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Sorge um Ausbreitung des mutierten Virus in der Schweiz
Aus Tagesschau am Vorabend vom 29.12.2020.
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Taskforce ist alarmiert Corona-Mutation könnte Effekt der Massnahmen hintertreiben

Laut Modellrechnung könnte die Corona-Mutation dazu führen, dass die Ansteckungen wieder in die Höhe schnellen.

Das mutierte Covid-19-Virus ist nun in verschiedenen Ländern präsent, so auch in der Schweiz. Im Kanton Zürich, Wallis und im Graubünden sind Fälle identifiziert worden. Und es würden weitere auftauchen, sagt Patrick Mathys, Leiter Krisenbewältigung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Verhindern könne man eine Ausbreitung der Mutation in der Schweiz zwar nicht, so Mathys: «Wir können sie aber verlangsamen. Und damit Zeit kaufen, um die adäquaten, richtigen und effizientesten Massnahmen zu deren Bekämpfung finden zu können.»

Älteres Paar spaziert mit Mundschutz
Legende: Bisher wurden in der Schweiz sieben Fälle von neuen Corona-Varianten entdeckt, fünf der britischen und zwei mit der südafrikanischen Mutation. Keystone

Das BAG bespricht nun mit den Kantonen neue Massnahmen wie etwa ein intensiveres Contact Tracing bei den Menschen, die sich mit dem mutierten Virus angesteckt haben. Nicht alle Kantone seien dafür gerüstet, erklärt Linda Nartey, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärzte: «Die Situation im Contact Tracing und Ausbruchsmanagement signalisiert, dass wir alles daran setzen müssen, die Virusübertragungen zu limitieren und die Fallzahlen zu reduzieren.»

Das Problem ist, dass das mutierte Coronavirus deutlich ansteckender ist als das bisherige. Laut Modellrechnungen der Wissenschafts-Taskforce des Bundes könnte dies dazu führen, dass die Ansteckungen trotz Massnahmen wieder in die Höhe schnellen. So wie es derzeit in London zu beobachten sei, erklärt Martin Ackermann, Präsident der Taskforce: «Dort haben sich die Hospitalisierungen vom 16. bis zum 22. Dezember verdoppelt – also in nur in einer Woche.»

Aufwändige Virus-Analysen

Die Wissenschafts-Taskforce schlage deshalb vor, weiterhin konsequent ein rasches Absenken der Fallzahlen anzustreben – mit einer Halbierung alle zwei Wochen. «Zusätzlich sollten wir gezielt versuchen, Ansteckungen mit den neuen Varianten mit erhöhtem und gezieltem Aufwand zu unterbrechen.»

Das Problem bei der konsequenten Nachverfolgung der Einzelfälle beginnt bereits damit, diese überhaupt zu identifizieren. Dazu muss die Gensequenz des Virus analysiert werden, was heute nur bei einem Prozent der positiven Fälle getan wird. Das BAG möchte dies ausbauen, aber das ist nicht von heute auf morgen möglich.

Audio
Coronavirus-Mutation beunruhigt Fachleute
aus Echo der Zeit vom 29.12.2020.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 2 Sekunden.

Ein Rennen gegen die Zeit

In der Zwischenzeit schlägt die Wissenschaft vor, generell Ansteckungen zu verhindern, indem etwa stärker auf Homeoffice gesetzt wird. Oder, indem die Schulen erst am 11. Januar den Unterricht wieder aufnehmen, damit Kinder Ansteckungen aus den Feiertagen nicht im Klassenzimmer weiter verbreiten.

Das Rennen gegen die Zeit hat begonnen. Es gilt dabei, die Ausbreitung des ansteckenderen Covid-19-Virus zu verlangsamen, bis ein Grossteil der Bevölkerung geimpft ist.

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Die zweite Corona-Welle hat die Schweiz fest im Griff. Während die Schweiz im Frühling die erste Welle verhältnismässig gut überstanden hat, zeigt die zweite Welle ein anderes Bild: Kaum irgendwo in Europa sterben im Verhältnis zur Bevölkerung so viele Menschen an den Folgen von Covid-19 wie in der Schweiz. Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod. Angehörige dürfen die Sterbenden nur in Schutzkleidung besuchen und direkter Körperkontakt ist nicht möglich.

Erzählen Sie uns: Was lösen die vielen Todesfälle bei Ihnen aus? Was empfinden Sie bei den hohen Fallzahlen? Was hätte die Schweiz anders tun sollen?

Senden Sie uns Ihre Gedanken per WhatsApp Textnachricht oder via Sprachnachricht an: 079 878 65 04

Echo der Zeit, 29.12.2020, 18 Uhr

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Hänggi  (DHaenggi)
    Weshalb werden nicht zumindestens an die Virusmutation angepasste Empfehlungen gegeben, wenn die Mutation doch deutlich ansteckender ist? Reicht denn hier z.B. noch der 1.5m Abstand und die bis 15 Minuten ohne Maske sich gegenüber stehend reden?
    1. Antwort von Timothée Mollet  (timoll)
      Aktuell reichen auch 1.5m Abstand oder 15 Minuten nicht aus. In Südkorea wurde in einem Restaurant eine Ansteckung über eine Distanz von 6 Metern und einer Kontaktdauer von 5 Minuten dokumentiert. Viele solche Ansteckungen werden natürlich nicht festgestellt, da dies äusserst schwierig zum herausfinden ist.

      Es gibt einfach Personen, die hochansteckend sind.
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Das Problem ist, dass sich das Murmeltier, äh das Virus, nicht an die Vorhersagen der Experten hält, sondern irgendwie total ungesteuert, sich so verhält, wie es will. Die Experten wissen damit eben kaum mehr, als jemand mit gesun. Menschenverstand auch schon weiss, nämlich, dass das Ding gefährlich sein kann. Früher ging man zum Orakel nach Delphi heute pilgern wir zu ähnlichem. Die Antworten die wir erhalten sind manchmal brauchbar und manchmal daneben! Leider weiss man es immer erst nachher!
  • Kommentar von Werner Vetterli  (KlingWe)
    Wollen wir tiefere Zahlen, auch in Krankenhäusern, sollte der R-Wert als Entscheidungskriterium periodisch gesenkt werden. Wohl verstanden, ohne Reduktion der Schutzmassnahmen.