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Legende: Audio Die Tessiner Wirtschaft ist besser als ihr Image abspielen. Laufzeit 02:06 Minuten.
02:06 min, aus HeuteMorgen vom 22.03.2019.
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Wachstum im Südkanton Tessiner Wirtschaft wächst – aber niemand glaubt es

Die Angst vor Grenzgängern, Lohndumping und Arbeitslosigkeit ist im Tessin spürbar. Doch die Wirtschaft wächst.

Müsste er der Wirtschaft des Kantons Tessin eine Note geben, wäre es eine 4,8. Das sagt der Vorsitzende der Geschäftsleitung des Forschungsinstituts BAK Economics, Marc Bros de Puechredon: «Das Tessin entwickelt sich gut, das Wachstum der letzten zehn Jahre, das wir letztes Jahr gemessen haben, können wir dieses Jahr weiterhin bestätigen.»

Das Tessin entwickelt sich gut.
Autor: Marc Bros de PuechredonBAK Economics

Die Tessiner Wirtschaft sei in den letzten zehn Jahren stärker gewachsen als die gesamtschweizerische Wirtschaft. Besonders stark sei das wirtschaftliche Wachstum im Grossraum Lugano, wo vor allem die Pharma- und die IT-Branche zulegt. Für eine sichere Zukunft gelte es, auf den Zug der neuen Technologien aufzuspringen

Wirtschaft ist besser als ihr Ruf

Dass viele Tessinerinnen und Tessiner sagen, der Wirtschaft ihres Kantons gehe es schlecht, erstaunt Bros de Puechredon: «Es erstaunt mich, dass gerade bei den jungen Menschen im Tessin diese Meinung immer noch sehr stark vertreten ist.»

Die Unsicherheit bringt wahrscheinlich bessere Resultate bei den Wahlen.
Autor: Luca AlbertoniTessiner Handelskammer

Daran, dass die wirtschaftliche Realität und wie über sie gesprochen wird weit auseinanderklaffen, hat sich der Direktor der Tessiner Handelskammer Luca Albertoni gewöhnt: «Diese Unsicherheit bringt wahrscheinlich bessere Resultate bei den Wahlen.»

Politik schürt Ängste

Das sei das Ergebnis einer allgemeinen Politik, die sich in den letzten Jahren verbreitet habe, denkt Albertoni. «Solange dieser Trend andauert, können wir jede Zahl bringen. Aber wahrscheinlich haben wir wenig Einfluss auf die öffentliche Diskussion.»

Luca Albertoni, Direktor der Tessiner Handelskammer
Legende: Luca Albertoni kämpft für ein besseres Image der Tessiner Wirtschaft. Keystone

Denn die öffentliche Meinung wird von der Politik geprägt, und die arbeitet vor allem mit der Angst, der Angst vor den Grenzgängern, dem Lohndumping, der Arbeitslosigkeit. Es ist nicht nur die Lega, die mit diesen Stereotypen arbeitet. So wird auch verschwiegen, dass die Zahl der Grenzgänger seit Monaten abnimmt.

Der Direktor der Handelskammer stellt fest: Tessiner Arbeitgeber achteten vermehrt darauf, einheimische Arbeitnehmer zu verpflichten. Das ist eine positive Nachricht, die im Tessin wenig Gehör findet.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Muss man schon glauben,vor allem wenn ich mir das Bild ansehe. Totale Überbauung der
    anscheinend kein Einhalt geboten wird. Das Tessin verliert für uns den Charme,da
    ist nur eine Flucht in die Seitentäler noch möglich.
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Das Tessin? Das ganze Land! Die Schweiz hat zunehmend den Charm eines Ruhrpotts!
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    2. Antwort von D. Abel (Knispel)
      Diese „totale Überbauung“ ist leider vielerorts vorhanden - ein neues schweizerisches Problem.
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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Entscheidend ist nur das Pro-Kopf-Wachstum. Wenn die Bevölkerung schneller wächst als die Wirtschaft verliert der einzelne. Zudem ist die Fokussierung alleine auf Wirtschaftswachstum vielleicht noch für Entwicklungsländer zentral, für hochentwickelte Länder hingegen aber eine veraltete Sichtweise. Die modernen Wirtschaftswissenschaften berücksichtigen auch weitere Aspekte wie die Umweltqualität, die Verteilung des Wachstumssegens oder weiche Faktoren wie Glück und Zufriedenheit.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Interessant, da reden die Rechtspopulisten dauernd von schwacher Wirtschaft, von zu vielen Grenzgängern, von zu vielem Bösen das den Tessin bedroht, .Und nun sprechen Zahlen plötzlich eine andere Sprache. Ich denke dass dies einfach die Politik und Strategie der Populisten (Lega, FDP) ist um an der Macht zu bleiben. Die echten Sorgen der Tessiner bleiben sowieso auf der Strecke, ebenso Natur und Tradition. Ich gratuliere dem Tessiner Volk jedenfalls zu seinem Erfolg.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Olaf Schulenburg: Ich glaube nicht, dass die Tessiner sich über Ihre Gratulation freuen. Das Wachstum ist nur einer aus einem ganzen Bündel von Wohlfahrtsindikatoren. Wenn Sie wieder einmal ins Tessin fahren, müssen Sie über 2'000m hochgehen, wenn Sie irgendwo noch in Ruhe in der Natur sein möchten. Das Bild hier spricht dazu 1'000 Worte.
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    2. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      Das ist das Problem. Man kann, darf, soll sich über nichts freuen. Ich kenne den Kanton sehr gut, und mir ist die bauliche Situation bestens bekannt, auch die Veränderungen der letzen 30Jahre. Leider ist das was Sie beschreiben ja in der ganzen Schweiz das grosse Problem. In diesem Artikel geht es um den wirtschaftlichen Erfolg. Er ist da, und in einem kapitalistischen Land wie der Schweiz zählt halt vorallem das. Das sieht man auch daran, das die Regierung mehr Autobahn, weniger Natur will.
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    3. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Olaf Schulenburg: Leider haben Sie in diesem Fall Recht. Was tun wir dagegen? Nichts! Im Gegenteil, wir (nicht ich) stimmen für einen 2. Gotthardstrassentunnel und wundern uns danach, dass die Lastwagenflut noch grösser wird und kein einziger die NEAT benutzt, die wir erst gerade für fast 20 Mrd. Fr. gebaut haben. Die Tessiner ersaufen buchstäblich im Transitverkehr, was sich aber natürlich positiv auf das Wachstum auswirkt, ohne dass der einzelne davon profitiert. Ein Schuss ins eigene Knie.
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