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Läden zu, Läden auf - Die zwei Corona-Welten im Dreiländereck
Aus HeuteMorgen vom 19.04.2021.
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Unterschiedliche Situation Basel öffnet – Lörrach zieht die Notbremse

Während in der Schweiz Beizen-Terrassen geöffnet werden, gelten in Deutschland und Frankreich schärfere Massnahmen. Ein Blick in die Dreiland-Region Basel.

Im Dreiländereck bei Basel treffen Welten aufeinander: Auf Schweizer Seite darf ab Montag auf Beizen-Terrassen wieder getrunken und gegessen werden, in den Fitnessstudios wird seit dem Morgen wieder geschwitzt und sogar Konzerte sind wieder erlaubt.

Ganz anders präsentiert sich das Bild derweil ennet der Landesgrenze, nur ein paar Hundert Meter von Basel weg. So zogen die deutschen Behörden am letzten Donnerstag im Landkreis Lörrach aufgrund der steigenden Infektionszahlen die sogenannte «Corona-Notbremse» – und dies obwohl die Fallzahlen in den Tagen davor gleich oder gar tiefer waren als in der Schweiz.

Viele Läden bleiben in Deutschland geschlossen und dürfen ihre Waren nur noch nach vorheriger Bestellung verkaufen. Museen sind ebenfalls zu. Ein ähnliches Bild präsentiert sich im Elsass. Hier gilt zusätzlich sogar noch eine nächtliche Ausgangssperre.

Jean-Christophe Meyer, Journalist bei der Zeitung «L'Alsace», reibt sich ab den Lockerungen in der Schweiz die Augen. «Die Situation erinnert mich ein bisschen an einen Science-Fiction-Film», sagt Meyer angesprochen auf die unterschiedlichen Massnahmen, die in der Schweiz und Frankreich gelten.

Wie in einem Science-Fiction-Film.
Autor: Jean-Christophe MeyerJournalist Zeitung L'Alsace

Gleich geht es Laura Könsler, Radiojournalistin beim SWR in Lörrach. Sie sei für eine Reportage kürzlich in Basel gewesen und habe schon vor den neusten Lockerungen den Eindruck gehabt, dass in Basel die Stimmung anders sei als in Deutschland: «Die Leute trugen keine Masken in der Stadt. Die Läden sind geöffnet, also eine ganz andere Welt nur ein paar Kilometer weiter südlich.»

Eine ganz andere Welt nur ein paar Kilometer weiter südlich.
Autor: Laura KönslerJournalistin Radio SWR

Sie habe das Gefühl, in der Schweiz herrsche ein viel lockerer Umgang mit der Pandemie, sagt Könsler. Jean-Christophe Meyer ergänzt, dass das Elsass in der ersten Welle besonders hart getroffen wurde. Deshalb sei in der Bevölkerung auch ein gewisses Verständnis für die harten Massnahmen vorhanden: «Viele Familien mussten leiden und haben jemanden verloren. Hier kennt man das Virus und weiss, welchen Schaden es anrichten kann.»

Schild vor Laden
Legende: Call and Collect: Viele Geschäfte dürfen in Deutschland ihre Ware nur noch nach Vorbestellung verkaufen, wie hier in Stuttgart. Keystone

Nicht glücklich über das unterschiedliche Vorgehen in der Bekämpfung der Pandemie ist Marion Dammann. Dammann ist Landrätin des Landkreises Lörrach und in dieser Funktion Chefin der Landkreis-Verwaltung. «Die Bevölkerung macht sich Sorgen, dass mit den Lockerungen in der Schweiz die Infektionszahlen wieder steigen könnten, und allenfalls auch der Grenzverkehr wieder eingestellt werden könnte.» Dammann sähe es lieber, wenn in der ganzen Dreiland-Region die gleichen Regeln gelten würden.

Kein Neid aber Sorge

Die Behörden in Deutschland und Frankreich beobachten kritisch, ob aufgrund der Lockerungen in der Schweiz nun viele Leute aus dem Elsass und Südbaden in die Schweiz fahren, um die neuen Freiheiten zu geniessen. Sei es zum Essen auf der Beizen-Terrasse, zum Museumsbesuch oder zum Einkaufen. Journalist Meyer und Journalistin Könsler gehen beide davon aus, dass dies trotz eingeschränkter Reisefreiheiten der Fall sein wird. Dieser Einkaufstourismus in «umgekehrter Form» habe es schon in der ersten Phase der Pandemie gegeben, hält Könsler fest. «Ich kann mir vorstellen, dass viele Elsässer für einen Apéro nun in die Schweiz fahren werden», sagt Meyer, obwohl dies in Basel viel teurer ist als im Elsass.

Neidisch auf die Situation in der Schweiz sei sie nicht, sie gönne den Schweizerinnen und Schweizern die neuen Freiheiten, sagt Könsler und ergänzt: «Ich hoffe, sie müssen nicht wieder einen Schritt zurück machen.»

Sonderregel für Hotspots in Basel

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Sonderregel für Hotspots in Basel
Legende: Kantonspolizei BS

Die Basler Regierung befürchtet, dass es mit den Lockerungen an gewissen Stellen in der Stadt zu ungewollten Menschenansammlungen kommt. Deshalb hat sie letzte Woche eine Sonderregelung erlassen.

Diese besonderen Schutzmassnahmen sind ab Montag in der Ausgehmeile Steinenvorstadt vorgesehen. Hier dürfe auf der Allmend ausserhalb der gekennzeichneten Bar- und Restaurantbereiche nichts konsumiert werden.

Diese Regelung ist vorerst bis zum 31. Mai 2021 befristet.

Heute Morgen, 19.04.2021, 06:00 Uhr ;

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70 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Schneider  (Schneider12)
    "Dammann sähe es lieber, wenn in der ganzen Dreiland-Region die gleichen Regeln gelten würden". Nein, die Schweiz hat nun andere Regeln. Obschon hier im Gegensatz zu Deutschland die Schulen während der 2. und 3. Welle nie geschlossen wurde, Vereinssport für Jugendliche möglich war, die Läden und Hotels offen waren, sind die Infektionszahlen nicht mehr gestiegen als in D. Als Schweizer, der letztes Jahr in Deutschland gelebt hat frage ich mich, wieso müssen wir die gleichen Regeln haben?
    1. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      Hab gestern wieder mal den Drosten-Podcast von letzter Woche gehört. Er redet, als wäre die treibende Rolle der Schulen so klar, dass jede Öffnung ein grosses Risiko birgt. Hat jemand seinen Podcast nachverfolgt? Bespricht er irgendwann die Schweiz? Der Mann hat ungeheuren Einfluss auf die öffentliche Meinung im deutschsprachigen Raum, und scheint sich zusehends dezidiert für Schliessungen zu engagieren.
    2. Antwort von Norbert Vogel  (Zägg En Amsle)
      Ich schaetze Christian Drosten fachlich sehr, ebenso seine Art, Dinge zu erklaeren, aber in den letzten Monaten hatte ich auch den Eindruck, dass er sich da etwas in Vorsicht verrannt hat.

      In den frueheren Folgen gab er Tipps und Hinweise, was alles noch geht, wie man Dinge "coronafreundlicher" machen koennte.

      Inzwischen immer nur noch Vorsicht, darauf kann man sich nicht verlassen, Vorsicht, das ist gefaehrlich, Vorsicht, am besten wirken immer noch nichtpharmazeutische Massnahmen.
  • Kommentar von markus aenishaenslin  (aenis)
    Statt bleibe Sie zuhause, melden sich an und gehen Sie Impfen. Den geht‘s nochmals schneller in die Normalität. Innerhalb von einer halben Stunde ging die erste Impfung über die Bühne. Dem Impf Centrum Lausen BL muss ich ein grosses Lob aussprechen, von A bis Z war alles Gut organisiert.
    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Wenn man sich denn anmelden könnte....
    2. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Vormerken lassen sollte doch in jedem Kanton möglich sein für jede Altersgruppe.
    3. Antwort von markus aenishaenslin  (aenis)
      Baselbieter Impf Registrierung im Internet funktioniert einwandfrei. Beide Termin sind via SMS bei mir angekommen. Uhrzeit, Registrier Nr. und beide Termin auf einem SMS. Bei der Registrierung ist noch eine Gesundheitsliste diese muss man noch ausfüllen und ausdrucken. Die Checkliste ist mit der ID mitzunehmen.Je nach Alter braucht es noch ein Arztzeugnis, wenn man Gefährdeter ist. Internet Anmeldung ging relativ schnell von statten.
    4. Antwort von Yo Li  (Yoli)
      Schön, wenn es so einfach wäre. Mein Mann und ich sind seit Ende Januar zum Impfen angemeldet. Aber bis wir geimpft werden wirds bestimmt Sommer. Solange so wenig Impfstoff zur verfügung steht dauert das halt seine Zeit. Darum sollten sich alle nochmals zurückhalten bis alle die sich impfen lassen wollen auch geimpft sind. Vor allem die Älteren (geimpften) sollten jetzt auch Solidarität zeigen gegenüber den Jüngeren...
  • Kommentar von Patrick Dörrer  (P.D)
    Die aktuellen Regierungen fahren ihre Wirtschaft und Gesellschaft in den Abgrund. Die Auswirkungen werden nicht von Landes-Grenze halt machen, bzw auch die Schweizer Bevölkerung in noch nie gekannten Ausmassen schädigen.
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Die Länder mit einer 0-Covid-Strategie schützen die Wirtschaft und das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung. Zu diesem Schluss kommen immer mehr Fachleute.

      Und was die Wirtschaftslage angeht so empfehle ich Ihnen einen Blick auf die Wirtschaftsdaten von SECO, KOF, SNB und BFS.
    2. Antwort von Patrick Dörrer  (P.D)
      Ich empfehle. Schauen sie denn kommenden Tatsachen in die Augen bevor sie ihrene Kopf in den Covid-Sand stecken.
    3. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Herr Dörrer, wenn ich den Kopf in den Sand stecken würde, so könnte ich nicht die aktuellen Zahlen und Prognosen anschauen und beide sehen insgesamt sehr gut aus.