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Legende: Audio Eric Nussbaumers Ständerats-Kandidatur sorgt nicht überall für Freude abspielen. Laufzeit 03:56 Minuten.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 13.08.2019.
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Wahlen in den Ständerat «Die Diskussion um die Geschlechtervertretung ist legitim»

Eric Nussbaumer ist der einzige männliche Kandidat für den Ständerat in den beiden Basel. Seine Kandidatur freut nicht alle.

Am Dienstag ist die SP Baselland in den Wahlkampf gestartet. Das Ziel ist klar: Die SP will im Herbst ihren Sitz im Ständerat mit Eric Nussbaumer verteidigen. Ein Problem dabei ist, dass Eric Nussbaumer ein Mann ist – der einzige Kandidat für die Ständeratswahlen in den beiden Basel notabene.

Bei der Ständeratswahl ist matchentscheidend, dass es sich um einen Kandidaten handelt, der etwas bewirken kann in Bern.
Autor: Eric NussbaumerStänderatskandidat SP BL

Nussbaumer selber hat damit kein Problem. Er betont, dass die Diskussion um die Geschlechtervertretung durchaus berechtigt sei. Auch weil im Ständerat derzeit nur 13 Prozent der gewählten Mitglieder Frauen sind. «Bei der Ständeratswahl ist aber matchentscheidend, dass es sich um einen Kandidaten handelt, der etwas bewirken kann in Bern.» Er sei mit seinen zwölf Jahren Erfahung im Nationalrat demnach der richtige Kandidat.

«71 Prozent Frauen»

Auch viele SP-Frauen haben kein Problem damit, dass die SP, die sich immer wieder lautstark für Frauenförderung in der Politik stark macht, mit Nussbaumer einen Mann ins Rennen schickt. «Wir haben seit kurzem mit Kathrin Schweizer eine Frau in der Regierung», betont SP-Nationalrätin Samira Marti. Zudem seien 71 Prozent auf der SP Liste für die Nationalratswahlen Frauen. Die SP nehme die Frauenfrage immer sehr ernst.

Im Ständerat hat es schockierend wenig Frauen. Deshalb können wir uns nicht hinter eine Männerkandidatur stellen.
Autor: Anna HolmPräsidentin Juso BL

Kritik an der Kandidatur von Eric Nussbaumer kommt jedoch ausgerechnet aus den eigenen Reihen. «Im Ständerat hat es schockierend wenig Frauen. Deshalb können wir uns nicht hinter eine Männerkandidatur stellen», sagt Anna Holm, Präsidentin der Baselbieter Jungsozialisten Juso. Die Juso hat deshalb Stimmfreigabe beschlossen und gibt keine Wahlempfehlung ab.

Damit bekundet die ehemalige Juso-Präsidentin Samira Marti indes Mühe. «Eine Stimmfreigabe bedeutet für mich, dass man keine Haltung hat. Ich finde es hier aber wichtig, dass man sich entscheidet.»

Zweiter Wahlgang mit Nussbaumer oder Graf?

Neben Nussbaumer kandidiert im linken Lager Maja Graf (Grüne) für eine Wahl in den Ständerat. Die Bürgerlichen nominierten auf der anderen Seite Daniela Schneeberger (FDP) und für die Mitte-Parteien stellt sich Elisabeth Augsburger (EVP) zur Wahl.

Bei dieser Ausgangslage ist schon jetzt klar, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommt. Falls Maja Graf im ersten Wahlgang mehr Stimmen erzielt, dürfte sich Nussbaumer aus dem Wahlkampf verabschieden, wie SP-Präsident Adil Koller am Dienstag andeutete. Nussbaumer bleibt dann mit grosser Wahrscheinlichkeit der Sitz im Nationalrat – nicht zuletzt auch dank der Aufmerksamkeit, die er im Ständeratswahlkampf auf sich ziehen kann.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Er findet sich also den richtigen Mann? Potzblitz, das erstaunt mich aber bei einem kandidierenden Genossen extrem...
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Als langjährigen und parteiloser Politbeobachter frage ich mich immer nach solchen Quoten-Gepänkel, warum es nur Stimmen aus linken Parteien sind, denen die Quoten wichtiger sind als die Fähigkeit oder Bereitschaft für so viele Sitzungen stets bereit zu sein! Diese einseitige Bewertung sagt sehr vieles aus, das hier nicht geschrieben werden darf! Nun, solange wir daheim in aller Ruhe immer noch selber einen Wahlzettel ausfüllen und verändern können, sind solche fragenden Gedanken unwichtig!
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    1. Antwort von Alex Kramer  (Kaspar)
      wenn sich, wie in diesem Fall die Linke, mit einer selbst auferlegten Gender-Qoute ins eigene Fleisch schneidet, kann einem das grundsätzlich egal sein. Die Kandidatur sollte in erster Linie mit valablen KandidatInnen besetzt sein, unabhängig des Geschlechts. Es spricht eher für eine gewisse Dekadenz bei der Linken im Umgang mit Verantwortung.
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  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    Quotenregelungen sind eine heikle Sache. Ich wäre für folgenden zu diskutierenden und zu verfeinernden Lösungsansatz: 1) In Firmen: Das Kader hat ein ähnliches Verhältnis der Geschlechter zu haben wie die Gesamtheit der Mitarbeitenden. In Firmen mit hohem Anteil eines Geschlechts eine tiefere fixe Quote für dieses Geschlecht zu fordern ist diskriminierend. 2) In Parteien: Die Gestaltung der Listen hat die Anzahl Interessenten der verschiedenen Geschlechter zu spiegeln. Aus dem gleichen Grund.
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    1. Antwort von Alex Kramer  (Kaspar)
      darf man gegen Quoten sein und dafür (auch parteiübergreifend) für die geeignetesten KandidatInnen stimmen?
      Man könnte meinen, das Wohl des Staates sei primär von Parteibüchern und deren Doktrin abhängig.
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