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Legende: Audio Der Frauenanteil auf Wahllisten ist 2019 gestiegen abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 08.08.2019.
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Mehr Nationalratskandidatinnen Halbe-halbe im Parlament ist wohl noch weit weg

Endlich – mag sich manche und mancher gedacht haben. Endlich schaffen es auch bürgerliche Parteien wie die FDP, deutlich mehr Frauen zu finden, die für den Nationalrat kandidieren. 40 Prozent sind es auf den Hauptwahllisten der Freisinnigen. Das hat die überparteiliche Aktion «Helvetia ruft» errechnet. Sogar das Frauen-Schlusslicht SVP hat mit 23 Prozent Frauen einen leicht höheren Anteil. Über alle Parteien hinweg gesehen sind es 39 Prozent.

Auf den ersten Blick erfreuliche Nachrichten für jene, die eine ausgewogene Geschlechtervertretung wichtig finden für eine funktionierende Demokratie. Nur: 39 Prozent Kandidatinnen heisst noch nicht, dass im Herbst dann auch 39 Prozent Nationalrätinnen gewählt werden.

Welche Listenplätze erhalten die Frauen?

So schlimm wie früher ist es zwar nicht mehr: In den 1970er Jahren war Frauenstreichen noch sehr beliebt unter den Wählenden – weg mit all den Hausfrauen, dachten sich viele damals. Männer hatten statistisch gesehen dreimal grössere Wahlchancen als Frauen. Unterdessen haben sich die Chancen der Frauen stark verbessert. Bei den letzten Nationalratswahlen hatten Frauen fast die gleichen Wahlchancen wie Männer. Aber eben nur fast.

Wichtig ist neben der Anzahl Frauen auch, welchen Platz sie auf den Wahllisten erhalten. Wessen Name auf den ersten Linien einer Liste steht, hat grössere Chancen. Und bisherige Nationalratsmitglieder werden da oft bevorzugt behandelt. Unter diesen wiederum hat es deutlich mehr Männer. Aus diesem Grund rechnen die Verantwortlichen bei «Helvetia ruft» damit, dass aus den 39 Prozent kandidierenden Frauen vielleicht etwa 35 Prozent gewählte werden.

Die Wählerinnen und Wähler haben es in der Hand

Das wären dann nur 3 Prozentpunkte mehr als bei den letzten Wahlen. Ginge es in diesem Tempo weiter, wären wir in ungefähr zwanzig Jahren bei ausgeglichenen Verhältnissen.

Wer das zu langsam findet, hat nur eine Möglichkeit: Frauen aus dem eigenen politischen Spektrum bevorzugt wählen, bis das gewünschte Verhältnis erreicht ist. Die Wählerinnen und Wähler haben beim Ausfüllen der Wahlzettel nicht nur den Stift in der Hand – sondern auch die Macht.

Nathalie Christen

Nathalie Christen

Bundeshaus-Korrespondentin, SRF

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Christen ist Korrespondentin im Bundeshaus für Fernsehen SRF. Sie arbeitet seit 2002 für SRF. Unter anderem leitete sie die Bundeshausredaktion von Radio SRF und war Produzentin bei der «Arena». Zuvor war sie Bundeshausredaktorin beim «SonntagsBlick».

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Aldo brändli  (aldo)
    Quoten verhindern, dass die fähigsten gewählt werden können. Ein neuer Bundesrat: er muss katholisch sein, sorry eine Frau, aus dem Thurgau, SP usw. nur unfähig, das darf er sein.
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  • Kommentar von Sam Meier  (tsam39947)
    Es reicht langsam mit diesem unsäglichen Gejammere betreffend Frauenanteil! Die Frauen hätten es selbst in der Hand mehr Frauen zu wählen, übrigens unabhängig davon wieviele Frauen als Kandidatinnen zur Verfügung stehen. Abgesehen davon ist es eine Utopie zu meinen, es wäre alles besser mit mehr Frauen.
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  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Halbe-halbe gibt schon lange im Parlament. Die Gewählten setzen sich nur halbherzig für die Wähler ein und wenn, dann werden sogar BV-Artikel nur halb-herzig, wenn überhaupt beherzigt und berücksichtig. Also halbe-halbe ist da längst angekommen und wird leidenschaftlich praktiziert.
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