduktion" zeigte das Display
    an einer Eissporthalle das Resultat von 90Kw. Eine Woche später bei
    bedecktem Himmel war das Resultat bei 18Kw und das bei nur ca.
    2grad Temperaturunterschied. Dieser Wetterwechsel kann auch innerhalb
    von Stunden geschehen. Woher kann man auf die Schnelle die fehlende
    Energie beschaffen, ohne die Wasserkraft aus zu bauen?
    1. Antwort von Christian Hosner  (c_hosner)
      Man könnte 5 solcher Anlagen bauen, nur so ein kleiner Denkanstoss.
    2. Antwort von Werner Vetterli  (KlingWe)
      Genau, wenn Mann nicht will, geht gar nichts.
      Dafür kann es 2 Gründe geben, beide sind nicht sehr schmeichelhaft.
  • Kommentar von Edwin Schaltegger  (Edwin Schaltegger)
    Diese Statistiken der Energiestiftung sind irreführend das die Stromerzeugung durch die Wasserkraft ausgeblendet wird! Die Gesamterzeugung durch alternative Energieträger ist massgebend und nicht nur die Wind- und Sonnenenergie! Hier liegt die Schweiz sicherlich im vorderen Mittelfeld. Die Windenergie in der Schweiz wird auch in der Zukunft, im Gegensatz zur Photovoltaik, nur eine marginale Rolle spielen, das sie einfach für unser Land nicht geeignet und unwirtschaftlich ist!