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Ungleiche Vergütung für Covid-19-Impfungen
Aus 10 vor 10 vom 05.05.2021.
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Ungleichbehandlung bei Kosten Corona-Impfungen: Apotheker sollen bald mehr bekommen als Ärzte

Hausärzte ärgern sich über eine geplante Impftarif-Senkung: Schon bald sollen sie weniger erhalten als Apotheker.

24.50 Franken: So viel bekommen Hausärzte und Hausärztinnen sowie Apotheker und Apothekerinnen derzeit mindestens pro Corona-Impfung. Einzelne Kantone erhöhen den Betrag zusätzlich auf freiwilliger Basis.

Doch ab Juli soll das anders werden. Der Betrag bei den Hausärzten reduziert sich dann auf 16.50 Franken. Nicht jedoch für die Apotheken. Diese können weiterhin 24.50 Franken abrechnen, wie Recherchen von «10vor10» zeigen.

Ungleichbehandlung sorgt für Unmut

Diese Ungleichbehandlung sorgt bei den Betroffenen für Unmut. Yvonne Gilli vom Ärztinnen- und Ärzte-Verband FMH sagt: «Für uns ist das ein grosses Ärgernis. Schon 24.50 sind bei weitem nicht kostendeckend.» Wenn man nun auf 16.50 runtergehe, könne man sich ja ungefähr vorstellen, was das für die Ärzte bedeute.

Ärzteschaft aussen vor gelassen?

Grund für die Ungleichbehandlung ist, dass die Impfpauschalen für Apotheken in einer gesonderten Verordnung des Bundes festgelegt sind, während die Ärztepauschale das Resultat einer Verhandlung ist. Diese Pauschale wurde zwischen der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) und den Versicherern ausgehandelt. Abgesegnet wurde sie vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

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FMH-Präsidentin Yvonne Gilli: «Für uns ist das ein grosses Ärgernis»
Aus News-Clip vom 05.05.2021.
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Die Ärzteschaft sei nicht einbezogen worden, moniert Gilli. Sie habe bei der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) interveniert.

GDK-Präsident: «Situation scheint nicht richtig»

GDK-Präsident Lukas Engelberger war an der Ausarbeitung des Tarifs beteiligt. Er hat Verständnis für die Kritik der Ärztinnen und Ärzte: «Für einen höheren Tarif in Apotheken gibt es kein Verständnis, auch von mir nicht.»

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Lukas Engelberger: «Für einen höheren Tarif in Apotheken gibt es kein Verständnis»
Aus News-Clip vom 05.05.2021.
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Man werde das folglich nochmals anschauen müssen – auch mit den Krankenkassen. «Diese Situation scheint nicht richtig.» In der Verantwortung sieht er das Bundesamt für Gesundheit BAG und die Versicherer.

Auch das BAG deutet in einer schriftlichen Stellungnahme an, nochmal über die Bücher gehen zu wollen: «Der Bundesrat hat die Vertragspartner aufgefordert, die Impfpauschalen zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.» Das BAG werde sich diesbezüglich bei den Tarifpartnern in den nächsten Wochen erkundigen, ob und welche Anpassungen ab 1. Juli 2021 geplant seien.

10v10, 5.5.2021, 21:50 Uhr

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Geld, Geld, Profit - Schweizer Volks-Wirtschafts-Politik, Schweizer Ethik...??
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Denise Casagrande: Nur in der Schweiz? Will z.B. in Italien oder Russland niemand Geld?
  • Kommentar von Daniel Gion  (dgion)
    ... und wieder so ein unglaubliche Fehlleistung seitens des BAG...
  • Kommentar von René Widmer  (Widmer)
    weder 16.50 noch 24.50 ist ein attraktiver preis für die ärzte oder apotheker. aber es macht schon sehr viel sinn dass möglichst viele stellen impfen können und die anreise nicht so weit ist und schneller geimpft werden kann. seit monaten warte mit 64 ich auf einen termin.. ginge als gerne in die apotheke um die ecke..
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ René Widmer: Wir sind in einer Notlage. Da kann ein wenig Preiswettbewerb zwischen Ärzten und Apothekern nichts schaden. Andere Menschen haben die Stelle verloren oder müssen für 4000 Fr. pro Monat arbeiten. Da hält sich mein Mitleid sowohl mit Ärzten als auch Apothekern, die zu den am besten verdienenden Berufsständen gehören, in engen Grenzen.