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TV-Rechte zu billig verkauft? Bundesanwalt will Verfahren gegen Blatter teilweise einstellen

  • Die Bundesanwaltschaft steht vor der Einstellung eines der beiden Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter.
  • Dabei geht es um den Verkauf von Fernsehrechten an die Karibische Fussballunion (CFU).
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Aus dem Archiv: Umstrittener Deal zu TV-Rechten
Aus 10 vor 10 vom 11.09.2015.
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Die Bundesanwaltschaft hält ihre Strafuntersuchung in dem Teilbereich für abgeschlossen und beabsichtigt, das Verfahren einzustellen, wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte. Zuvor hatten die Zeitungen «Le Monde» und «Süddeutsche Zeitung» über die mögliche Einstellung berichtet.

Verkauf deutlich unter Marktwert

Der 84-jährige Blatter, der den Weltfussballverband bis 2015 präsidiert hatte und von der Fifa-Ethikkommission für sechs Jahre gesperrt worden war, soll demnach im Verfahren um zu billig verkaufte TV-Rechte nicht weiter strafrechtlich verfolgt werden.

Blatter wurde vorgeworfen, er habe der CFU Fernsehrechte zu Preisen zugeschanzt, die unter dem Marktwert gelegen hätten. Es bestand der Verdacht auf unfaires Management und Vertrauensbruch. Der Vertrag, der 2011 auslief, gewährte der CFU die Fernsehrechte an den Weltmeisterschaften 2010 und 2014 zum Preis von 600'000 Dollar – deutlich unter dem damaligen Marktwert.

Zweites Verfahren läuft weiter

An der Spitze der CFU stand damals Jack Warner aus Trinidad, der von der Fifa auf Lebenszeit ausgeschlossen worden war und von der US-Justiz wegen Korruption angeklagt worden war. Blatter sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, er habe das Dokument über die teilweise Einstellung des Verfahrens noch nicht persönlich erhalten.

Das Verfahren um Filmrechte, die zu Preisen unter dem Marktwert verkauft worden sein sollen, war Teil eines zweiteiligen Verfahrens gegen Blatter, das 2015 eröffnet worden war.

Blatter will Antrag auf Rehabilitierung stellen

Im zweiten Strafverfahren wird dem ehemaligen Fifa-Präsidenten vorgeworfen, im Februar 2011 eine umstrittene Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an den damaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini veranlasst zu haben. Die Ermittlungen in diesem Fall sind von der möglichen Einstellung nicht betroffen, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.

«Sobald auch der Fall Platini abgeschlossen ist, werde ich bei der Fifa einen Antrag auf Rehabilitierung stellen, da meine Suspendierung durch die Fifa-Ethikkommission aufgrund von Vorwürfen der Schweizer Justiz erfolgt ist», sagte Blatter.

SRF4 News, 02 Uhr, 12.04.2020;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Schmid  (W. Schmid)
    Konfisziert sein Vermögen und stellt das Verfahren ein. Dieses kostet den Staat (uns) zehntausende Franken und am Ende ist er nicht Haftentstehungsfähig. Heisst alles für Katz.
  • Kommentar von Maria Kaiser  (Klarsicht)
    Lasst diesen Pionier des Fussballs endlich in Ruhe, Niemadem ist gedient, Ihn in seinen alten Tagen noch abzustrafen. Wiegt das Gute das er für den Fussbal getan hat, nicht das weniger Gute längst auf ? Im Zweifelsfalle immer Gnade für den Angeklagten -so verstehe ich den Rechtsstaat - ich will keinen Rachestaat. Allen die diese Haltung vertreten können, vielen Dank.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Das ist kein Pionier sondern ein Profiteur der Fussballs.
    2. Antwort von Jörg Frey  (giogio)
      Korruption ist und bleibt Korruption, unabhängig vom Alter. Oder sollen über 80-jährige von jeglicher strafrechtlichen Verfolung verschont werden?
    3. Antwort von Adrian G. Walser  (QNH1013)
      Mit anderen Worten, Frau Kaiser: Hat man nur genügend „Gutes“ getan, muss man sich nicht mehr an Gesetze halten? Und das nennen Sie dann „Rechtsstaat“? Eine seltsame Einstellung.
    4. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      Frau Kaiser, ich bin genau Ihrer Meinung. Die FIFA ist für die meisten Kommentarschreiber (meistens Linke) ein rotes Tuch, also braucht es einen Sündenbock. Zudem die Meisten, die sich hier äussern, haben keine Ahnung von Korruption.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die Schuldigen dieser Misere von Betrug und Korruption lässt man einmal mehr wieder laufen. Wo ist die Gerechtigkeit?