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Aus dem Archiv: Wie das Unispital auf die Kritik des Kantonsrats reagiert
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 12.03.2021.
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Vorwurf des Fehlverhaltens Umstrittener Chirurg ist nicht mehr Professor an der Uni Zürich

Die Universität Zürich erhebt schwere Vorwürfe gegen den Herzchirurgen Francesco Maisano. Dieser weist sie zurück.

  • Jetzt trennt sich auch die Universität Zürich (UZH) vom Herzchirurgen und Professor Francesco Maisano. Per Ende Februar hatte bereits seine Anstellung im Unispital geendet.
  • Da Maisano nicht mehr am Universitätsspital arbeite, fehle die Voraussetzung für die Professur für Herzchirurgie an der Universität Zürich, teilte die UZH am Freitag mit.
  • Gestützt auf Gutachten, erhebt die Universität zudem schwere Vorwürfe gegen Maisano. Francesco Maisano weist sämtliche Vorwürfe zurück

Die Universität Zürich hat nach eigenen Angaben eine Administrativuntersuchung veranlasst und ist dem Verdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens seitens Maisano nachgegangen.

Wie die Universität schreibt, sei die Adminstrativuntersuchung zum Schluss gekommen, dass Maisano gegen Vorschriften der Universität zu den Nebenbeschäftigungen von Professorinnen und Professoren verstossen habe. Gemäss dem Bericht habe er es in einigen Fällen versäumt, die erforderlichen Bewilligungen für Nebenbeschäftigungen einzuholen.

Wissenschaftliches Fehlverhalten festgestellt

Punkto wissenschaftlichem Fehlverhalten wiegen die Vorwürfe schwerer: In vier Publikationen, bei denen Maisano als Autor fungierte, seien Verlauf und Behandlung von Patienten besser dargestellt worden, als dies in den Patientenakten dokumentiert gewesen sei, heisst es im Schreiben weiter. Dies hätten externe Experten festgestellt. Komplikationen, wie zum Beispiel ein Drahtbruch, seien unerwähnt geblieben oder nicht korrekt begründet worden.

Maisano: Opfer einer Medienkampagne?

Franceso Maisano legte am Freitag in einer Stellungnahme dar, dass er eine «einseitige, vorverurteilende und persönlichkeitsrechtsverletzende Medienkampagne» über sich habe ergehen lassen müssen, die «seine berufliche Existenz sowie seine Reputation schwer geschädigt» habe.

Die Vorwürfe der Untersuchungen weist er vollumfänglich zurück. Bei den verspäteten Meldungen von Nebenbeschäftigungen und Interessenbindungen handle es sich um administrative Mängel, «wie sie mit Sicherheit in jeder Klinik des Universitätsspitals Zürich zu finden sind.»

Solche Mängel, so Maisano, könnten niemals der Grund für disziplinarische Massnahmen oder sogar eine Trennung sein.» Die Gutachten zur wissenschaftlichen Lauterkeit seien zudem «oberflächlich» und sie deckten nur vier von insgesamt 569 Publikationen von ihm ab.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 09.03.2021, 17:30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Beat R. von Wartburg  (Beat R. von Wartburg)
    Da ist doch der Wurm drin in dieser Geschichte. Seriös wirkt das nicht ... oder ist das der Standart der universitären Arbeit in der Schweiz? Ich glaub es nicht.
  • Kommentar von Andreas Würtz  (Andhrass)
    @Brumei Weltwoche? Da verzichte ich dankend.
  • Kommentar von Felix Rohrer  (Felice2)
    Die Republik.ch hat diese Geschichte recherchiert: Es ist viel komplizierter, als hier der Eindruck entstehen könnte. Ergänzend hervorzuheben wäre, dass etliche Fachleute der Kardiologie und Herzchirurgie weltweit Maisano entlasten. Die gröbsten Fehler passierten in den Leitungsgremien des Unispitals Zürich und möglicherweise jetzt auch noch bei der Universität. Schade, die CH verliert einen Topspezialisten und Forscher.
    1. Antwort von Andreas Würtz  (Andhrass)
      Danke für den Hinweis, ich hatte die Trilogie in der Republik noch nicht gelesen. Das klingt ja wirklich völlig anders. Wenn es doch nur eine ähnlich gut recherchierte Online-Tageszeitung gäbe. Dafür würde ich genauso gerne bezahlen wie für due Republik.
    2. Antwort von Bruno Meier  (Brumei)
      Hr. Würtz: Es gibt eine Wochenzeitung, die sehr viel aufgreift, neutral genau solche Mainstream-Meldungen auseinander nimmt und häufig mit eigenen Recherchen zu anders lautenden Informationen kommt: Täglich Weltwoche daily ab 06:30 in Ton und Bild und Online-/Printausgabe Weltwoche.ch. Ich kann sie Ihnen nur empfehlen; muss des Öfteren lachen.
    3. Antwort von marc rist  (mcrist)
      Wichtig war der Redaktion in erster Linie, dass sie diesen Nebensatz irgendwie unterbringen konnte: "dass Maisano gegen Vorschriften der Universität zu den Nebenbeschäftigungen von Professorinnen und Professoren verstossen habe." Man beachte die Reihenfolge.