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Vorschlag zur Kostensenkung Bei teuren Medikamenten soll die Marge sinken

Legende: Audio Einheitliche Margen sollen Medikamentenpreise senken abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.
02:03 min, aus HeuteMorgen vom 28.01.2019.
  • Über 1000 Franken wird in der Schweiz pro Kopf und Jahr für Medikamente ausgegeben. Das ist weit mehr als in unseren Nachbarländern.
  • Das will Gesundheitsminister Alain Berset ändern. Seine Vorschläge für ein neues Preismodell fanden zum Jahresende jedoch kein Gehör.
  • Nun bringen der Apothekerverband Pharmasuisse und der Krankenkassenverband Curafutura eine neue Idee ein: Das Senken der Margen habe ein Sparpotenzial in zweistelliger Millionenhöhe.

Die Idee klingt einfach: Die Margen auf den Medikamentenpreisen senken und so Kosten sparen. Den Effekt beziffert Curafutura-Direktor Pius Zängerle so: «Die Patienten profitieren einerseits direkt von dieser Margensenkung von insgesamt 50 Millionen Franken über alle Medikamente, aber auch davon, dass insbesondere Medikamente im mittlerem Segment günstiger werden.»

Doch ist das, was im Interesse der Versicherten ist, auch im Interesse jener, die Medikamente verkaufen? Für den Apothekerverband Pharmasuisse ist dieser Vorschlag besser als jene, die Bundesrat Alain Berset letztes Jahr in die Vernehmlassung geschickt hatte – besser auch, als das aktuell gültige Modell.

Hausärzte und Apotheker verdienen heute mehr, wenn sie teure Medikamente abgeben.
Autor: Fabian VaucherPharmasuisse-Präsident

Denn dieses berge Fehlanreize: «Hausärzte und Apotheker verdienen heute mehr, wenn sie teure Medikamente abgeben», sagt Pharmasuisse-Präsident Fabian Vaucher. Dies, weil die Margen nicht für alle Medikamente gleich sind.

Das Modell von Pharmasuisse und Curafutura sieht dagegen einheitliche Margen vor. Sie zielen auf den sogenannten Vertriebsanteil, der im Medikamentenpreis eingerechnet ist. Das ist eine Abgabe für die Logistik von Apotheken, Spitälern und Arztpraxen, die Medikamente abgeben.

Einheitlicher Vertriebsanteil von Vorteil

Mit jedem gekauften Medikament zahlen Patientinnen und Patienten also an die Kosten für Transport, Lagerung, Personal und Infrastruktur. Ein einheitlicher Vertriebsanteil hat laut Vaucher mehrere Vorteile: «Der Vorteil für den Leistungserbringer ist, dass er ein sachgerechtes und kostendeckendes Modell hat.» Der Bundesrat und die Patienten erhielten Transparenz.

Und Fehlanreize würden eliminiert: «Das heisst, der Markt wird frei für günstigere Medikamente.» Mehr günstige Medikamente im Warenkorb, weniger hohe Gesundheitskosten: Das sind auch Ziele des Bundesrates. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) prüft derzeit verschiedene Vorschläge – auch diesen.

Danach werde über das weitere Vorgehen entschieden, heisst es auf Anfrage. Änderungen am Modell des Vertriebsanteils sollen auf Mitte 2019 verabschiedet werden.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Graf (agraf)
    Seltsam, dass hier immer alle von Gesundheitswesen sprechen. In unserem System wird doch mit Krankheit Profit gemacht! Und die meisten Medikamente sind Symptombekämpfung und packen nicht bei der Ursache an. Würde die Medizin aber bei der Ursache ansetzen, würden die Menschen gesund und das ist eben schlecht für das Geschäft. Im vorliegenden Systemfehler lässt sich noch lange basteln, es wird nur schlechter. Systeme die explodieren müssen wir aufgeben und neu beginnen oder mit ihnen untergehen.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Der Pulverdampf ueber die Farmaabzocke (nur ein kleiner Teil des Gesundheitsindustriekuchens) soll vor allem davon ablenken, dass sich die Kantone aus der Verantwortung fuer die Spitalfinanzierung stehlen und die zu Akkord verdammten "freien" Aerzte pausenlos schreiben und behandeln muessen, um am Ende des Geldes nicht zuviel Monat zu haben. Es gibt zwar im Farmabereich auch Wucher, aber Forschung fuer Medis gegen seltene Krankheiten muss gegen einen hohen aber seltenen Preis abgegolten werden..
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  • Kommentar von Ludwig Zeier (Louis)
    @Andreas Müller Ihre Aussage vermittelt dass jeder homöopathische Arzneimittel für den Verkauf herstellen darf. Das ist aber falsch. Die Herstellung von homöopathischen Mitteln braucht sehr wohl eine Bewilligung und Qualitätskontrolle durch die Swissmedic (GMP-Nachweis) und sie dürfen auch nur durch dazu berechtigte Personen abgegeben werden.
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    1. Antwort von Andreas Müller (Hugh Everett)
      Ich habe für eine Firma gearbeitet habe die homöopathische Arzneien verkaufte. Die Mittel wurde allesamt von Hausfrauen hergestellt (verschüttelt), die keinerlei Ausbildung für Labor oder Medizin vorzuweisen hatten. Ich stellte die Urtinkturen her und da habe ich die Probe auf Exempel gemacht. Ich gab eine Flasche Wasser weiter zur Verdünnung. Diese durchlief die gesamte Analytik (kontrolliert durch Swissmedic) und kam in den Verkauf. Kein Kunde hat sich je ob fehlender Wirkung beschwert.
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    2. Antwort von Ludwig Zeier (Louis)
      @Andreas Müller Interessant! Wie heisst denn diese Firma ?
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