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Sicherheitsdienstleister fordern Umdenken nach Überfällen
Aus SRF 4 News aktuell vom 10.12.2019.
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Überfälle auf Geldtransporter «Die Schweiz muss unattraktiver für Banditen werden»

Nach dem Überfall auf einen Geldtransporter der Post im waadtländischen Daillens stellt sich verstärkt die Frage, wie solche Überfälle verhindert werden können. Für mehr Sicherheit für Geldtransporte und das Begleitpersonal setzt sich auch der Verband Schweizerischer Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmen VSSU ein. Für ihn ist klar: Bleibt alles wie gehabt, wird es immer wieder Überfälle geben.

Luc Sergy

Luc Sergy

Direktor VSSU

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Luc Sergy ist der Direktor des Verbands Schweizerischer Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmen (VSSU).

SRF News: Ihr Verband will die Schweiz für Geldräuber unattraktiver machen und fordert deshalb, dass nachts nur noch schwer gepanzerte Geldtransporter unterwegs sein sollen. Was versprechen Sie sich davon?

Luc Sergy: Wir müssen um die Sicherheit unserer Leute und um diejenige der Bürgerinnen und Bürger besorgt sein, die an Orten leben, wo diese Überfälle stattfinden. Es geht aber auch um die Sicherheit der Polizei. Es braucht dringendst Massnahmen, um die Schweiz uattraktiver für diese Banditen zu machen. Das heisst: schwer gepanzerte Fahrzeuge, die zusätzlich mit Vernichtungsanlagen für das Geld ausgerüstet werden müssen. Dies wäre etwa mit expansivem Schaum möglich.

Schliesslich muss man sich überlegen, ob pro Fahrt nur eine maximale Geldmenge transportiert werden darf. Wir fordern eine Bewilligung für acht bis zehn zusätzliche Fahrzeuge, mit denen wir in der Nacht fahren könnten. In Frankreich wurden die entsprechenden Massnahmen ergriffen. Seitdem gibt es dort viel weniger Überfälle. Deswegen weichen die Diebe auf die Schweiz aus.

Die zusätzlichen Transporter könnte man auch einfach tagsüber einsetzen. Dann wäre das Problem gelöst.

Eigentlich schon. Aber die Wirtschaft hat hohe Anforderungen an uns. Die Bankomaten sollen immer gefüllt sein und die Banken sollen jederzeit Geld ausgeben können. Deswegen brauchen wir Nachtfahrten.

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Aus dem Archiv: Überfall auf Geldtransport in Daillens/VD
Aus Schweiz aktuell vom 03.12.2019.
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Würde man das Geld nicht besser bei den Banken lagern als in den Tresoren dieser Transporte? In der Bank wäre das Geld wohl sicherer.

Wir können schon zurückgehen zu der Zeit, als die Banken überfallen wurden. Dann werden wir nicht mehr überfallen.

Wir können nicht weiterarbeiten wie bisher.

FDP-Nationalrat Olivier Feller fordert in einer Motion die Aufhebung des Nachtfahrverbotes für schwer gepanzerte Geldtransporter. Der Bundesrat empfiehlt die Motion zur Ablehnung. Rechnen Sie sich trotzdem Chancen aus?

Ich hoffe immer noch. Falls entschieden wird, dass wir nachts nicht fahren dürfen, muss man wissen, dass dies schwere Auswirkungen auf die Privatwirtschaft haben wird. Wir fordern eine Aufhebung des Nachtfahrverbots, um den bisherigen Service zu gewährleisten.

Es scheint einen Röstigraben bei dem Thema zu geben. In der Deutschschweiz wird das Ganze nicht gross diskutiert, in der Romandie schon. Dort stehen die Leute auch eher hinter der Aufhebung des Nachtfahrverbotes.

Wenn es diesen Röstigraben wirklich geben würde, fände dieses Gespräch kaum statt. Die Romandie wurde durch die letzten Überfälle schwer unter Druck gesetzt. Es ist aber kein Westschweizer Problem. Wenn wir dort irgendwann eine Lösung finden, damit es dort keine Überfälle mehr gibt, werden die Banditen wohl auf nach Freiburg oder Bern ausweichen.

Welche Folgen hätte es, wenn Ihre eingangs erwähnten Forderungen nicht umgesetzt würden?

Die Branche ist überzeugt, dass wir jetzt vorwärts machen müssen, um den Schutz unserer eigenen Leute und denjenigen Dritter zu gewährleisten. Wir können nicht weiterarbeiten wie bisher.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy.

Video
Überfälle auf Geldtransporter: Ein Bandit packt aus
Aus Rundschau vom 20.11.2019.
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16 Kommentare

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  • Kommentar von markus aenishaenslin  (aenis)
    Vielleicht wäre eine neu Konzipierung gepanzerter Fahrzeug für die Rüstungsindustrie interessant. Piranha Geld Transporter schwer genug, um einpaar quer stehende Autos auf Seite zu schieben.
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  • Kommentar von Peter Meier  (pmeier)
    Bargeld abschaffen. Problem gelöst. (...und damit andere Probleme wie Steuerhinterziehung, Geldwäschen, Schwarzarbeit, Bestechung, usw.)
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    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      haben sie mitbekommen, dass Hacker hunderte Millionen an Kryptowährungen erbeutet haben? Dies nur ein ganz kleiner Grund, das Bargeld keinesfalls abschaffen zu wollen.
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    2. Antwort von Peter Meier  (pmeier)
      @Giger. Haben Sie mitbekommen, dass Kryptowährungen Bargeld ist? Digitales Bargeld. https://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin. "Bitcoin ist der erste erfolgreiche Versuch, digitales Bargeld zu etablieren". Deshalb ist es bei Kriminellen sehr beliebt, und auch hackbar. Sollte meinetwegen auch verboten sein. Bankkonti sind fast unmöglich zu hacken. Und übrigens, Cyber-Kriminalität gibt es nur, wenn die Diebe irgendwann spurlos verschwinden können. Spurlos = Bargeld.
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  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Diese Transporte, welche von Privatfirmen durchgeführt werden (nehme ich an) müssen unbedingt vertrauenswürdiges Personal rekrutieren. Heut wird auch da auf den Lohn (tiefer ist besser) geschaut. Der Leumund ist sehr wichtig.
    Ausserdem finde ich es lächerlich, dass so lange zugewartet wird um solche Vorfälle abzuwenden. Zuerst mussten sich die Versicherungen in der Region zurückziehen (finde ich gut) um eine Lösung zu finden.
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