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Schweiz reagiert auf grassierende Vogelgrippe in Deutschland
Aus HeuteMorgen vom 13.04.2021.
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Vogelgrippe in Deutschland Verkaufsverbot für Schweizer Geflügel aus der Nordschweiz

Die Vogelgrippe bei deutschem Geflügel erfordert Massnahmen in drei Grenzkantonen. Das Risiko durch Vogelzug ist gering.

In Deutschland hat sich die Vogelgrippe schnell und über mehrere Bundesländer ausgebreitet. «Viele Junghennen, die bereits infiziert waren, wurden über mobile Geflügelhändler verkauft. So konnte sich die Krankheit über mehrere Bundesländer ausbreiten», erklärt Doris Schneeberger, Tierärztin beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Besonders betroffen sei Baden-Württemberg an der Grenze zur Schweiz.

Viele bereits infizierte Junghennen wurden über mobile Geflügelhändler verkauft.
Autor: Doris SchneebergerVeterinärin, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV

Verkaufsverbot in drei Kantonen

Damit sich die Vogelgrippe nun nicht in der Schweiz ausbreitet, setzt der Bund auf verschiedene Massnahmen. Vorerst aber nur in den Gemeinden der drei Grenzkantone Basel-Landschaft, Aargau und Schaffhausen.

So dürfen dort Geflügelhalter ihre Tiere bis auf Weiteres nicht mehr verkaufen. Wenn sie Tiere schlachten wollen, müssen sie dies den Behörden melden. Zudem empfiehlt der Bund, Tiere so wenig wie möglich draussen zu lassen.

BLV: «Offiziell wurde kein Geflügel importiert»

Weiter gehe es darum, infiziertes Geflügel zu finden, welches möglicherweise in die Schweiz importiert worden sei, sagt Schneeberger: «Offiziell wurde kein Geflügel importiert. Was aber illegal über die Grenze gekommen ist, kann man nie genau sagen. Im Moment wirkt sich der wegen Corona allgemein eingeschränkte Grenzverkehr positiv auf die Lage aus.»

Fakten zur Vogelgrippe

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Die Vogelgrippe ist eine Viruserkrankung der Vögel, die durch das Influenza-A-Virus H5N1 hervorgerufen wird. Sie ist wie alle anderen durch Influenza-Viren verursachten Geflügelkrankheiten bei in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln und bei Wildvögeln in zahlreichen Ländern eine anzeigepflichtige Tierseuche. In Einzelfällen sind die Viren auf Säugetiere und Menschen übertragen worden.

In Deutschland wurde das Virus der aviären Influenza (Vogelgrippe) des Subtyps H5N8 in zahlreichen Geflügelhaltungen nachgewiesen, wie das Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am letzten Freitag mitteilte. Das Virus sei nach heutigem Kenntnisstand für den Menschen ungefährlich.

Bisher sei in der Schweiz kein Fall von Vogelgrippe aufgetreten, und es gebe auch keine Hinweise, dass Wildvögel wie Gänse oder Enten die Vogelgrippe verbreiten würden, sagt die Baselbieter Kantonstierärztin Marie-Louise Bienfait.

Kaum Risiko durch Vogelzug

Und weiter: «Der Vogelzug dürfte zum jetzigen Zeitpunkt weitgehend abgeschlossen sein. Dieses Risiko ist also eher gering. Die Ausbreitung in Deutschland beruht rein auf dem Zukauf von Tieren, sodass die Verbreitung durch Wildvögel eher ausgeklammert werden kann.»

Die Ausbreitung in Deutschland beruht rein auf dem Zukauf von Tieren.
Autor: Marie-Louise BienfaitKantonstierärztin, Basel-Landschaft

Trotzdem: Wer derzeit tote Vögel findet, soll dies den Behörden melden, damit die Tiere auf die Vogelgrippe untersucht werden können.

HeuteMorgen, 13.04.2021, 06:37 Uhr

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Roman Weibel  (Roman67)
    Die Vogelgrippe verbreitet sich NICHT durch Zugvögel. Das hat im Jahr 2006 die CH Nutztierschutz-Organisation KAGfreiland in ihrem 22-seitige Bericht „Hühnermist“ nachgewiesen. Denn die Zugvogelrouten stimmen NICHT mit den Ausbruchorten der Geflügelbetriebe überein. Zudem grassierte die Krankheit in Intensivställen, wo die Hühner nie ins Freie dürfen. Siehe Tagesschau SRF 5.4.2006, bei Minute 7:00. Es ist deshalb falsch, wenn die Behörden empfehlen, die Hühner nicht mehr ins Freie zu lassen.
    1. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Aus dem Jahr 2016 (agrarheute, 18.12.2016).

      Darüber hinaus können tote Wasservögel von Prädatoren (Säugetiere wie Fuchs und Marder, aber auch Greifvögel und Krähen) geöffnet und Körperteile oder Innereien, die hohe Viruslasten tragen, verschleppt werden, so dass mit einer beträchtlichen Umweltkontamination gerechnet werden muss.

      Im Januar berichtete die NZZ bereits über diese Seuche, die in Indien ausbrach.

      Also nicht Kopf in den Sand.
  • Kommentar von Alain Rothenbühler  (pls)
    Vielleicht sollten alle mal den eigenen Fleischkonsum überdenken.
    1. Antwort von Werner Roth  (Werner Roth)
      Was hat die Vogelgrippe mit dem Fleischkonsum zu tun?
      Hauptsache man hat etwas geschrieben, gell!!!
    2. Antwort von Lukas Siegenthaler  (Luki Siegethaler)
      @Werner

      Je grösser die Nachfrage nach Poulet und anderem Geflügel, desto grösser die Chance auf Infektionen, da mehr Geflügel in grösseren Herden gehalten wird...

      Dass Massentierhaltung tolle Spielplätze für Infektionskrankheiten (Zoonosen) bieten ist nicht gerade neu.
    3. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      @ Roth Mit der Haltung schon eher. Masttiere sind oft auf engstem Raum zusammengepfercht und die Übertragung sehr einfach.

      Weniger Fleischkonsum (billig) und dafür mehr Qualität hat schon damit zu tun.
      Abschaffen der Massenproduktion.
  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Heute in der Werbung gesehen: 'Frische Hähnchenschenkel. Qualität aus Deutschland. 1 kg 2.27 Euro' ...
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Passt wunderbar zur heutigen Diskussion um die Preise von Lebensmitteln. Man will sich gar nicht vorstellen, unter welchen Bedingungen solcherlei billiger Dreck produziert wurde...
    2. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Wir könnten es auch so formulieren: Ich kann es mir gut vorstellen in was für einem Dreck und mit was für Dreck solch billiges Fleisch gemästet wird.
      Wenn möglich haben wir die Antibiotika-Behandlung gratis dazu. Wir können unser schlechtes Gewissen auch beruhigen, denn das was wir in Europa nicht essen wollen wird nach Afrika exportiert.
      Das ist freie Marktwirtschaft und der Bauer in Afrika muss in die Sterne gucken, da er mit diesen Preisen nicht mithalten kann. Local/Afrika wird ruiniert.
    3. Antwort von Adrian Inderbizin  (A.I.)
      Ein Skandal, das sowas in der EU erlaubt ist. Schlussendlich macht so ein Produkt sowohl den Menschen als auch die Umwelt krank.
      Einfach auf Schweizer Poulet umzustellen ist aber auch nicht die Lösung.
    4. Antwort von Joel Aschwanden  (Schwandi)
      In der Schweiz zahlst du für das das 5-fache.
    5. Antwort von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
      Darum ist bei uns schon lange das Motto: Lieber ein bisschen mehr zahlen und dafür bei lokalen Läden, Märkten und Händlern einkaufen. Da weiss man, was man bekommt und die Qualität stimmt auch. Das merkt man besonders beim Essen, weil es noch Geschmack hat und auch weniger Gewürze braucht.
    6. Antwort von Heinz Schawalder  (flup)
      @schwandi
      Wie kommen Sie auf den 5-fachen Preis für schweizerisches Pouletfleisch? Es dürfte höchstens doppelt so teuer sein, und das ist es auch wert. Es schmeckt spürbar besser und ist auch nicht so wässerig wie die EU-Hühner. Wir kaufen deshalb seit langem nur noch Schweizer-Poulets.
    7. Antwort von Denise Casagrande  (begulide)
      ....egal von welcher "Tiermast-Fabrik" im In- oder Ausland, solches "Fleisch" kann der Gesundheit nur schaden (tierquählerische Stresshaltungen = Stress-Hormone im Fleisch, fragwürdige Futtermittel mit Schnellmast-Hormonen, Antibiotika, ....)....."bon appetit"....für KEIN Geld!