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Verkürzung der Quarantäne: Was heisst das für Gesundheitsbetriebe?
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 12.01.2022.
abspielen. Laufzeit 07:55 Minuten.
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Uneinigkeit zum BR-Entscheid So reagieren Gesundheitsbetriebe auf die Quarantäne-Verkürzung

Die Spitex sorgt sich, das Altersheim ist erleichtert: Die Reaktionen zum Bundesrats-Entscheid gehen auseinander.

Im Alterszentrum Alenia in Muri Gümligen (BE) gibt es aktuell keine Personalnot. Fünf Personen der insgesamt 130 Vollzeitstellen sind aktuell in Quarantäne oder Isolation, sie können aktuell die Bewohnenden nicht pflegen. Das sind zwar vergleichsweise wenig, der Leiter, Peter Bieri, fürchtet aber, dass die Zahl in den nächsten Tagen und Wochen stark steigen könnte. Er ist deshalb froh um den jüngsten Entscheid des Bundesrates, die Quarantäne und Isolation zu verkürzen.

Bundesrats-Beschluss zur Quarantäne/Isolation

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  • Personen ohne Symptome können sich ab Donnerstag bereits nach fünf Tagen von einer Corona-Isolation oder -Quarantäne befreien.
  • Von der Kontaktquarantäne ausgenommen sind Personen, die ihre letzte Impfdosis vor weniger als vier Monaten erhalten haben oder vor weniger als vier Monaten genesen sind.
  • Um die Isolation beenden zu können, muss eine Person weiterhin 48 Stunden ohne Symptome sein.
  • Begründet werden diese Massnahmen damit, dass dies nötig sei, um den reibungslosen Betrieb der Wirtschaft sicherzustellen.

Die weiteren beschlossenen Massnahmen und Vorschläge für die Kantone finden Sie hier.

«Wir sind ein Betrieb, in dem man die Arbeiten nicht aufschieben kann. Die Bewohnerinnen und Bewohner müssen gepflegt werden, wir brauchen die Angestellten hier vor Ort», so Peter Bieri. Er hat keine Angst davor, dass Mitarbeitende das Virus nun ins Heim einschleppen könnten. «Wir haben gute Schutzkonzepte, eine hohe Impfquote und wir beschäftigen uns seit zwei Jahren Tag und Nacht mit dieser Pandemie.» Man wisse mittlerweile, wie man Symptome frühzeitig erkennen könne.

Auch die Spitex ist froh

Der Leiter des Sozialmedizinischen Zentrums Oberwallis, Willy Loretan, ist ebenfalls erleichtert, mehr Personal für die Spitex zur Verfügung zu haben: «Wir werden die neuen Bestimmungen des Bundesrats anwenden, das ist klar.» Gleichzeitig befürchtet er, die Patientinnen und Patienten würden einem gewissen Risiko ausgesetzt, wenn sie von Menschen gepflegt werden, die bereits nach fünf Tagen aus der Isolation oder Quarantäne befreit wurden.

Für die Mitarbeitenden der Spitex sei es – im Vergleich zu einem Altersheim beispielsweise – eine besondere Herausforderung, dass sie zu den Patientinnen und Patienten nach Hause gehen. Da sei es etwas schwieriger, die geltenden Regeln konsequent durchzusetzen. Aber: «Das ist ja nicht neu, das seit Frühling 2020 unsere Daueraufgabe.»

Die Belastung unserer Mitarbeitenden ist gross. Das Problem: Das ist ein Dauerzustand.
Autor: Willy Loretan Leiter des Sozialmedizinischen Zentrums Oberwallis

Das Personal schütze man bei der Spitex Oberwallis durch regelmässiges Testen einerseits, andererseits bei den Hausbesuchen durch Maskenpflicht, gutes Lüften, Vermindern der engen Kontakte auf das Minimum. Diese Massnahmen hätten sich bewährt.

Graubünden bereitet sich auf Ernstfall vor

Der Kanton Graubünden will sich vorbereiten, sollte es zu Personalengpässen in den Gesundheitseinrichtungen kommen. Alle ausgebildeten Pflegefachpersonen, die im Kanton wohnen, aber nicht mehr im Beruf arbeiten, müssen sich deshalb bei den Gesundheitsbehörden melden und registrieren. Bereits zu Beginn der Pandemie startete die Regierung denselben Aufruf. Davon ausgenommen sind Personen, die einer Risikogruppe angehören.

Sollte es wegen der aktuellen Omikron-Welle in den Gesundheitseinrichtungen zu vielen Ausfällen kommen, will die Bündner Regierung die registrierten Fachleute aufbieten. Sie stützt sich dabei auf das Gesundheitsgesetz. «Ich verstehe die Massnahme, sie ist im Interesse der Bevölkerung und der Institutionen», sagt Renate Rutishauser, Präsidentin der Bündner Sektion des Schweizerischen Berufsverbands für Pflegefachpersonal.

Allerdings sei es schade, dass der Kanton nicht schon früher reagiert habe, um gemeinsam mit dem Verband Freiwillige für Einsätze zu suchen.

Nachrichten, 14:00 Uhr / Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr;

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