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Vorsicht geboten Weitere Werbestopp-Firma mit dubiosem Angebot

Legende: Audio Weitere Werbestopp-Firma mit dubiosem Angebot abspielen. Laufzeit 04:37 Minuten.
04:37 min, aus Espresso vom 01.10.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die DSZ Schweiz GmbH kontaktiert derzeit telefonisch Personen wegen einer Mitgliedschaft bei der Datenschutzzentrale.
  • Eine 94-jährige demente Altersheimbewohnerin hat sich zu einem Vertrag überreden lassen. Zudem soll in einem weiteren Fall der Sterneintrag im Telefonbuch missachtet worden sein.
  • Das neue Werbestopp-Angebot ähnelt stark demjenigen von werbesperre.ch.
  • Gegen werbesperre.ch ist im Kanton Aargau wegen Verstosses gegen das Bundesgesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) Anfang Jahr Anklage erhoben worden.

Eine 94-jährige Frau hat in ihrem Altersheim nahe Bern einen Werbeanruf der DSZ Schweiz GmbH bekommen. Daraufhin wurde der dementen Frau ein Schreiben geschickt, sie sei nun Mitglied bei der Datenschutzzentrale und sie sei nun vor «lästigen und trügerischen Verkaufsanrufen und Werbungen» geschützt.

Das Werbestopp-Angebot kostet im ersten Jahr 98 Franken, ab dem zweiten Jahr 129 Franken. Der Sohn intervenierte und schrieb der Firma, es sei kein Vertrag zustande gekommen.

Das SRF-Konsumentenschutzmagazin «Espresso» nimmt das Angebot der Datenschutzzentrale unter die Lupe. Es ähnelt frappant dem Angebot werbesperre.ch der Firma Geminis Marketing GmbH, gegen die im Kanton Aargau wegen mehrfachen Verstosses gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb UWG Anklage erhoben worden ist.

Praktisch identische AGB bei Datenschutzzentrale und werbesperre.ch

Auch bei der Datenschutzzentrale wird ein umfassender Schutz vor Post-, Telefon- und Mobiltelefonwerbung angepriesen. Die konkreten Massnahmen dürften allerdings wenig wirksam sein. Bemerkenswert: Die allgemeinen Geschäftsbedingungen AGB der Datenschutzzentrale sind ausser ein paar Formulierungen identisch mit denjenigen von werbesperre.ch.

Auch hier ist ein äusserst konsumenten-unfreundlicher Passus enthalten, wonach Verträge drei Monate vor Ablauf eingeschrieben gekündigt werden müssen, ansonsten verlängern sie sich um ein Jahr. Zudem wird auch in den AGB der Datenschutzzentrale bei Nichteinhaltung der Zahlungs- und Mahnfrist mit dem Einschalten eines Inkassounternehmens gedroht.

Sterneintrag schützt nur bedingt vor Anruf

Wie kommt die Firma DSZ Schweiz GmbH dazu, mit einer 94-jährigen einen Werbestopp-Vertrag abzuschliessen? Auf Anfrage von «Espresso» schreibt der Geschäftsführer, sie hätten am Telefon nicht feststellen können, dass die Frau in einem Altersheim wohne. Und: «Alle Menschen die im Telefonbuch sind und keinen Sterneintrag haben, können von uns angerufen werden.»

«Espresso» weiss jedoch: In mindestens einem Fall soll die DSZ Schweiz GmbH den Sterneintrag missachtet haben. Beim Staatssekretariat für Wirtschaft Seco ist eine entsprechende Meldung eingegangen, wie es auf Anfrage heisst.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Interessant: die Website der DSZ ist down...
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  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    Der Witz mit dem Sterneintrag ist, dass man ihn haben muss um dagegen vorgehen zu können. Kann ja keiner ahnen, dass ich keine Werbeanrufe will, wenn ich nicht im Telefonbuch stehe... Um mich also wehren zu dürfen muss ich erst mal meine Nummer und Adresse publizieren, dass derartige Übeltäter sie auch verifizieren können...
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Sie können auch einen telefonischen Vertrag künden, selbst wenn das Band läuft, Ihre Angaben werden aufgezeichnet. Ich bin selbst mal auf so einen Anruf hereingefallen.(Telefonverbilliging) . Erst ein Jurist mit dem nötigen Brief der Begründung konnte ihn rückgängig machen. Es muss ein schriftlicher Vertrag kommen, damit ich unterschreiben kann.
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    2. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Ich weiss Christa, habe selbst auch schon derartige Briefe verfasst, das gilt für Haustür und Strassenverträge oder generell für überraschende Vertragsangebote (OR 40a ff) Widerrufsfrist 14 Tage... Problem hier wird sein, dass die behaupten werden es wäre schon eine Leistung erbracht worden weil das «Abo» sofort läuft. Was mich stört ist, dass man es nur beim BAKOM melden kann, wenn man einen Sterneintrag im Telefonbuch hat, es legal Leuten ohne Eintrag mit sowas auf die Nerven zu gehen...
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  • Kommentar von Jeanôt Cohen (Jeanot)
    Jetzt nur noch die betreffende Nummer von dieser krimineller Firma publizieren, damit jeder bei jeder Anruf sie können beschimpfen. Und der gesetzesgeber sollte endlich telefonische vertragen als ungültig erklären.
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