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Suchtpanorama 2019 Die Schweiz – ein Paradies für den Drogenkonsum

Selbst Drogen wie Kokain oder Heroin sind problemlos und schnell zu beschaffen. Zu diesem Urteil kommt Sucht Schweiz.

Legende: Audio Suchtpanorama 2019: Kokain befindet sich auf einem Höhenflug abspielen. Laufzeit 02:14 Minuten.
02:14 min, aus Info 3 vom 05.02.2019.

Die Schweiz ist ein Paradies für den Verkauf von Suchtmitteln. Die tiefe Regulierung und die hohe Kaufkraft bieten ideale Voraussetzungen für den Verkauf und Konsum von illegalen und legalen Drogen. Zu diesem Schluss kommt die Stiftung Sucht Schweiz im neusten Schweizer Suchtpanorama. Sie hat darin die Suchtmittelmärkte untersucht.

Alkohol, Zigaretten, Geldspiele, selbst illegale Drogen könnten in der Schweiz relativ einfach gekauft werden, heisst es in der Suchtstudie. Die Märkte seien komplex, aber auch nach dieser Untersuchung wisse man noch zu wenig darüber. Sicher aber ist der Handel mit diesen Substanzen ein gutes Geschäft. Milliarden werden umgesetzt.

Eine Viertelmillion Schweizer ist alkoholabhängig

Volksdroge Nummer 1 bleibt gemäss dem neuen Suchtpanorama der Alkohol. Dieser Markt und die Anzahl der Konsumenten ist seit Jahren konstant. Eine Viertelmillion Schweizerinnen und Schweizer ist abhängig vom Alkohol. Jeder 12. Todesfall ist alkoholbedingt.

Auch der Tabak-Markt bleibt stabil, die Raucherquote verharrt bei 25 Prozent der Bevölkerung. Aber dieser Markt ist im Umbruch. Aktuelle Zahlen gibt es nicht, doch die E-Zigaretten drängen auf den Markt, ebenfalls stark beworben werden Tabakprodukte zum Erhitzen. Wie stark diese Rauchwaren der Gesundheit schaden, ist unklar.

Finger und Cannabis
Legende: Cannabis bleibt Spitzenreiter. Keystone

Bei den illegalen Drogen wird immer noch am meisten Cannabis konsumiert, aber Kokain befinde sich auf einem Höhenflug, schreibt Sucht Schweiz. Der Stoff sei reichlich vorhanden und billig, 5 Tonnen seien davon jährlich im Umlauf. Dazu kommen bis zu 2.5 Tonnen Heroin. Nur eine Randerscheinung bleibt der Online-Drogenhandel.

Äusserst dynamisch ist der Markt hingegen beim Geldspiel. Seit Anfang Jahr gilt das neue Geldpielgesetz, es öffnet den Markt nun auch für Online-Casinos und damit für neue Spielformen, um die Konsumenten anzulocken.

Medikamentenmissbrauch wächst

Beim Medikamentenmissbrauch warnt Sucht Schweiz vor Schmerzmitteln, die auf Opioiden basieren. Eine Krise wie in den USA mit Tausenden von Toten ist bei uns zwar nicht Sicht. Allerdings wachse dieser Markt weiterhin, langsam zwar, aber stetig, er müsse überwacht werden.

Auch die Internet-Sucht wurde näher angeschaut, zur Zeit kann 1 Prozent der Bevölkerung sein Online-Verhalten nicht mehr kontrollieren, das sind etwa 70'000 Menschen. Gerade Jugendliche seien davon betroffen, heisst es in der neusten Suchtstudie.

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Alkohol ist traditionell verankerter Bestandteil unserer Kultur. Schätzungsweise 6.5Mio ab 15 trinken regelmässig Alkohol, davon ist ca 1/4Mio abhängig, das sind mE knapp 4%. Laut Suchtmonitoring 2014-16 CH hat ca 1/3 der Bevölkerung ab 15 schon Erfahrung mit Cannabis, bis jetzt konsumieren regelmässig nur um 3% od.ca 220'000, aber knapp 80'000 davon sind süchtig, das ist ein 9x höherer Anteil als beim Alkohol, nämlich ca 35%. Wie teuer kommen uns die Folgen nach einer Legalisierung zu stehen?
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  • Kommentar von Samuel Nylander (Samuel Nylander)
    Drogen ist ein Wort ohne Inhalt, es bedeutet ursprünglich getrocknete Arznei. Daher auch die Drogerie und Drogist/in. Heute ist es ein politisches stigmatisiertes Wort. Es gibt Millionen von Substanzen mit unterschiedlichster Pharmakologie das alles zu verallgemeinern ist fatal. Swissmedic kann frei übers Btmg verfügen, jedes Jahr werden neue Substanzen verboten und das findet nach Wirtschaftlichen Kritierien statt und nicht Wissenschaftlichen. So sind auch Sucht bekämpfende Substanzen Verboten
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Wie stellen sich die Legalisierungsbefürworter das so vor? Ein Telefonat mit dem Cali-Kartell und schon dürfen Apotheker PhD in Gümligen den Schnee verkaufen? Und das Suchtpotenzial? Heutzutags wird jede Sucht, sogar Spiel- und Kaufsucht als Krankheit anerkannt. Wer wird die Arbeitsausfälle, verminderte Hirnleistung, Krankheiten, Therapien, Betreuung der Leute finanzieren? Die Arbeitnehmer/-geber? In einem Land, wo 14Wo. Mutterschaft gewährt, weil mehr nicht auszufinanzieren sei? Echt jetzt?
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    1. Antwort von Samuel Nylander (Samuel Nylander)
      Sucht ist eine Mangelerkrankung das Wort kommt von Suht später Siech bzw krank sein, es gibt diverse Begriffe die wir heute verwenden die das etymologisch belegen (z.b Streitsucht, Ehrsucht, Gewinnsucht, Rachsucht, Selbstsucht, Herrschsucht etc.) und entsteht in erster Linie durch die Umwelteinflüsse und die Persönlichkeit einer Person die Substanz ist dann nur noch Mittel zum Zweck.
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