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Unterstützung brauchen vor allem alleinerziehende Familien
Aus HeuteMorgen vom 24.03.2021.
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Tiefe Sozialhilfe-Quote Im Tessin sollen Kinder kein Armutsrisiko sein

Das Modell der Familien-Ergänzungsleistungen ist seit 20 Jahren erfolgreich. Doch die Schweiz nimmt das kaum zur Kenntnis.

Es ist eine wenig bekannte Erfolgsgeschichte aus dem Tessin, die im medialen Getöse der Schwarzmalerei untergeht: Die im Vergleich zu den anderen Kantonen tiefere Sozialhilfequote im Südkanton.

«Das liegt daran, dass wir ein ausgereiftes Unterstützungssystem für Familien haben», sagt Christina Oberholzer, Leiterin der Sozialhilfe im Tessin.

Hilfe vor allem für Alleinerziehende

Konkret heisst das, dass im Tessin Familien, in denen die Eltern keinen existenzsichernden Lohn verdienen, Ergänzungsleistungen erhalten. Denn Kinder sollen nicht zu einem Sozialhilfe-Risiko werden.

Dabei werde das System der familiären Ergänzungsleistungen vor allem von alleinerziehenden Eltern gebraucht. «Von ihnen haben wir hier im Tessin überdurchschnittlich viele», betont Oberholzer.

Symbolbild: Kinder planschen im Lago Maggiore.
Legende: Kinder sollen im Tessin finanziell unbeschwert aufwachsen können. Keystone

Das Ziel dieser Ergänzungsbeiträge ist es, zu verhindern, dass die Eltern in die Sozialhilfe rutschen und sich die Entwicklungschancen der Kinder damit verschlechtern. Denn: Beziehen die Eltern Sozialhilfe, ist die Chance der Kinder, künftig ebenfalls Sozialhilfe zu beziehen, erhöht.

Wirtschaft beteiligt sich an Kosten

Derzeit erhalten im Tessin rund 10'000 Familien Ergänzungsleistungen. Die Kosten dafür sind deutlich geringer, als die Kosten für die Sozialhilfebezüger. Das ist auch deshalb so, weil ein Grossteil der finanziellen Leistung vom Arbeitgeber übernommen wird.

In der Tat wird die Familien-Ergänzungsleitung zum Teil von der Wirtschaft – also von den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern – bezahlt. Der Kanton wird so finanziell entlastet.

Westschweizer Kantone ziehen nach

Seit mehr als 20 Jahren sind diese Tessiner Ergänzungsleistungen in Kraft und entlasten die Sozialhilfe. Einige andere Kantone, zum Beispiel in der Westschweiz, haben mittlerweile ähnliche Systeme.

Versuche, auf nationaler Ebene ein solches Familien-Unterstützungssystem einzusetzen, sind bisher gescheitert.

SRF 4 News, HeuteMorgen vom 24.3.2021, 07.00 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Lehmann  (Mike123)
    Wirtschatsstudien zeigen es sehr deutlich dass wir uns von einer Aufbaugesellschaft zu einer Verteilgesellschaft entwickeln. Ob das gut oder schlecht ist, ist natürlich eine Ansichtssache. Tatsache aber bleibt, dass wir alle beim Verteilen der Substanz logischerweise dann auch weniger pro Kopf übrig haben. Deshalb sinkt ja die pro Kopf Wertschöpfung von Jahr zu Jahr analog zur Bodenverknappung durch Zuzug der Massen. Man kann nur verteilen was man hat - mehr nicht.
    1. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Man kann aber das, was man hat, fair oder unfair, sinnvoll oder unsinnig verteilen, Herr Lehmann. Und das macht wohl viel mehr aus, als dass pro Kopf weniger übrig bleibt.
    2. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Das Solidaritätsprinzip beschreibt die Solidarität als grundlegendes Prinzip der Sozialversicherung. Dies bedeutet, dass ein Bürger nicht allein für sich verantwortlich ist, sondern sich die Mitglieder einer definierten Solidargemeinschaft gegenseitig Hilfe und Unterstützung gewähren. Früher oder später kommt es zu einer Schieflage, wenn mehr Bezüger hinzu kommen, ohne vorher eingezahlt haben.
  • Kommentar von Peter Zuber  (Hä nuuh)
    Es wäre an der Zeit dass sich das allgemein durchsetzt. Wir alle profitieren von hier aufgewachsenen Kindern vor allem die Wirtschaft von zukünftig gut ausgebildeten und sozial stabilen Arbeitskräften.
  • Kommentar von mario hellberg  (fusci)
    Dene wos guet geit, giengs besser, giengs dene besser wos weniger guet geit!