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Corona-Massnahmen: Das Ausland bleibt vorsichtig
Aus 10 vor 10 vom 15.04.2021.
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Übersicht Corona-Massnahmen: Diese Regeln gelten in unseren Nachbarländern

Während die Schweiz die Corona-Massnahmen lockert, gelten in unseren Nachbarländern weiterhin deutlich strengere Regeln.

Deutschland

Grundsätzlich gilt in Deutschland seit Mitte Dezember ein Shutdown: Restaurants und Bars sind geschlossen, ebenso Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs, Theater und Fitnessstudios. Die Bundesländer setzen die Massnahmen jedoch unterschiedlich um, es gibt einen «Corona-Flickenteppich». Der Shutdown wurde mehrfach verlängert, aktuell gilt er bis zum 18. April.

Derzeit wird über weitere Verschärfungen diskutiert, die dann landesweit gelten sollen. Der Vorschlag der Bundesregierung sieht eine Art «Notbremse» für Landeskreise vor, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner innert einer Woche über 100 steigt. In diesem Fall sollen nächtliche Ausgangssperren zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens und schärfere Kontaktbeschränkungen gelten.

Mittlerweile sei eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung unzufrieden mit dem Corona-Management der Regierung, sagt SRF-Deutschland-Korrespondentin Bettina Ramseier: «Viele würden sogar einen harten Shutdown befürworten. Hauptsache, das ewige Hin und Her hätte endlich ein Ende.»

Blaue, aufeinander-gestapelte Stühle auf einem Tisch in einem Schulzimmer.
Legende: Dritter landesweiter Shutdown: In Frankreich wurden wegen der hohen Corona-Fallzahlen die Schulferien verlängert. Keystone

Frankreich

Seit Ostersamstag gilt in Frankreich zum dritten Mal ein landesweiter Shutdown. Zwischen 19 Uhr abends und 6 Uhr morgens gilt eine Ausgangssperre, tagsüber darf man sich nur in Ausnahmefällen weiter als 10 Kilometer von seinem Zuhause entfernen. Für Schülerinnen und Schüler wurden die Frühlingsferien verlängert.

Die Coronakrise schlage auf die Moral, sagt SRF-Frankreich-Korrespondentin Alexandra Gubser: «Nach etwas mehr als einem Jahr beklagt das Land 100'000 Covid-Tote, ein nationales Trauma. Dazu kommen Frust und Existenzängste. Restaurants und Läden sind und bleiben bis auf Weiteres dicht, wer noch arbeiten kann, tut dies wenn immer möglich von Zuhause aus. Präsident Macron hat für Mitte Mai Lockerungen in Aussicht gestellt. Vorausgesetzt, die hohen Ansteckungszahlen sinken. Doch die verharren weiterhin auf sehr hohem Niveau.»

Ein älterer Mann im T-Shirt bekommt von einem Arzt im weissen Kittel auf einem Boot die Corona-Impfung.
Legende: Impftermin auf einem Schiff in Venedig: In Italien gilt bis Ende April ein mehr oder weniger strikter Shutdown. Keystone

Italien

In Italien gilt bis Ende April ein mehr oder weniger strikter Shutdown. Im ganzen Land gibt es eine Ausgangssperre zwischen 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Bars und Restaurants sind geschlossen. Es gilt eine Maskenpflicht – auch draussen. In den «orangen» Zonen dürfen Geschäfte offen haben und Schülerinnen und Schüler in den Präsenzunterricht, in den «roten» Zonen gibt es keine Ausnahmen.

Lockerungen sind frühestens ab Ende April möglich – wenn die Fallzahlen sinken. Das sorge für Diskussionen, auch innerhalb der Regierung, sagt SRF-Italien-Korrespondent Philipp Zahn: «Ministerpräsident Mario Draghi steht in der Diskussion um die Corona-Massnahmen vor seiner ersten Zerreissprobe, denn in seiner breiten Koalition streiten sich «Öffner» von Mitte-Rechts und «Mahner» von Mitte-Links.»

Eine abgesperrte Holz-Terrasse. Darauf stehen ein Schild und einzelne Gartenmöbel.
Legende: Wegen Corona geschlossen: Fast überall in Österreich bleiben die Gastrobetriebe zu. Keystone

Österreich

Gastrobetriebe sind – ausser in Vorarlberg – geschlossen. In Hotels dürfen nur Geschäftsreisende übernachten. Zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens besteht eine Ausgangsbeschränkung. In den Schulen werden wöchentlich Corona-Tests durchgeführt. FFP2-Masken sind vielerorts Pflicht. Daneben haben Bundesländer teilweise eigene Corona-Regeln erlassen.

Trotzdem laufe das Corona-Management nicht reibungslos, sagt SRF-Österreich-Korrespondent Peter Balzli: «In Österreich knirscht es im politischen Gebälk. Mitten im Shutdown ist der Gesundheitsminister wegen Erschöpfung zurückgetreten. Die Beliebtheit der Regierung und das Vertrauen in diese sinkt. In dieser angespannten Situation schert jetzt auch noch ein Bundesland aus: Das Burgenland hat überraschend und gegen den Willen von Kanzler Sebastian Kurz und der Ärztekammer eine Lockerung der Massnahmen am Montag beschlossen. Kanzler Kurz droht die Notbremse zu ziehen. Eine solide Corona-Politik sieht anders aus.»

10vor10, 15.4.2021;

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    «Viele würden sogar einen harten Shutdown befürworten. Hauptsache, das ewige Hin und Her hätte endlich ein Ende.»

    Woher die Idee, dass ein harter shutdown dem Virus etw. antun kann? Das Virus kann damit nicht eliminiert werden. Das geht nur mit einer fast 100% effektiven Impfung bei fast 100% Durchimpfung&nur bei einem Virus, das spezifisch für den Mensch ist. Nichts davon trifft auf Corona zu. Es wird uns erhalten bleiben. Deshalb beendet das Hin &Her durch Aufhebung aller Massnahmen.
    1. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Die Theorie des Shutdowns funktioniert nur, wenn weltweit alles zu ist und ausnahmslos alle zu Hause bleiben müssten.
      Weiter Ansteckungen wären in dieser Zeit einzig innerhalb den eigenen vier Wänden möglich und würde bedeuten, ohne Pflege die Krankheit durchzustehen oder daran zu sterben.
      Nach drei bis vier Wochen alle testen. Die Covid Negativen hätten den Shutdown hinter sich, die Positiven wären weiter in Qurantäne.
      Die Umsetzung scheitert in der Praxis an der nötigen Radikalität.
    2. Antwort von Conny Hasler  (conhas)
      alle,die die Massnahmen per sofort auheben wollen,wie Sie,Massnahmen Skeptiker,FDP.SVP,Wirtschaftsverband etc. haben noch nie eine Antwort darauf gegeben,was man machen soll,wenn unsere Intensivstationen mit vor allem Covid Patienten belegt sind und es kaum mehr Platz für Notfälle hat;haben Sie darauf eine Antwort?dies würde mich sehr interessieren;nur Öffnen,Öffnen zu rufen ist einfach;aber die Konsequentzen tragen, kann anscheinend keiner dieser Turboöffner
  • Kommentar von Rico Bernasconi  (Herr Meyer)
    Anmerkung: In Deutschland wurden Kultur-, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe bereits Anfang November 2020 im Rahmen des "Lockdown light" geschlossen und blieben seither zu. Soziale Kontakte wurden heruntergefahren und Gruppentreffen untersagt. Nur Schulen, Kindergärten und Groß- & Einzelhandelsbetriebe wurden dann per Mitte Dezember 2020 geschlossen. Daher ist es meiner Meinung nach nicht falsch zu sagen, dass Deutschland eigentlich bereits seit Anfang November 2020 in einem Shutdown ist.
    1. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Genau so ist es.
  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Es ist m.E. interessant, dass - unabhängig davon, welche Massnahmen gelten - sich die Zahlen verschiedener Länder ähnlich entwickeln...
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Naja, die Maßnahmen weichen auch nicht stark voneinander ab. Ich bin gespannt , wie sich die Zahlen künftig in der Schweiz mit den legereren Maßnahmen entwickeln werden.
    2. Antwort von Jörg Kaufmann  (jka)
      Ja, das ist sehr interessant. Man sieht kleine zeitliche Verschiebungen in der Intensität der Anstiege und Abfälle, jedoch die meisten Maxima, wie auch Minima fallen zeitlich aufeinander, unabhängig von der Intensität.
      Ich habe nur Schweiz und Nachbarländer angesehen.
      Mag es da sein, dass Feiertage, Ferienzeit, Wetter, etc. eine Rolle spielen?
      Das fällt in Mitteleuropa ja mehr oder weniger aufeinander.
    3. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Das sagt uns etwas über die Wirksamkeit der Massnahmen.
    4. Antwort von Conny Hasler  (conhas)
      was so nicht stimmt:einige Länder haben es mit hartem Lockdown geschafft,die Fallzahlen stark zu senken und nicht mit zu schnellem Lockern die Fallzahlen unten zu halten,jüngstes Beispiel: Portugal