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Übung im Landesmuseum Zürich «Stopp! Stopp! Nicht bewegen!»

Im Landesmuseum stehen hunderte Objekte von unschätzbarem Wert. Wie schützt die Feuerwehr im Brandfall die Unikate?

Sollte es zu einem Brand kommen, stünde die Berufsfeuerwehr Zürich vor einer heiklen Aufgabe – wie schützt man solche Unikate von unschätzbarem Wert?

Menschen stehen neben einem grossen Globus-Exponat in einem Museum.
Legende: Im Brandfall müsste der St. Galler Globus mit einer Brandschutzdecke geschützt werden, da er zu gross und zu schwer für eine Evakuation ist. SRF

Darunter auch der St. Galler Globus aus dem 16. Jahrhundert, eines der bedeutendsten kulturhistorischen Objekte der Schweiz.

Besondere Vorsicht geboten

«Dem darf wirklich nichts passieren. Ihr habt es mit Originalen zu tun – Objekte, die es auf der Welt genau einmal gibt», mahnt Jan Bauke die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr.

Mann in gelber Jacke zeigt auf etwas, umgeben von Personen und einem Feuerwehrauto im Hintergrund.
Legende: Jan Bauke, stv. Kommandant Schutz & Rettung Zürich, sensibilisiert die Berufsfeuerwehrleute für den Umgang mit wertvollen Kulturgütern. SRF

Bauke ist stellvertretender Kommandant von Schutz & Rettung Zürich und Ausbildungschef. Die Feuerwehr übt gemeinsam mit dem Landesmuseum den Schutz und die Evakuation wertvoller Kulturgüter.

Evakuation keine Option

Im Brandfall wäre der St. Galler Globus zu gross und zu schwer, als dass man ihn hinaustragen könnte. Das Landesmuseum hat deshalb eine spezielle Brandschutzdecke angeschafft, die den Globus im Ernstfall schützen soll. Das sorgfältige Einhüllen des Globus ist Kern der Übung.

Frau und Mann in Sicherheitskleidung stehen in einem Raum.
Legende: Für Elke Mürau, Verantwortliche für den Kulturgüterschutz im Landesmuseum, hat der Schutz des Globus oberste Priorität. SRF

Für Elke Mürau, im Landesmuseum verantwortlich für den Kulturgüterschutz, ist die Übung ein Moment mit erhöhtem Puls: «Wir haben alles gut besprochen, aber der Globus hat einen enormen Wert und ist nicht ersetzbar, da ist man schon angespannt.»

Das Übungsszenario beginnt

Brand im ersten Stock. Mit Blaulicht rücken zwei Fahrzeuge der Feuerwehr an. Eine Mitarbeiterin des Notfallteams des Landesmuseums informiert den Zugführer der Berufsfeuerwehr. Dieser schickt umgehend zwei Vierertrupps in Vollmontur ins Gebäude. Ein Trupp bekämpft das Feuer, der andere konzentriert sich auf den Globus.

Gruppe von Feuerwehrleuten bespricht Einsatzplan.
Legende: Sogenannte Laufkarten helfen im Brandfall den Feuerwehrleuten, die wichtigsten Exponate rasch zu finden. SRF

Orientierung bieten den Feuerwehrleuten sogenannte Laufkarten, die das Landesmuseum für alle wichtigen Exponate erstellt hat. Darauf vermerkt sind Standort, Besonderheiten und Hinweise, wie beispielsweise eine Vitrine geöffnet werden kann. Auch für den St. Galler Globus gibt es eine solche Karte – inklusive Angabe, wo die neue Brandschutzdecke gelagert ist.

Keine Fehler erlaubt

«Alle bereit? Hinten gut? Aufspannen und darüberziehen!», ruft Gruppenführer Jonas Kohler kurz und knapp. Alles scheint wie geplant zu funktionieren. «Stopp! Stopp! Nicht bewegen!», ruft ein Feuerwehrmann plötzlich. Die Brandschutzdecke hat sich am Globus verfangen. «Die Schwierigkeit ist, dass die Decke über den Globus gelegt werden muss, ohne dass er berührt wird, weil er sehr instabil ist.

Feuerwehrleute in einem Raum mit silberner Abdeckung auf Gegenstand.
Legende: Höchste Konzentration gefragt: Die Feuerwehrleute müssen die Brandschutzdecke über den St. Galler Globus legen – ohne diesen zu berühren.   SRF

Und es sind keine Fehler erlaubt, auch wenn es nur eine Übung ist», so Kohler. Nochmals zurück. Beim zweiten Anlauf klappt es. Nach knapp fünf Minuten steht der Globus eingepackt in der silbernen Brandschutzdecke da.

Viele Erkenntnisgewinne

Die eigentliche Übung dauert nur wenige Minuten – der Erkenntnisgewinn hingegen ist nachhaltig. Jan Bauke zieht eine positive Bilanz: «Wir haben dank der Übung herausgefunden, wie man die Laufkarten verbessern könnte, wie wir uns organisieren müssen, dass wir den Globus abdecken können, so dass ihm nichts passiert.» Elke Mürau vom Landesmuseum zeigt sich erleichtert: «Die Feuerwehr hat hervorragend gearbeitet. Gleichzeitig wollen wir die Laufkarten noch detaillierter gestalten, damit sie bei künftigen Übungen noch verständlicher sind.»

Die Hoffnung aller Beteiligten: Dass die neu gewonnenen Erkenntnisse und die neue Brandschutzdecke nur bei Übungen gebraucht werden – und nie bei einem echten Brand im Landesmuseum.

Schweiz aktuell, 18.03.2026, 19:00 Uhr; noes

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