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Vor Weltcup-Skirennen Nach Crans-Montana: So läuft der Sicherheitscheck in Adelboden

Die Behörden haben das Weltcup-Gelände in Adelboden unter die Lupe genommen. Wie eine solche Sicherheits-Abnahme abläuft und welchen Einfluss Crans-Montana hat.

Sind die Fluchtwege genug gross? Funktioniert der Brandschutz? Diese Fragen standen am Donnerstagnachmittag im Fokus des Interesses, als die Behörden das Skiweltcup-Gelände in Adelboden kontrollierten.

Denn nach dem Inferno von Crans-Montana ist die Sensibilität für Sicherheit schweizweit gestiegen – und die Unsicherheit bei vielen Menschen spürbar.

Mangel bei Fluchtweg entdeckt

Ab Freitag pilgern wieder tausende Zuschauerinnen und Zuschauer in den Berner Skiort. Das Zielgelände verwandelt sich am Wochenende in eine grosse Festhütte – die Party am Freitag indes wurde wegen des nationalen Trauertags für die Opfer von Crans-Montana abgesagt.

Umso wichtiger ist die behördliche Abnahme, die Regierungsstatthalterin Ariane Nottaris mit ihrem Team aus Feuerwehr, Polizei, Gebäudeversicherung und Lebensmittelinspektorat durchführt. Seit Jahren ein Dauerthema: die Fluchtwege. Mal sind sie zu schmal, unklar geführt oder unzureichend gesichert.

Fluchtweg dunkel
Legende: Bei der Inspektion zeigte sich, dass dieser Fluchtweg zu dunkel ist. Die Behörden ordneten daraufhin an, den Notausgang besser zu beleuchten. SRF

Auch diesmal zeigte sich ein Mangel: Ein Fluchtweg war nicht ausreichend beleuchtet. «Es braucht ein zusätzliches Licht, damit die Leute im Ernstfall überhaupt erkennen, wohin sie gehen müssen», sagt Nottaris nach der Abnahme zu SRF. Solche Details können im Gedränge tausender Menschen entscheidend sein.

Auch bei den Abschrankungen an den Tribünen gab es Beanstandungen. An einer Stelle fehlte eine Sicherung, die verhindern soll, dass Personen abstürzen.

Fluchtweg Adelboden
Legende: Hat es genügend Feuerlöscher? Sind die Fluchtwege breit genug? Solche Fragen beschäftigen die Behörden bei der Sicherheitsinspektion. SRF / Michelle Schwarzenbach

Besonders im Fokus stehen heuer die Brandschutzmassnahmen. Sind genügend Feuerlöscher vorhanden? Werden nicht entflammbare Materialien verwendet? Trotz der Katastrophe von Crans-Montana betont Nottaris, es habe sich nichts geändert. «Die Kontrollen sind immer gleich streng.»

Die grösste Herausforderung ist das Wetter – und der Faktor Mensch.
Autor: Gerhard Germann Sicherheitschef Adelboden

Ähnlich äussert sich Gerhard Germann, Sicherheitschef des Organisationskomitees. Die grösste Herausforderung sei das Wetter – und der Mensch. «Man weiss nie, wie die Leute reagieren», sagt er.

Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger habe es wegen der jüngsten Ereignisse keine gegeben. «Die Sicherheit ist ohnehin ein zentraler Punkt bei einem Grossanlass. Wir versuchen jedes Jahr, sie weiter zu verbessern.»

Anspannung bleibt

Trotz Routine bleibt für Nottaris eine gewisse Anspannung. Wo viele Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen auf engem Raum zusammenkommen, könne es immer zu nicht vorhersehbaren Situationen kommen.

Adelboden
Legende: Mit einem Team aus Polizei, Feuerwehr und Gebäudeversicherung überprüften die Behörden das Weltcup-Gelände in Adelboden. SRF / Michelle Schwarzenbach

Und doch überwiegt die Vorfreude: «Ich hoffe immer, dass wir am Sonntag auf die Rennen zurückblicken und uns einfach an tollen Momenten erfreuen können.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 8.1.2026, 17.30 Uhr ; 

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