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Vormarsch der Taliban in Afghanistan
Aus Tagesschau vom 13.08.2021.
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Vormarsch der Taliban EDA zieht Schweizer Mitarbeitende aus Deza-Büro in Afghanistan ab

  • Die Schweiz holt aus Sicherheitsgründen alle Schweizer Mitarbeitenden des EDA aus Afghanistan zurück in die Schweiz.
  • 40 langjährige lokale Mitarbeitende der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und ihre Familien erhalten ein humanitäres Visum.
  • Aktuell befinden sich laut EDA-Staatssekretärin Livia Leu noch drei Schweizer Bundesangestellte in Kabul.
  • Leu ruft die Konfliktparteien zudem auf, die Waffen niederzulegen.

«Die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert sich täglich», sagte Livia Leu, Staatssekretärin beim Aussendepartement EDA, am Freitagabend vor den Medien in Bern. Die Schweiz habe deshalb entschieden, alle Schweizer Mitarbeitenden des Deza-Kooperationsbüros in Afghanistan in die Schweiz zurückzuholen, erklärte Leu.

Lokale Mitarbeitende erhalten Asyl

Die rund 40 lokalen Mitarbeitenden der Deza in Afghanistan und ihre Kernfamilien werden ebenfalls in die Schweiz fliegen. Sie erhalten ein humanitäres Visum. Es dürfte sich insgesamt um 200 Personen handeln, erklärte Mario Gattiker, Staatssekretär beim Staatssekretariat für Migration (SEM). Diesen Entscheid habe Justizministerin Karin Keller-Sutter gefällt.

Legende: EDA-Staatssekretärin Livia Leu ist am Freitagabend in Bern vor die Medien getreten. Keystone

Die lokalen Mitarbeitenden reisen im Rahmen des Resettlement-Programms des UNHCR in die Schweiz und erhalten Asyl. Weil sie für die Schweiz arbeiteten, bestehe die Gefahr, dass sie als Kollaborateure des feindlichen Westens angesehen werden und verfolgt würden, sagte Gattiker. Eine Botschaft hat die Schweiz in Kabul nicht, sondern diese befindet sich in Islamabad in Pakistan. Laut Leu ist derzeit noch eine Schweizerin oder ein Schweizer in Afghanistan als reisende Person registriert.

Keine Rückführung straffälliger Asylsuchender

Am Mittwoch hatte das SEM mitgeteilt, dass die Schweiz bis auf weiteres keine Rückführung abgewiesener Asylsuchender nach Afghanistan mehr durchführt. Es würden auch keine neuen Wegweisungen verfügt. Einzig bei schwer straffälligen Personen würden die Vorbereitungen für eine Rückführung weitergeführt. Anders als noch am Mittwoch erklärte Gattiker nun, dass auch straffällige Asylsuchende nicht zurückgeführt würden. Die afghanischen Behörden würden derzeit keine Staatsangehörigen zurücknehmen.

Afghanistan hatte die Schweiz bereits Anfang Juli gebeten, wegen der schwierigen Sicherheitslage und der Corona-Pandemie vorerst keine Rückführungen mehr durchzuführen. Die Schweiz hielt lange an Rückführungen fest.

Taliban kommen Kabul immer näher

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Abzug der internationalen Truppen Mitte April dramatisch verschlechtert. Die militant-islamistischen Taliban haben inzwischen mehr als die Hälfte aller Provinzhauptstädte unter ihre Kontrolle gebracht. Nach Kandahar, der zweitgrösste Stadt des Landes, befanden sich die Taliban zuletzt wenige Kilometer südlich der Hauptstadt Kabul.

SRF 4 News, 13.8.2021, 19 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Michele Balotelli  (Balo)
    Und bis vor zwei Wochen schickte das SEM noch abgewiesene Asylsuchende nach Afghanistan zurück.
  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Und wieder einmal, tragen Europäische Staaten die Schäden, welche die US-Army angerichtet hat.
    1. Antwort von Reto Blatter  (against mainstream)
      @ momi: die US Army hat gar nichts angerichtet. Aber die US Streitkräfte haben nach den Terroranschlägen vom 11. September die Taliban innerhalb von drei Monaten besiegt. Was danach kam hat nichts mit militärischen Versagen zu tun sondern mit Politik. Wenn nun schon bald wieder Homosexuelle an Kränen aufgehängt, Frauen wie Vieh behandelt und Terroranschläge geplant werden, wer verlangt dann am lautesten das Einschreiten des Westens? Und wer wird dann die Opfer bringen? Die CH Armee wohl nicht.
    2. Antwort von Monika Mitulla  (momi)
      @ against mainstream
      Ich empfehle Ihnen, etwas genauer zu recherchieren über die Kriege seit 9/11.
      Wären die Taliban nach dem Angriff der Nato innerhalb von 3 Monaten besiegt gewesen, dann gäbe es sie heute wohl nicht...
      Damals haben sich die Afghanen die Bärte abgeschnitten und den Besatzern aus den Nato-Staaten zugejubelt. Gleichzeitig hatte der mächtige Ältestenrat in Afghanistan beschlossen, keiner Blutfehde mehr nachzugehen, bis der letzte fremde Soldat aus dem Land verjagt sei...
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Richtige Einschätzung, guter Entscheid. Eine Niederlage soll man nicht noch schönreden wie das derzeit in einigen Staaten geschieht. Ich hoffe, dass Politiker, Militärs wie auch "normale" Bürger dieses Scheitern gründlich hinterfragen.
    Dass man irgendwann abziehen muss, ist ja klar, aber das "Wie" ist fragwürdig. Dass man einen Staat zurücklässt, der unfähig war, eigene Sicherheitsstrukturen aufzubauen, ist skandalös. Dass die Taliban keine Absprachen respektieren, überrascht kaum.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Gerade weil er über 20 Jahre unfähig war eigene Strukturen aufzubauen muss man ihn zurücklassen, diesen Staat. Irgend einmal muss man begreifen, dass man unerwünscht ist. So weh es tun mag. Aber die Situation beweist ja dass dieses Volk mehrheitlich dieses Schlamassel will. Also sollen sie es auch haben.