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Spannende Ausgangslage im zweiten Wahlgang: Wer hat die besten Chancen?
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 23.10.2019.
abspielen. Laufzeit 04:22 Minuten.
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Ständeratswahlen Aargau Geht die Wahl-Taktik der Linken auf?

  • FDP und SVP lagen mit ihren Kandidaten Thierry Burkart und Hansjörg Knecht im ersten Wahlgang vorne, beide treten noch einmal an.
  • SP-Nationalrat Cédric Wermuth verzichtet auf den zweiten Wahlgang, dafür steigt Ruth Müri (Grüne) erneut ins Rennen. Darauf haben sich die beiden Parteien geeinigt.
  • Am Dienstag hat auch die CVP entschieden, dass ihre Kandidatin Marianne Binder noch einmal antritt, damit kommt es zu einem Vierkampf um die beiden freien Sitze.
  • Der zweite Wahlgang findet am 24. November statt. Pascale Bruderer (SP) und Philipp Müller (FDP) vertraten in den vergangenen vier Jahren den Kanton Aargau im Ständerat, sie traten nicht mehr an.

Wer hat Chancen? Eine Analyse.

Portrait Stefan Ulrich
Legende:SRF-Reporter Stefan Ulrich

Thierry Burkart (FDP) hat im zweiten Wahlgang wohl die grösste Chance. Er kann weit über die eigene Partei hinaus Stimmen holen. Die Panaschierstatistik zeigt, dass er bei SVP, CVP und GLP punktet. Sogar SP-ler gaben ihm die Stimme.

Hansjörg Knecht hat die SVP-Stimmen auf sicher, das sind ca. 30 Prozent. Doch darüber hinaus kann er nicht sehr stark Stimmen generieren. Und es zeigte sich am 20. Oktober: Die SVP konnte ihre Leute nicht mobilisieren. Das könnte Knecht schaden.

Marianne Binder preist sich als Kandidatin der Mitte an. Sie hofft, dass ihr Name auf der zweiten Zeile von vielen SVP-, FDP-, BDP-, GLP-, EVP- und evtl. auch Grünen- und SP-Wählenden ist. Diese Stimmenanteile könnten sich zu einem beträchtlichen Potenzial summieren.

Ruth Müri (Grüne) hat Support der SP und der GLP. Zusammen summiert sich das auf einen Stimmenanteil von gegen 35 Prozent. Zudem surft sie auf der grünen Welle und dürfte vom Frauenbonus profitieren. Newcomerin Ruth Müri im Ständerat? Auch das ist möglich.

Im ersten Wahlgang der Ständeratswahlen erzielte Thierry Burkart mit 82’515 Stimmen das beste Resultat. Hinter ihm folgten Hansjörg Knecht mit 72’574 und Cédric Wermuth mit 55’274 Stimmen. Mit rund 15’000 Stimmen Abstand auf Cédric Wermuth folgte Ruth Müri, noch weiter zurück lag Marianne Binder.

Nun ist klar, wer im zweiten Wahlgang am 24. November noch einmal antritt: Es kommt zu einem Vierkampf zwischen Thierry Burkart (FDP), Hansjörg Knecht (SVP), Ruth Müri (Grüne) und Marianne Binder (CVP).

Burkart und Knecht in der Poleposition

Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) gehen nach dem ersten Wahlgang als Favoriten in den Stichentscheid. Von den zehn Aargauer Kandidierenden haben sie am Wahlsonntag am meisten Stimmen erhalten. Von Burkart wurde im Vorfeld sogar erwartet, dass er eventuell bereits im ersten Wahlgang das absolute Mehr schaffen könnte, dies hat aber nicht geklappt.

Portrait Burkart und Knecht
Legende: Freude am Wahltag: Thierry Burkart und Hansjörg Knecht waren mit ihrem Resultat im ersten Wahlgang zufrieden. Keystone

Hansjörg Knecht erreichte im ersten Wahlgang das zweitbeste Resultat. Der 59-jährige Unternehmer aus Leibstadt hat mit der SVP die wählerstärkste Partei im Aargau im Rücken. Knecht soll für die SVP den Ständeratssitz zurückholen, den die Partei 2011 an die SP verloren hatte.

SP und Grüne mit überraschender Wahlstrategie

Für viele überraschend, hat SP-Kandidat Cédric Wermuth, der im ersten Wahlgang am drittbesten abgeschnitten hat, seinen Verzicht erklärt für den zweiten Wahlgang. Wermuth überlässt Ruth Müri (Grüne) den Vortritt. Er habe diesen Entscheid persönlich getroffen, sagte Wermuth an einer Medienkonferenz in Aarau. Nicht seine politische Karriere stehe im Vordergrund, sondern es gehe um die Verantwortung für das Ganze.

Portrait Ruth Müri
Legende: Cédric Wermuth (SP) überlässt Ruth Müri (Grüne) im zweiten Wahlgang den Vortritt. Müri lag im ersten Wahlgang rund 15’000 Stimmen hinter Cédric Wermuth. ZVG

Es sei Zeit für eine grüne Aargauer Ständerätin, sagte Ruth Müri. Es könne nicht sein, dass zwei rechtsbürgerliche Männer den Aargau im Ständerat vertreten würden. Die grüne Grossrätin und Stadträtin von Baden erhält für den zweiten Wahlgang die Unterstützung der SP. Auch die GLP empfiehlt sie.

Auch CVP steigt noch einmal ins Rennen

Im zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen treten damit voraussichtlich vier Kandidierende an. Neben Thierry Burkart (FDP), Hansjörg Knecht (SVP) und Ruth Müri (Grüne) steigt auch Marianne Binder (CVP) noch einmal ins Rennen.

Portrait Marianne Binder
Legende: Parteipräsidentin Marianne Binder wurde von ihrer Partei einstimmig für den zweiten Wahlgang nominiert. Daniel Desborough/SRF

Die Parteiversammlung hat Marianne Binder am Dienstagabend einstimmig nominiert. Die frisch gewählte Nationalrätin gibt sich kämpferisch: «Ich habe von den vier Kandidaturen das politische Profil, mit dem man über die Parteigrenzen hinaus Mehrheiten schaffen kann.»

Wahlempfehlungen für den zweiten Wahlgang

SVPUnterstützt offiziell nur den eigenen Kandidaten.
SPDie Sozialdemokraten unterstützen Ruth Müri (Grüne) im zweiten Wahlgang.
FDPUnterstützt offiziell nur den eigenen Kandidaten.
GLPDie Mitgliederversammlung der glp hat sich nur für die Wahl von Ruth Müri (Grüne) ausgesprochen.
EVPDie Parteiversammlung empfiehlt Marianne Binder (CVP) und Ruth Müri (Grüne) für den Ständerat.
BDP
Die Parteileitung der BDP hat sich für eine Wahlempfehlung von Thierry Burkart (FDP) und Marianne Binder (CVP) entschieden.
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58 Kommentare

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  • Kommentar von H. Pfister  (HPfister)
    Das mangelnde Verständnis für die Demokratie und Meinungsfreiheit scheint bei einigen einfach nicht gegeben zu sein. Da wird gefäligst vom SVP-Kandidat verlangt dass er sich zurückzuziehen hat. Weil -so legen es gerade die fest, welche eh immer gegen die SVP schimpfen- diese ja keine Chance hätten. Aber eine Frau Schlatter von den Grünen welche gegen einen amtierenden Ständerat nochmal antritt soll nicht das gleiche gelten. Demokratie heisst auch die so sehr böse SVP darf zu 2. Wahlen antreten.
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  • Kommentar von Walter Foletti  (Walter Foletti)
    Herr Wermuth weiss ganz genau,, dass er keine Chancen hat ins „Stöckli“ gewählt zu werden, das ist der wahre Grund für seinen „Rückzug“ und nicht seine „Selbstlosigkeit“ wie dies seine Genossen sehen wollen.
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    1. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Mit dem drittbesten Resultat im 1. Wahlgang würde ich nicht sagen, dass er keine Chancen hat. Und auch wenn es so wäre, es gibt viele andere, die in ähnlichen Situationen einen 2. Wahlgang machen.
      Aber ich vermute, Sie haben keine Informationen aus 1. Hand, somit ist Ihre Vermutung bezüglich dem wahren Grund reine Spekulation.
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  • Kommentar von Reto Albertini  (Reto Albertini)
    Eine Frau täte dem Ständerat sicher gut. Frau Bruderer hat sehr gute Arbeit geleistet in Bern für den Kanton Aargau und gezeigt was Frauen zu Leisten im Stande sind. Frau Müri verdient dies Chance aus meiner Sicht auch.
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