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Bei den Veranstaltern geht es ans Eingemachte
Aus HeuteMorgen vom 13.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
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Veranstalter in Coronakrise Eine ganze Branche ächzt

Seit zwei Wochen gilt das Verbot für Veranstaltungen über 1000 Personen – auch viele Veranstaltungen unter 1000 Personen wurden abgesagt. Und: Heute könnte der Bundesrat eine Verlängerung, vielleicht sogar eine Verschärfung des Veranstaltungsverbotes beschliessen.

Die Krise geht ans Eingemachte – zum Beispiel in Genf: 250 Millionen Franken fehlten, weil der Autosalon abgesagt worden ist, sagt Daniel Loeffler, Leiter des Genfer Wirtschaftsdepartements. Auch die Hotellerie, Restaurants sowie Einkaufsgeschäfte seien hart getroffen, erklärt Loeffler weiter.

Es fehlen natürlich die Umsätze – nicht nur von uns, aber auch alle Zulieferer, wie Sicherheitsfirmen, Reinigungsunternehmen, Gastronomiefirmen.
Autor: Philipp MusshafenDirektor Hallenstadion

Wer jetzt keine flüssige Mittel hat, gerät ins Trudeln. Der Direktor des Zürcher Hallenstadions, Philipp Musshafen, sagt: «Es fehlen natürlich die Umsätze – nicht nur uns, auch allen Zulieferern, wie Sicherheitsfirmen, Reinigungsunternehmen, Gastronomiefirmen. Denen fehlen komplett alle Umsätze und natürlich merkt man das.»

Gegen zehn Millionen Franken weniger Einnahmen hat die Hallenstadionbetreiberin, weil diverse Veranstaltungen abgesagt wurden. Dazu gehören laut Musshafen Konzertveranstaltungen und Eishockeyspiele der ZSC Lions. Zudem seien zwei Firmenevents betroffen gewesen. «Total elf Eventtage», sagt er.

Arbeitende beim Autosalon Genf, der abgesagt worden ist.
Legende: Laut dem Leiter des Genfer Wirtschaftsdepartements fehlen 250 Millionen Franken, weil der Autosalon abgesagt worden ist. Keystone

Von den Absagen sind auch viele Selbstständigerwerbende betroffen. Kulturschaffende, Einfrau- und Einmannbetriebe. Eugen Brunner ist Präsident des Dachverbandes der Messe- und Live-Veranstalter Expo Event. Er sagt, in seiner Branche gebe es unzählige Kleinunternehmen, die vor dem Aus stünden. «Kleinstfirmen, Menschen, die mir schreiben und sagen: ‹Bitte Herr Brunner versuchen Sie, dass man unsere Branche hört und spürt. Wir sind ein Zweimannbetrieb, meine Frau und ich haben die Aufträge nicht und uns steht das Wasser bis zum Kopf.›»

Die wichtigere Forderung ist aber eigentlich die nach Liquidität, die nach Notkrediten, zinslosen Darlehen.
Autor: Eugen BrunnerPräsident Expo Event

Wer kein Geld mehr bekommt, der kann auch keine Rechnungen bezahlen, da helfe sicherlich die Kurzarbeitsentschädigung, sagt Brunner, aber: Es brauche zusätzlich Direkthilfe für die Wirtschaft. «Die wichtigere Forderung ist aber eigentlich die nach Liquidität, die nach Notkrediten, zinslosen Darlehen. Das Seco hat das zwar aufgenommen und verstanden, aber es ist nicht klar, wie man ein solches Anliegen effektiv in die Tat umsetzt», sagt Brunner.

Eine erste Hilfe könnte nächstens für Kleinstbetriebe kommen. Der Bund prüft, ob auch Selbstständigerwerbende und Inhaber von Kleinstbetrieben von der Kurzarbeitszeitenschädigung profitieren könnten.

Einzelne Kantone wie Genf und Basel stellen bereits Bankbürgschaften und Überbrückungskredite zur Verfügung. Ob auch der Bund mit Bürgschaften und Notkrediten einspringt, ist noch offen.

«HeuteMorgen» 13.03.2020, 06:00 Uhr;srf/wuef; Tobias Gasser

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Berger  (mberger)
    "... der Autosalon abgesagt worden ist"
    Das ist wohl das kleinste Problem! Auch die sonstigen, nicht lebensnotwendigen Veranstaltungen! Zumal der Bundesrat unbürokratische Unterstützung versprochen hat.
    In den letzten Jahrzehnten sind wir mehr und mehr zu einer Unterhaltungs- und Freizeitgesellschaft verkommen. Der Sektor Dienstleistung ist übermässig gewachsen.
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  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Wenn der Profi(t) - und Sp(r)itzensport etwas redimensioniert wird, ist dies nicht nur negativ. Vielleicht motiviert es junge Leute wieder vermehrt, etwas zu tun, was für die Gesellschaft nützlich ist, statt nur dem grossen Geld nachzurennen und dafür sogar die Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Sport sollte wieder mehr Freizeitbeschäftigung und positiv für die Gesundheit weden, statt nur Big Business und Volksbelustigung bzw. Ersatzreligion zu sein.
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  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    Es ist wichtig, über die Folgen für grosse Branchen zu berichten. Schade ist gleichzeitig, dass gewisse Branchen nirgendwo erwähnt werden. Zum Beispiel die Bildungsbranche, in der es viele privat geführte Firmen gibt, die Weiterbildungen anbieten. Viele Angestellte in dieser Branche arbeiten im Stundenlohn oder auf der Basis von Einsatzverträgen für einzelne Kurse. Absagen und einbrechende Buchungen machen sich direkt im Portemonnaie bemerkbar. Bei mir ist der Lohn diesen Monat schon 20% tiefer.
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