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Umweltskandal Blausee Auch Betonschlamm illegal im Steinbruch Blausee-Mitholz deponiert

  • Der Umweltskandal um den Steinbruch Blausee-Mitholz im Berner Oberland nimmt immer grössere Ausmasse an.
  • Bei den Sanierungsarbeiten des Lötschberg-Scheiteltunnels wurden ordnungswidrig auch 200 Tonnen Betonschlamm in dem Steinbruch abgelagert.
  • Das Bahnunternehmen BLS informierte die Strafbehörden über den Tatbestand, wie es mitteilt. Der Betonschlamm hätte eigentlich in spezialisierte Deponien geliefert werden müssen.
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Aus dem Archiv: Umweltskandal am Blausee
Aus Rundschau vom 20.01.2021.
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Seit Mai 2020 verlaufe die Entsorgung der anfallenden Schlamme ordnungsgemäss, hiess es weiter. Zuvor hatte die Baufirma Marti diese zwischen Juli 2019 und April 2020 im Steinbruch- und Hartschotterwerk Blausee-Mitholz deponiert. Steinbruch und Werk gehören dem Vigier-Konzern.

Die BLS wurde am 28. Januar von der Firma Marti über die Deponie informiert. Sie forderte daraufhin nach eigenen Angaben die lückenlose Dokumentation der Entsorgungswege des Betonschlamms. Um die unrechtmässige Deponie im Steinbruch- und Hartschotterwerk Blausee-Mitholz abzuklären, informierte das Bahnunternehmen neben der Berner Staatsanwaltschaft auch das Bundesamt für Verkehr.

Pressschlamm und giftiger Schotter

Die Meldungen über illegale Deponien in dem Steinbruch im Kandertal reissen damit nicht ab. So lud ein Berner Transportunternehmen dort belastetes Material und nach dem Waschen von Bauschutt übrig gebliebenen Pressschlamm von zwei Firmen aus dem Kanton Zürich ab.

Diese Stoffe müssten eigentlich in gesicherten Deponien verwahrt werden, was seinen Preis hat. Statt das Material ordnungsgemäss zu deponieren, verfrachtete der Transporteur es ins Berner Oberland. Den beiden Zürcher Baustoff-Firmen verrechnete dieser die Kosten für die legale Entsorgung.

Zuvor enthüllten die «Rundschau» von SRF und die Tamedia-Zeitungen, dass in dem Steinbruch seit Jahren illegal giftiger Altschotter gelagert worden war. Auch der Aushubschotter von der 2018 gestarteten Tunnelsanierung gelangte dorthin.

Grund für Fischsterben im Blausee?

Ebenfalls sollen mit giftigem Imprägniermittel behandelte Bahnschwellen in der Kiesgrube liegen. Der Steinbruch ist explizit keine Deponie. Er darf aber zur Auffüllung sauberen Aushub verwenden.

Seit 2018 kam es bei der etwa einen Kilometer von dem Steinbruch entfernten Forellenzucht am Ausflugsziel Blausee immer wieder zu Fischsterben. Die prominenten Besitzer des Ausflugsziels mit Fischzucht um ex-Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand vermuteten, dass der Müll dafür verantwortlich sein könnte. Sie reichten vergangenen Sommer Strafanzeige ein. Die Ortschaft Mitholz gehört zur Gemeinde Kandergrund.

Regionaljournal Bern, 11.2.21, 12:03 Uhr;

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Es ist sehr bedenklich, dass zuerst alles geleugnet wird und erst bei handfesten Beweisen zugegeben wird, was alles verbockt wurde. Die Aufsichtsbehörde hat hier total versagt, was tun diese beamte eigentlich? am Bürotisch sitzen und alles absegnen? Es müssen bei vielen Firmen stärkere Kontrollen stattfinden. (Baustellen usw.)
  • Kommentar von Fritz Meier  (FriMe)
    Man muss wissen, dass die errechneten Kosten der Scheiteltunnelsanierung stark überschritten wurden und der Tunnel nun nicht wie geplant, durch eine durchgehend feste Fahrbahn, sondern teilweise wieder mit Schotter/Schiene oder gar nicht mehr saniert wird. Deren Gründe gibt es viele. Ich möchte als Nichtwissender keine unwahren Behauptungen verbreiten: Evtl. wurde aber die Offerte zu "spitz" kalkuliert, in der Hoffnung, dass es keine Überraschungen gibt - und die Firma den Zuschlag erhält.
  • Kommentar von Simon Weber  (Weberson)
    Ziemlich komplizierte Geschichte. Da wurde wohl die ein oder andere Verantwortung von oben nach unten und weiter delegiert mit dem Ziel möglichst billig rauszukommen.. Manch einer wäre erstaunt, bei wie vielen Firmen ein solches Verhalten zu finden ist, wenn vielleicht auch in kleinerem Ausmass. Solange man Whistleblower nicht schützt aber die Profitgier über allem herrscht, muss man sich ab solchen Berichten nicht wundern. Schade für die geschundene Umwelt!