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Verletzte, grosser Sachschaden Polizeieinsatz an Berner Gaza-Demo kostete 1.1 Millionen Franken

  • Der Polizeieinsatz an der eskalierten Pro-Palästina-Demo im Oktober 2025 in Bern hat Kosten von 1.1 Millionen Franken verursacht.
  • Das geht aus einem Bericht hervor, den die Stadtregierung jetzt veröffentlicht hat.
  • Sie hält es nach wie vor für richtig, dass sie die unbewilligte Gaza-Demo nicht im Keim erstickt hat.

Beim stundenlangen Gewaltexzess wurden im Zuge der Demo sowohl Polizisten als auch Demonstrierende verletzt. Zudem entstand massiver Sachschaden.

660 Einsatzkräfte im Einsatz

Zahlreiche Gruppierungen hatten über soziale Medien zu einer Pro-Palästina-Demo am 11. Oktober 2025 in Bern aufgerufen. Um eine Bewilligung bemühten sie sich nicht. Die Stadt beauftragte die Polizei, die Demo zu tolerieren und den Zugang zum Bundesplatz zu ermöglichen, solange die Kundgebung friedlich bleibe.

Stundenlange Gewalt

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Ein Bericht der Kantonspolizei beschreibt, wie die Lage nach ersten Sachbeschädigungen auf dem Bundesplatz eskalierte. Militante Demonstrierende zündeten Rauch- und Knallpetarden, errichteten Barrikaden und entfachten Feuer. Zudem wurden die Einsatzkräfte laut Polizei massiv angegriffen.

Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein. Die Einkesselung der «militanten Spitze» in der Amthausgasse gelang gegen 17 Uhr und wurde erst am Folgetag um 04.41 Uhr vollständig aufgelöst. Die Beweissicherung und Identifikation war aufwändig; die Polizei kontrollierte 536 Personen.

Verletzt wurden laut dem Bericht 18 Polizeikräfte. Zu Berichten von Menschenrechtsorganisationen und Aktivisten, wonach es hunderte verletzte Demonstrierende gegeben habe, schreibt die Polizei, ihr lägen dazu keine bestätigten Angaben vor. Sie habe Kenntnis von einer Person, die durch ein Gummiprojektil leicht verletzt worden sei.

Der Polizei-Einsatz verursachte Kosten von 1.1 Millionen Franken. 660 Einsatzkräfte fast aus der ganzen Schweiz waren vor Ort.

Am Nachmittag des Samstags versammelten sich laut Schätzungen rund 8000 Personen auf dem Bahnhofplatz. Die Mehrheit verhielt sich laut Polizei und Stadt friedlich. Für den Ausbruch der Gewalt während des Umzugs machen sie eine gewaltbereite, hoch organisierte Minderheit verantwortlich.

Hoffnung auf friedliche Demo

Im Kern der politischen Aufarbeitung stand für die Stadtregierung die Frage, warum die unbewilligte Demo nicht im Keim erstickt wurde. Für den Gemeinderat wäre das nicht verhältnismässig gewesen. Hätte man Tausende Menschen bei der Besammlung auseinandergetrieben, hätte dies zu einer Eskalation auf dem Bahnhofplatz geführt.

Protest mit Polizei und Demonstranten auf der Strasse.
Legende: Die nicht genehmigte Kundgebung in Bern sorgte am 11. Oktober 2025 für grosse Sachschäden und Verletzte. KEYSTONE/Peter Klaunzer

Die Strategie der Stadt beruhe auf Dialog, Deeskalation und einer verhältnismässigen Gefahreneinschätzung. Diese sei im Vorfeld gemeinsam mit der Kantonspolizei erfolgt. Man habe gehofft, dass das kurz zuvor geschlossene Abkommen im Nahen Osten beruhigend auf die Lage wirken würde. Letztlich sei die Heftigkeit der Gewalt nicht vorhersehbar gewesen.

Debatte um Entfernungsartikel

Offen lässt der Berner Gemeinderat, ob es strengere gesetzliche Grundlagen zur Regulierung unbewilligter Kundgebungen brauche. Die Kantonspolizei möchte künftig Demonstrierende wegschicken können, bevor sich eine grosse Menschenmenge bildet.

Ermittlungen auch gegen Polizei

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Wieviele Gewalttäter vom 11. Oktober zur Rechenschaft gezogen werden, ist weiter offen. Die juristische Aufarbeitung ist im Gang. Die Stadt hat laut eigenen Angaben Strafanzeige gestellt und die Voraussetzungen für eine mögliche Kostenüberwälzung geschaffen.

Ermittlungen laufen aber auch zur Verhältnismässigkeit einzelner Polizeimassnahmen. Zwei Anzeigen seien eingegangen, heisst es im Bericht des Gemeinderats. Amnesty International Schweiz hatte die Polizeiintervention als «ungerechtfertigt und exzessiv» kritisiert.

Dafür bräuchte es eine Verschärfung der städtischen Gesetzgebung. Ein sogenannter Entfernungsartikel, wie ihn andere Städte kennen, war im rot-grün dominierten Bern bislang nicht mehrheitsfähig. Zweimal wurde er vom Stadtparlament abgelehnt, 2010 sagte auch das Volk knapp Nein.

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SRF 4 News, 15.01.2025, 9 Uhr ; 

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