- Laut einer Studie im Auftrag des Spitalverbandes ist die Schweizer Spitallandschaft nicht nachhaltig aufgestellt.
- Demnach bestehe dringender Handlungsbedarf.
- Ohne Veränderungen drohen Qualitätseinbrüche, Engpässe und Verluste von über einer Milliarde Franken.
Weiter wie bisher sei keine Option, sagt Paul Sailer von PwC Schweiz, dem Unternehmen, das die Studie verfasst hat. Das wesentlichste Problem sieht Sailer im Fachkräftemangel. «Die heutige Struktur kann nicht mehr aufrechterhalten werden.»
Eine gute und qualitative Gesundheitsversorgung zu erbringen, werde zunehmend schwieriger. Daher brauche es eine Transformation, ist Sailer überzeugt.
Für diese Transformation sieht der Spitalverband H+ drei Hebel, wie Präsidentin Regine Sauter erklärt: «Wir schlagen drei Handlungsfelder vor, in denen sich Änderungen ergeben müssen: die Ambulantisierung, die Digitalisierung sowie die vernetzte und koordinierte Versorgung.»
Ambulantisierung heisst: noch am selben Tag wieder nach Hause zu gehen, statt im Spital zu übernachten. Hier seien andere Länder bereits viel weiter als die Schweiz, so Sauter. Und damit mehr ambulant behandelt werden könne, brauche es auch mehr Digitalisierung.
Die Spitalversorgung darf nicht an den Kantonsgrenzen stoppen.
Zuletzt nennt die FDP-Nationalrätin die vernetzte Versorgung – was nicht heisse, dass es weniger Spitäler geben solle. Es werde allerdings neue Modelle und eine andere Aufgabenteilung brauchen. «Die Spitäler müssen sich profilieren, wo es nötig ist. Und sie müssen in Netzwerken zusammenarbeiten.»
Diese Netzwerke dürften nicht am Kantönligeist scheitern. «Die Spitalversorgung darf nicht an den Kantonsgrenzen stoppen. Sie muss sich überregional und den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten entsprechend entwickeln.»
Veto zu Spitalplanung durch Bund
In letzter Zeit gab es vermehrt politische Forderungen, dass der Bund die Spitalplanung übernehmen müsse – wenn sich die Kantone nicht besser koordinieren.
Von einer solchen nationalen Spitalplanung will der Spitalverband allerdings nichts wissen. «Es braucht eine Koordination in der Region. Dabei müssen die Patientenströme, die Bevölkerungsdichte und die Bedürfnisse in den Regionen berücksichtigt werden», sagt Sauter.
Für den Spitalverband braucht es für die Finanzierung dieser Transformation höhere Tarife. Diese müssten den realen Kosten angepasst werden. Dann könnte nämlich langfristig das Kostenwachstum gedämpft werden.