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Taskforce und BAG sind sich uneinig
Aus HeuteMorgen vom 21.10.2020.
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Taskforce gegen BAG Das BAG sieht rot für ein mögliches Ampelsystem

Die Corona-Taskforce des Bundes möchte einen Stufenplan mit vorab definierten Massnahmen – und stösst auf Widerstand.

Die Corona-Situation hat sich in den letzten Wochen rasant verändert, die Fallzahlen sind stark gestiegen. Trotzdem brauchten Bund und Kantone lange, bis sie neue Massnahmen verhängten. Das müsste nicht sein, sagt die Corona-Taskforce und schlägt einen Stufenplan vor, der je nach Situation der Epidemie vorab definierte Massnahmen vorsieht.

Das «Gstürm» verhindern

Manche Länder kennen bereits solche Systeme. Zum Beispiel eine Art Ampel, die von Grün auf Orange und Rot springt, wenn die Fallzahlen bestimmte Werte erreichen. Einige Länder verbinden diese Ampel-Stufen auch mit konkreten Massnahmen, wie etwa einer allgemeinen Maskenpflicht.

Die Corona-Taskforce des Bundes findet, auch die Schweiz brauche eine solche Ampel, kombiniert mit vorab definierten Massnahmen. «Frau Bundespräsidentin Sommaruga hat von einem ‹Gstürm› gesprochen. Das kann man damit verhindern», findet Taskforce Mitglied Matthias Egger.

Mit einem Ampelsystem müsste man die Massnahmen nicht zuerst diskutieren, wenn die Zahlen anstiegen. Denn sie seien bereits im Plan festgelegt und die Öffentlichkeit und die Firmen wüssten frühzeitig, was auf sie zukomme.

Ganzheitliches Bild sehen

Thomas Steffen, Kantonsarzt von Basel-Stadt und im Vorstand der Kantonsärzte-Vereinigung, hält nichts von einem solchen Massnahmenplan.

«Wir versuchen, das Bild ganzheitlich zu sehen und die Massnahmen dieser ganzheitlichen Sicht anzupassen. Und das kann man nicht wirklich vernünftig in Ampeln reindrücken», sagte er gestern an der Medienkonferenz des Bundes. Niemand hätte es verstanden, wenn die Massnahmen aufgrund eines Ampelsystems bereits im Sommer verschärft worden wären.

Taskforce-Mitglied und Epidemiologe Egger sieht das anders. «Diese Aussage hat mich ein wenig erstaunt. Denn eigentlich haben wir es über den Sommer verpasst, das Polster, das wir uns verdient haben, zu bewahren.»

«Wir haben es bereits im Sommer ausgegeben und sind dann im Herbst eben sehr verletzlich geworden für die grosse zweite Welle, die wir jetzt erleben.» Also: lieber frühzeitig die Massnahmen leicht verschärfen, als später den grossen Schock erleben, findet Egger.

Gespräche haben schon stattgefunden

Trotzdem erteilte auch Stefan Kuster vom Bundesamt für Gesundheit einem vordefinierten Massnahmenplan an der gestrigen Medienkonferenz eine Absage.

Das findet Egger von der Taskforce «erstaunlich». Denn es hätten bereits Gespräche mit dem BAG über einen solchen Plan stattgefunden: «Dort wurde eigentlich entschieden, dass er weiterverfolgt wird.» Das «Gstürm» ist also noch immer nicht ganz beendet.

SRF 4 News, Heute Morgen, 21.10.2020, 06:00 Uhr

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130 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Ast  (kona2022)
    Hygienemassnahmen, Abstand berücksichtigen und sonst Masken tragen. Dann bräuchte es keine Tests - oder weniger, keine App (das bisschen Tracing könnte jeder selber tätigen). Warum genügen diese einfachen Dinge nicht? Wir bräuchten keine Task Force und hätten kein Gestürm. Lasst es uns doch probieren. Weniger ist auch jetzt mehr.
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  • Kommentar von Martin Müller  (mam)
    Eine sehr gute Idee, aber warum um Himmels Willen kommen solche Ideen immer erst auf den Tisch, wenn das Problem schon da ist? Eine Brandschutzanlage zu entwerfen, wenn das Haus schon in Flammen steht, macht doch wirklich keinen Sinn!! Ich finde das alles irgendwie unglaublich zynisch. Kein Wunder, dass es mehr und mehr Leute gibt, die das Ganze nicht mehr verstehen!
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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Diese Ampel ist doch blosse Effekthascherei. Aber den "EU-Vorbetern" hätten sicher Freude, und das ist ja auch nicht nichts.
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