Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Albert Rösti: «Grüner Trend hat nationale Auswirkungen» abspielen. Laufzeit 03:28 Minuten.
03:28 min, aus Rendez-vous vom 01.04.2019.
Inhalt

Wählerschwund im Wahljahr Die SVP hadert mit der «Grosswetterlage»

Auch in Baselland und Luzern erleidet die SVP herbe Verluste. Ein Köpferollen wie nach der Wahl in Zürich gibt es nicht.

Die letzten acht Tage machen der SVP keine Freude. Gleich in drei Kantonen hat die Volkspartei Wählerinnen und Wähler verloren. Erst vor einer Woche in Zürich, am Sonntag in Baselland und Luzern. In Zürich hat die Niederlage zum Rücktritt der gesamten kantonalen Parteileitung geführt.

Luzern und das Baselbiet sind aber nicht Zürich. Auch wenn die Wahlniederlage gleich gross ist. In Liestal und in Luzern spüren die Partei-Oberen keinen Druck aus der nationalen Parteileitung, keine Forderung nach einem Köpferollen: «Überhaupt nicht. Ich habe nie daran gedacht, jetzt zurückzutreten», sagt in Luzern die kantonale SVP-Präsidentin Angela Lüthold. Und: «Ich habe kein Echo gehört. Ich denke, da wird auch nichts passieren.»

Kein Echo aus der Zentrale

Die Luzerner Parteipräsidentin scheint recht zu haben. SVP-Schweiz-Präsident Albert Rösti stärkt heute den Luzerner und Baselbieter Verantwortlichen den Rücken.

Wir haben eine Grosswetterlage. Ich bin mir nicht sicher, ob es richtig wäre, wenn Köpfe ausgetauscht werden.
Autor: Franz GrüterNationalrat (SVP/LU)

Rücktritte brauche es nicht, sagt Rösti: «Es stellt sich heraus, dass der nationale Trend Richtung Grün und Grünliberal im Moment eine Bewegung ist.» Er kenne die beiden Sektionen sehr gut. Das Abschneiden in den Wahlen vom Sonntag habe nichts mit den dortigen Strukturen zu tun, so Rösti: «Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass es ein Sesselrücken gibt.»

SVP-Themen ziehen derzeit nicht

Die Verluste in Luzern und im Baselbiet sind gleich gross wie in Zürich: Heisst das nicht, dass Themen das Problem sind und nicht Köpfe – oder anders gefragt: War der Zürcher Massenrücktritt ein Fehler? «Nein», sagt der SVP-Präsident: «In Zürich hatten wir im Vorfeld bekanntlich gewisse interne Differenzen und strukturelle Probleme.» Ein radikaler Schnitt sei dort das Beste gewesen.

Kein Druck von oben also auf die Luzerner und die Baselbieter SVP. Auch in den betroffenen Kantonalparteien selbst sind noch keine Rufe nach Rücktritten laut geworden: Einfach das Personal auszuwechseln bringe nichts, sagt Nationalrat Franz Grüter, der in der Luzerner Parteileitung sitzt: «Wir haben eine Grosswetterlage. Ich bin mir nicht sicher, ob es richtig wäre, wenn Köpfe ausgetauscht werden.»

Es würden wieder Zeiten kommen, in denen man sich wieder zu Werten bekennen werde, für die die SVP einsteht, ist Grüter überzeugt. Abwarten, bis Klima und Umwelt wieder in den Hintergrund rücken – und die SVP-Themen «EU und Ausländer» wieder wichtiger werden.

«Kurs halten» statt umschwenken

Ähnlich sieht es der Baselbieter Nationalrat Thomas De Courten. Er ist der grosse Verlierer vom Sonntag: Im Rennen um einen Sitz in der Kantonalregierung unterlag er deutlich seiner Konkurrentin von der SP.

«Kurs halten», lautet seine Devise heute: «Ich habe selber gespürt: Wenn ich noch so Grün argumentiert hätte, man hätte mir diese Rolle nicht abgenommen.» Vielleicht brauche es in der Baselbieter Parteileitung zusätzliche neue, frische Kräfte. Darüber diskutiere man jetzt.

Mindestens einen Wechsel wird es bei der SVP Baselland bestimmt geben: Kantonalpräsident Oskar Kämpfer tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück. Das wurde heute Vormittag bekannt. Gerüchte um diesen Rücktritt gab es bereits vor den Wahlen. Somit ist dieser Schritt keine Folge der krachenden SVP-Niederlage.

Legende: Video Verliert die SVP Wähler an die grünen Parteien? abspielen. Laufzeit 01:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.04.2019.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

62 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Die SVP möchte also weiterhin mit Ausländern und anderen Ländern an die Macht kommen, um nachher das Volk im Stich zu lassen und Beschlüsse für die eigene Milliardärselite durchzuboxen. Vielleicht sollten sie sich einfach mal um die Schwizer kümmern, damit diese auch eine Zukunft haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Ich finde es schnöde, dass die Medien, das GP/GLP-Lager, die Kommentar-Schreiberlinge wegen einer populistischen Hype „Klima“ nun einen Prügelknaben SVP mit Häme, Spott u. Tiraden überhäufen. Dabei ist die wählerstärkste Partei deshalb so stark, weil sie JA sagt zur Erhaltung unseres einmaligen politischen Systems der direkten Demokratie, Freiheit, Unabhängigkeit, Neutralität, gegen fremde Richter, usw. Es ist längst überfällig, dass die Konkordanz-Demokratie auch in die Kantone übergreift.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Frank Henchler (Fränki)
      Aufwachen Herr Wach ! Unabhängigkeit und Neutralität klingt immer gut. Nur wer Dinge hinterfragt und kritisch beäugelt wird schnell feststellen, dass die Schweiz längst nicht mehr neutral und vor allem nicht unabhängig ist. Beispiele gibt es genug die dies widerlegen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Verena Eberhard (Verena Eberhard)
    Haben sie das Gefühl, wenn die Linken und Grünen in der Schweiz alles verteuern wollen werde das Klima besser? Im Ausland investieren ist die Devise. Auch wenn alles teurer wird in der Schweiz Autofahren und Fliegen wird nicht eingedämmt. Alles Utopie von den Grünen und Linken. Wählen sie nur weiter diese Menschen sie werden es am Portemonnaie spüren aber nützen tut nichts.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen