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Ignazio Cassis will bleiben
Aus Nachrichten vom 17.11.2019.
abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
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Tessiner Bundesrat offensiv Cassis will Aussenminister bleiben

  • Der unter Druck geratene FDP-Bundesrat Ignazio Cassis will trotz Kritik an seiner Amtsführung Aussenminister bleiben.
  • Auch ein Wechsel des Departements stehe für ihn nicht zur Debatte.
  • Dass er im Fokus stehe, erklärte Cassis unter anderem damit, dass er als Tessiner benachteiligt werde.
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Aus dem Archiv: Zitterpartie für Cassis - Attacken der Konkurrenz
Aus Rundschau vom 13.11.2019.
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Er denke nicht daran sein Amt aufzugeben oder das Departement zu wechseln, sagte der 58-jährige Tessiner Mediziner dem «SonntagsBlick».

Auch verspüre er keine Wechselgelüste in ein anderes Departement – «überhaupt nicht». Auch im Gesamtbundesrat sei ein Departementswechsel bislang nicht Thema gewesen.

Ziel: Zehn Jahre im Aussenministerium

Der 2017 in die Landesregierung gewählte Cassis will laut eigenen Angaben seinen Job als Aussenminister mindestens zehn Jahre machen.

Die Minderheiten sind sympathisch für die 1.-August-Reden. Wenn es aber um Machtteilung geht, spielen sie keine Rolle mehr.
Autor: Ignazio CassisSchweizer Aussenminister

Der freisinnige Cassis steht für die Gesamterneuerungswahlen des Bundesrats am 11. Dezember unter Druck. Nach historischen Sitzgewinnen bei den Parlamentswahlen vom Oktober liebäugeln die Grünen als neu viertstärkste Kraft mit einem Bundesratssitz – auf Kosten der FDP, die als drittstärkste Partei über zwei Regierungssitze verfügt.

Als Tessiner in der Minderheit

Dass er und kein anderes Mitglied des Bundesrates im Fokus stehe, erklärte Cassis unter anderem damit, dass er als Tessiner benachteiligt werde: «Die Minderheiten sind sympathisch für die 1.-August-Reden. Wenn es aber um Machtteilung geht, spielen sie keine Rolle mehr.»

Ich bin der einzige Bundesrat, der sich ständig in einer Fremdsprache ausdrücken muss.
Autor: Ignazio CassisSchweizer Aussenminister

Er sei sich bewusst, dass er auch inhaltlich öfter anecke, räumt der Aussenminister ein. Er störe, weil er mehr Dinge gemacht habe, die auf Kritik stossen, und fährt fort: «Ich nehme kein Blatt vor den Mund, ich hinterfrage alles, ich gehe vieles auf eine neue Art an. Damit verärgere ich auch Leute, und es ist normal, dass es Reaktionen gibt.»

Mögliche Konsequenzen von Sprachschwierigkeiten

Auch Sprachschwierigkeiten mit möglichen Konsequenzen räumt Cassis gegenüber dem Blatt ein. «Ich bin der einzige Bundesrat, der sich ständig in einer Fremdsprache ausdrücken muss. Ich spreche einigermassen gut Französisch und Deutsch, aber ich habe nicht die gleiche Genauigkeit im Ausdruck wie in der Muttersprache.»

Und auch zum Anspruch der Grünen auf einen Sitz in der Landesregierung nimmt der Freisinnige Stellung: «Als ich 2007 in den Nationalrat gewählt wurde, war eine ähnliche Diskussion im Gang, weil die Grüne Partei auch damals deutlich zulegte. 2011 verloren sie dann wieder fast so viel.»

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68 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Was am meisten gegen Herrn Cassis spricht ust, er ist zwar Tessiner, aber er Vertritt nur eine Minderheit der Tessiner. Gerade wurde seine Politik im Tessin abgewählt! Es reicht nicht nur Tessiner zu sein, sondern sie sollte irgendwo auch Vertreten sein. Und das ist sie im wichtigsten Dosier für das Tessin (EU und Grenzgänger Fragen( durch BR Cassis eben nicht
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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Verstehe nicht, weshalb wir so auf Herrn BS Cassis herumstampfen.
    Da wäre doch Hr. Berset viel näher dran zu gehen. Nur ihm haben wir dieses Krankenkassen-Prämien-Fiasko zu verdanken !!
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Das Fiasko ist dem KVG zuzuschreiben und nicht dem Bundesrat. Sonst hätten sämtliche Bundesräte seit Annahme des KVG zurücktreten müssen.
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  • Kommentar von Lothar Drack  (samSok)
    Äxgüsi, Herr Cassis, ich habe Verständnis für Ihre Lage, v.a. dass Sie unablässig Simultanübersetzer der eigenen Gedanken sein müssen und dabei „nicht die gleiche Genauigkeit im Ausdruck wie in der Muttersprache“ haben! Dass Sie „als Tessiner benachteiligt“ werden, dieses Lamento mag ich hingegen nicht mehr hören. Das ist nur die ewige Leier der Legisten, die damit Politik machen. In der Realität wird das Tessin bevorzugt behandelt, mit CH-MInderheitenschutz und das ist auch gut so.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Lothar Drack: Wo wird das Tessin bevorzugt behandelt? Das kann auch nur ein Deutschschweizer mit 70% Bevölkerungsanteil so sehen. Übrigens gehört auch Italienischbünden zur italienischen Schweiz.
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    2. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Danke der Nachfrage, vorab dies: Deutschschweiz 65,6%, italien. Schweiz 8,4% (BSA)
      Ein Beispiel zu Ihrer Frage: Seit 1848 stellte TI acht Bundesräte, für eine 334’000-Bevölkerung viel! BS + BL stellte bei 467‘000-Bevölkerung zusammen ganze drei - und UR, SZ, NW, SH und JU, zusammen rund 600‘000 Bevölkerung keinen (null!). Es gab übrigens nie einen BR aus Italienischbünden. Meine Muttersprache ist Schweizerdeutsch, ich wohne aber im Tessin und bin darum mit den hiesigen Verhältnissen vertraut.
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    3. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Zweites Bsp. @Leu: Fast ein Viertel der gesamtschweizerisch erhobenen Rundfunkgebühren fliessen zu RSI, Radiotelevisione Svizzera, mit Sitz in Lugano, wo zwei TV-Programme und 3 Radioprogramme erzeugt werden, so wie ich es auch noch aus der Deutschschweiz kenne. Jetzt profitiere ich hier davon, zusammen mit den 8,4% Anteil an der Gesamtbevölkerung. Aber auch da muss nun gespart werden, RSI bleibt aber zweitgrösster Arbeitgeber im Tessin (grösster ist der Kanton selber, Bergkanton eben).
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    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Lothar Drack: Ihre Antwort habe ich so erartet und so funktioniert Schweizer Politik eben nicht, sonst hätte es die Schweiz längst zerrissen. 1. Mit Sprachen gemäss Volkszählung ist Italienisch an 4. Stelle nach anderen Sprachen. 2. Wenn man alle Mittel nach Bevölkerungsanteil verteilt (z.B. SRG) erhält die italienische Schweiz 8.2% und kann sich damit kaum etwas vergleichbares leisten. Ein Kanton und ein Sprachraum sind nicht das gleiche. Bin Deutschschweizer und spreche alle Landessprachen.
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    5. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Cordials salids, monsieur Leone - e chapeau: sprachlich sind Sie offenbar eine Ausnahmeerscheinung. Bei jenem von Ihnen beanstandeten Satz „In der Realität wird das Tessin bevorzugt behandelt (...)“ schrieb ich ja im Nebensatz explizit „(...) mit CH-MInderheitenschutz und das ist auch gut so.“

      Und genau so funktioniert Schweizer Politik, „sonst hätte es die Schweiz längst zerrissen“, wie Sie richtig schreiben, da sind wir uns also einig! Wieso soll Italienisch aber erst an 4. Stelle stehen?
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