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Medikamentenengpässe: Gerüstet für zweite Corona-Welle, mehr aber nicht
Aus HeuteMorgen vom 24.09.2020.
abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
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Versorgung mit Medikamenten Medikamentenengpässe werden zusehends zu einem Problem

Während Corona wurden einzelne Medikamente knapp. Für eine zweite Welle ist man gerüstet, doch bleiben grundsätzliche Probleme.

Medikamente wie Anästhesiemittel und Muskelrelaxantien waren in der Coronakrise Mangelware. Einen genauen Überblick über die Medikamente, die im Frühling knapp wurden, hat das zuständige Bundesamt noch nicht.

Die Lage habe sich aber normalisiert, sagt Monika Schaeublin, stellvertretende Geschäftsstellenleiterin Heilmittel beim Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL). «Ich denke, wir sind besser vorbereitet, weil wir im Gegensatz zum Frühling wissen, welche Substanzen in erhöhtem Masse nachgefragt werden.»

Ein automatisiertes Medikamentenlager
Legende: Vor allem bei Generika bestehen zusehends Engpässe in der Versorgung. Keystone

Liste mit Engpässen wird länger

Das BWL hat die Übersicht über die Versorgungsengpässe bei lebenswichtigen Medikamenten. Meistens sind die Medikamente während ein paar Wochen auf der Liste – und diese Liste wird Jahr für Jahr länger. So stieg die Zahl der Medikamente mit Versorgungsstörung letztes Jahr um fast 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Kosten sind im Vergleich zum Ausland tendenziell eher höher, die Marge eher kleiner.
Autor: Monika SchaeublinBundesamt für wirtschafliche Landesversorgung

Betroffen sind vor allem Medikamente zur Behandlung von Infekten und Antibiotika. Ein Grund sind die Anforderungen des Schweizer Markts, beispielsweise die Dreisprachigkeit. «Das kostet. Das heisst, die Kosten sind im Vergleich zum Ausland tendenziell eher höher, die Marge eher kleiner», sagt Schaeublin. «Das Interesse für die Firmen, dort aktiv zu werden oder aktiv zu bleiben, sinkt dadurch stetig.»

Problemfeld Generika

Engpässe gebe es vor allem bei Generika, sagt Schaeublin weiter. Um das Problem zu ändern, brauche es ein Umdenken. «Die Versorgungssicherheit muss als eigenständiges Kriterium angesehen werden und es muss akzeptiert werden, dass Massnahmen, die das sicherstellen, auch etwas kosten.»

Vorerst kann Schaeublin aber aufatmen, denn bei den Medikamenten, die es zur Behandlung des Coronavirus braucht, hat sich die Lage normalisiert.

Heute Morgen, 24.9.2020, 6:00 Uhr

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Ein verschleppter Skandal - bereits vor weit mehr als einem Jahr hatte eine Tageszeitung aufgedeckt, dass in der Schweiz rund 120 (!) teilweise lebenswichtige Medikamente nicht verfügbar waren. Der zuständige BR A. Berset hatte daraufhin vollmundig versprochen, für Abhilfe zu sorgen - hatte er es auch zur dringlichen Chefsache gemacht? Jetzt inmitten der Corona-Virus-Krise wieder nur Ausflüchte. Wo bleibt ein klarer Lösungsansatz? Es geht hierbei auch um die Gesundheit der Menschen.
  • Kommentar von Lily Mathys  (Alle vergeben)
    Gewisse Antikonvulsiva und Antidepressiva werden auch knapp. Das heftige: beide knappen Medis müssen ein- und ausgeschlichen werden und abruptes Wechseln auf anderes Medi/ Generika oft nicht möglich. Abruptes Absetzen führt zu schweren Nebenwirkungen. Dies führt zum Horten bei den Betroffenen und verschlimmert dadurch die Verfügbarkeit noch mehr. Darum muss der Bund unterstützen bzw. Druck aufsetzen.
  • Kommentar von Philipp Moreno  (HOC)
    Wieso wird nicht die Armeeapotheke eingebunden? Vor Jahren gab es noch genug Pharmazeuten, Chemiker etc. da. Das wären doch mal sinnvolle WKs, Medikamenten produzieren welche auf dieser Liste sind. Oder man zwingt die Pharmaunternehmen einen Teil ihrer Steuer als Medikamente zu begleichen. Möglichkeiten gäbe es zur Genüge(oder die wahlberechtigte Bevölkerung zwingt die Politiker ihre Arbeit zu tun), nur ist der Wille der Bevölkerung Gutes zu tun, weder bei Politik noch Wirtschaft zentral.